Montag, 16. Juli 2018

Meldorfer Mahnwache mit Nachklang im Dom

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montagsmahnwache für den sofortigen Atomausstieg

20:00 Uhr: Klangsynthesen. Anne Michael spielt Werke von Philipp Glass, William Byrd, John Cage, Johann Sebastian Bach, Arvo Pärt sowie eigene Kompositionen an der Orgel und mit elektronischen Klangmaschinen. Meldorfer Dom

Sonntag, 15. Juli 2018

Bökerbus

Der Kater ist schon seit einer Stunde auf Streife. Zuerst etwas ungläubig, dass die Klappe tatsächlich aufgeht, wenn er sie anstupst. Dann etwas erschrocken, dass er draußen und ich drinnen bin. Und ade!
Ich stehe in der Küche und koche Tee, mache verschlafen das Radio an, höre vom blauen Bücherbus, dem Bökerbus, der einmal im Monat am Montag durch die nordfriesische Geest tourt, zweimal bei meinem Bäcker in Joldelund vorbeikommt, für die, die am Vormittag keine Zeit haben, noch einmal kurz vor Feierabend am Nachmittag. Dazwischen bedient er Haselund, Löwenstedt, Vollstedt, Norstedt, Drelsdorf, Högel und Goldebek. Die Leser kommen mit Taschen, Körben oder auch mal mit der Schubkarre und transportieren den Monatsvorrat an Lesestoff nach Hause.
https://www.ndr.de/info/sendungen/die_reportage/Harry-Potter-in-Joldelund,sendung784166.html

Samstag, 14. Juli 2018

Erster Spaziergang

Puh ist das aufregend. Einen Kater, einen schon älteren Herrn, in die Welt zu entlassen. Die Vorzeigeklappe ist eingebaut, aber Rasputin muss erst lernen, damit umzugehen. Sein Chip ist schon gespeichert und die Klappe öffnet sich nur noch für ihn, aber er muss trotzdem aktiv seinen Willen kundtun, das Haus wieder zu betreten. Uff! Zweimal war er zwei Stunden weg und kam wieder, betrat das Haus aber über die offene Terrassentür. Katzengeschichten.

Freitag, 13. Juli 2018

Neumond

Es ist bitterkalt am Deich! Niemand wird es glauben wollen, wie wir, der harte Kern von Nacktschwimmerinnen, mitten im Juli bei Mitttagshochwasser am Wattenmeer schlottern. Ich fahre sofort zurück und krieche zu Hause unter die Bettdecke. Neumond und Freitag der Dreizehnte!

Donnerstag, 12. Juli 2018

Satz

Wer will schon einen Satz verstehen wie "Ich kenne die Schnittstelle rückwärts gebrochener Herzen"? Die Straße zum Deich ist gesperrt, wird ausgebessert, und das zur besten Schwimmzeit. Die Sonne trügt. Der Wind schürft. Die Haut. Auf. 

Mittwoch, 11. Juli 2018

Pause

Ich habe am Schreibtisch und mit dem Kater zu tun. Schwimmpause. Meteorologisch ist der Mittwoch höchst unfreundlich. Die Fahnen zu den "Hooger Nüssen" sind da. Unmöglich formatiert. Ich muss in erster Linie Wörter zählen, denn es geht nur um die Form! Strenge und Treue.

Dienstag, 10. Juli 2018

Wind

Das Wasser ist sanft, gekräuselt und eiskalt. Der Wind plötzlich ablandig.

Montag, 9. Juli 2018

Mahnwache

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montagsmahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 8. Juli 2018

Sonntag

Die Edelkastanie verliert ihre Samenfäden. Jedes Jahr aufs Neue frage ich mich, wozu sie soviel Überfluss produziert. Für den ich keinen Platz in der Biotonne finde. Das ist natürlich absurdes Denken. Woher soll ein Baum eine Vorstellung von organisierter Müllabfuhr und deutscher Mülltrennung haben? Die Fäden zerfallen zu Staub. Und ich verteile die Pulverberge unter den Büschen und in den unordentlichen Rabatten. Der Wind ist eisig und die Sonne glühend. Ich versuche den schwarzen Rasputin an die rote Leine zu nehmen, die ich mit ihm bekommen habe. Vergeblich. Er sucht sofort das Weite im oberen Stockwerk. Also muss er den Garten und die Amseln weiterhin hinter Glas genießen.

Samstag, 7. Juli 2018

Mittelalter

Nein, ich mag das überhaupt nicht. Und verstehe nicht, warum die Leute dort hinlaufen. Unverkleidet oder verkleidet. Auch ich!
Auflaufen wie das Wasser in der Meldofer Bucht, nur den ganzen Tag. Zulaufen. Markttreiben nennen die Meldorfer, was in Heide Marktfrieden heißt. Und in diesem Jahr dort nicht, aber hier schon stattfindet. Seltsam. Weder gibt es etwas zu kaufen noch etwas zu bestreiten. Der Wind ist den ganzen Tag bitterböse. Auch er. Kein Schwimmen. Keine Zeit. Das Hochwasser läuft in den Abend.

Freitag, 6. Juli 2018

Deich

Der Deich gehört mir. Und es ist natürlich leichtsinnig, bei so unruhigem Wasser mutterseelenallein bis zur Boje hinauszuschwimmen. Kein Mensch zu sehen, kein Vogel zu hören. Nur der Wind. Und das Salz im Wasser. Knirscht zwischen den Zähnen. 

Donnerstag, 5. Juli 2018

Urte

Urte ist Teil eines Gesellschaftsspiel, bei dem sich zweimal Vier Spieler mit je zwei Buchstaben bewaffnet (eine Karte beidseitig beschriftet) gegenüberstehen. Da gilt es Wörter wie eben "Urte", "Rita" oder "Leib" bzw "Laib" für das lachende Publikum lesbar darzustellen.
Urte ist auch ein Frauenname, der für schlechte Laune sorgt, sagen die, die eine solche kennen. Ich kenne keine.
Leichter Regen und eiskalter Wind. Wir ziehen und auf dem Parkplatz aus und klettern nur mit dem Badetuch bekleidet, über den Deich. Das Wasser ist warm aber wild. Verteilt Ohrfeigen. Kein Licht am Horizont.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Schwimmen

Abendhochwasser. Mildes Licht. Klare Kontraste. Das Wasser ist dunkler als der Himmel. Der Horizont eine scharfe Linie. Und darüber schwebt die Ölplattform. Die Bohrinsel. Mittelplate. Ich schwimme mein ungerades Dreieck und radle mit Rückenwind nach Hause.

Dienstag, 3. Juli 2018

Schreibtisch

Ich musste ihn leerräumen von sämtlichen Wörtern, damit der neue Hausherr sein Sonnenbad nehmen kann. Er darf noch nicht raus, muss sich zuerst an mich, das Haus und die Nordseeluft durch den Fensterspalt gewöhnen. Die nächste Stufe der Eskalation wird sein: eine weiche Decke auf dem harten Schreibtisch.

Montag, 2. Juli 2018

Mahnwache

Auch im zweiten Halbjahr, immer montags:
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 1. Juli 2018

Singen

Halbjahreswechsel. Wir singen das ganze Wochenende. Wir haben herausgefunden, dass über all die Jahre an allen Probesonnabendnachmittagen und Probesonntagnachmittagen die Sonne schien. Schönstes Wetter, Hochwasser und wir schlagen das Notenbuch auf. Orff, Carmina Burana. Obszönes und weniger Obszönes. Staccato bis an die Schmerzgrenze. Tempo, immer mehr Tempo. Dann wieder laszives legato. Flore fusus gremio Phebus novo more riusm dat, hoc vario iam stipatur flore Zephyrus nectareo spirans it odore, certatim pro bravio curramus in amore...

Samstag, 30. Juni 2018

fake pics

trompe-l'Œil. Auf unser Auge dürfen wir uns nicht verlassen!
Gestern Abend um 21:20 Uhr erhoben sich wieder Helgolands hoher Funkmast und der Leuchtturm am Horizont hinter der Seebrücke von St. Peter-Ording. Wieder eine Fata-Morgana-Wetterlage! Brechnungserscheinungen. Luftspiegelungen. Der 50 km entfernte Felsen bzw sein Oberland stand als deutlich sichtbarer Streifen am Übergang von Wasser und Himmel. Diesmal nicht kopfüber, wie vor drei Wochen, unter einer spiegelnden Sprungschicht. Sondern aufrecht. Erhoben, erhaben, über der Erdkrümmung. Der Spuk dauerte immerhin 40 Minuten. Dann ging die Sonne unter und der Fels begab sich wieder dorthin, wo er hin gehörte: aus unserem Blickfeld, unter den Horizont:

Freitag, 29. Juni 2018

Farbe

Kürzlich las ich, dass das Wasser die Farbe der Umgebung annimmt. Ein Chamäleon? Die nehmen die Energie des Lichts auf. Das Wattenmeer ist meist so trübe wie der Wattboden. Scheint irgendwie logisch. Richtig. Heute aber verschmolz es am Horizont mit dem Himmel. Büsum war nicht mehr greifbar für das Auge, Friedrichskoog nicht, die alles beherrschenden Pfeile der Windmühlen nicht, Mittelplate in der Mitte des Aussicht nicht. Am Himmel Wattebäusche. Auf dem Wasser Schaumkronen. Viel Wind, hinterlistig. Er änderte seine Richtung, während ich mein Dreieck schwamm. Ich trat hin und zurück gegen ihn an.

Donnerstag, 28. Juni 2018

Vollmond

Nach langer Pause habe ich die Nacht wieder im Garten verbracht. Klarer stahlblauer Himmel, fast die ganze Nacht. Die Sterne schwach und kraftlos im Mondlicht. Sie kommen nicht an gegen die Konkurrenz. Es wird überhaupt nicht richtig dunkel. Das ist die kürzeste oder hellste Nacht. Trotzdem schlafe ich ein. Die Sonne weckt mich. Der Himmel hat seine Stahlblau zurückgewonnen. Alles ist nass um mich herum. Aber der Schlafsack hält dicht.
Ich frage mich, wie das ist, wenn Rasputin da ist und ich im Garten schlafe.

Mittwoch, 27. Juni 2018

Morgennebel

Es fühlt sich nach Herbst an. Feucht. Dicker Nebel. Am Nachmittag soll es wieder heiß werden. Tropisch. Ich habe einen kleinen, zarten Gingkobaum geschenkt bekommen und suche den Garten nach dem richtigen Platz ab. Junge Bäumchen brauchen Schutz und lieben Halbschatten. Je älter die Bäume werden, desto mehr Sonne wollen sie. Aber ich kann ihn doch nicht dauern umpflanzen! Nach dem geänderten Sonnendurst ausrichten! Lauter Geschenke! Lauter Fragen. Lauter Gedanken. Am Morgen Schriebtisch. Am Mittag Nordsee. As usual. Am Nachmittag Hecke. Alles zu seiner Zeit.

Dienstag, 26. Juni 2018

Rasputin

Rasputin sollte schon vor einem Jahr zu mir kommen. Manche Dinge brauchen Zeit. Rasputin ist ein älterer Herr, EHK (Europäischer Kurzhaarkater), Freigänger, geimpft, kastriert usw.
Ich fahre allein zum Schwimmen und gewöhne mich an den Gedanken. Noch ist das Wasser kalt. Und der Deich leer. Nur die Schafe äugen verärgert über den Zaun und verstehen nicht, warum ihnen der Zugang versperrt bleibt. Auch für sie scheint der Sommer vorbei.

Montag, 25. Juni 2018

Meldorfer Mahnwache

Noch immer Herbst, kalt und grau.
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 24. Juni 2018

Johanni

Pünktlich zum Sommeranfang ist es kalt geworden. Die Nordsee hat sich auf den Stand von meinem Anbaden Anfang Mai abgekühlt. Die Heizung schaltet auf Winterbetrieb. Ich bleibe am Schreibtisch kleben. Der Wind ist gemein. Ein Schauer jagt den nächsten. Die Bauernregel sagt: "Regnet's am Johannistag, regnet es danach noch 14 Tag." Die Alternative, die es immer gibt, hingegen: "Bleibt es an Johanni trocken und warm, macht das den Bauern nicht arm." Interessant die Negativumformung der Schönwetterfolgen.

Samstag, 23. Juni 2018

Infrarot

Das aufsteigende Licht. Die Erleuchtung am Himmel über Island. Raben und Krähen sehen anders als Menschen, habe ich gestern gelernt. Das ist nicht weiter erstaunlich. Erstaunlich ist, dass Kolkraben, zum Beispiel, Infrarotlicht sehen können und deshalb in ganz anderen Lichtverhältnissen leben als wir. Und wir gar nicht ahnen, was die Viecher alles sehen.
Weiter habe ich gestern Abend gelernt, dass die Camera Obscura Infrarot Licht nicht schluckt. So wie es das menschliche Auge tut. Oder die Kamera meines Smartphones. Oder andere, moderne, handelsübliche, digitale Fotoapparate. So ein unzeitgemäßes Ding wie die Camera Obscura zeigt dem Menschen, was am Himmel über dem berühmtesten Wasserfall Islands wirklich ist. Grelles Licht, das sich im Wasser auf der Erde spiegelt. Mit einem dunklen Schweif, der sich womöglich auch spiegelt. Wir sind von Wesen und Quellen und Energie umgeben, von denen wir keine Ahnung haben.

Freitag, 22. Juni 2018

Die kürzeste Nacht

Das war es also, mit dem aufsteigenden Tageslicht. Mein toter polnischer Meister wäre heute 92 Jahre alt geworden, seine am gleichen Kalendertag geborene Tochter ist entsprechend jünger. Die kürzeste Nacht habe ich unter Dach und Fach verbracht - so wie die letzten ungefähr zwei Dutzend Nächte auch. Sintflutartiger Regen verhindert alles herrlicheinsame Schlafen an frischer Luft, unter freiem Himmel, mit garantiertem Vogelweckruf.
Ich fahre nun unverdrossen zum Morgenhochwasser an den Deich. Die Regenradarprognose sieht einigermassen positiv aus. Irgendwie muss der Tag ja beginnen.

Donnerstag, 21. Juni 2018

Sommeranfang

Ich fahre nach Großenrade. Verbringe den Tag im Atelier von Dieter K. Mehr dazu an anderer Stelle. Wir hatten uns für den Sommeranfang verabredet, weil uns das ein erfolgversprechender Tag nach der Wochenmitte schien. Ute hat uns Schweizer Reis als Verpflegung mitgegeben, leicht süß, mit weißen Johannisbeeren, Himmlisch! So etwas, sage ich, habe ich in der Schweiz nie gegessen! Wir sitzen lange, nachdem wir lange in alle Ecken geguckt haben. Wärmen die klammen Fingen an den Teeschalen. Draußen geht immer wieder die Welt unter.

Mittwoch, 20. Juni 2018

"Für immer und ewig"

Während meiner Lieblingsbeschäftigung - Säubern des Bürgersteigs - gefunden: ein Stück Papier, ordentlich zusammengefaltete, wie sich bei näherer Betrachtung herausstellt. 
Jetzt liegt es auf meinem Küchentisch und sieht aus wie ein Stück Knäckebrot. Perforiert und zum Reinbeißen.
Aus Neugier übergab ich das Papier nicht sofort der blauen Mülltonne. Ich faltete es auseinander. War gefasst auf einen Einkaufszettel oä (= oder ähnlich) Schnödes. Was man eben so verliert, wenn man unterwegs ist.
Was aber zum Vorschein kam übertraf meine kühnsten Vorstellungen. Das Leben am Straßenrand ist viel reicher als die ganze Weltliteratur! Ein Liebesbrief! Handschriftlich! In Blau. Auf kariertem Untergrund.
An: "Mein lieber Ehemann". Datiert vom "7.2.2018". Ist also schon ein bisschen herumgekommen und hat gelitten unter Wind und Wetter. Der Fundort entspricht nicht notwendigerweise dem Tatort!
Wer den Brief vermisst und wieder haben will, melde sich.

Dienstag, 19. Juni 2018

Ausflug

Schon wieder Itzehoe. Aber in einer anderen Sache. Und rechtzeitig zur Kirschenernte bin ich wieder zurück. Die Vögel mögen in diesem Jahr keine Früchte, keine Beeren. Sie verschmähen alles. Kirschen, Johannisbeeren, Felsenbirnen. Es ist drückend heiß. Und ein elender Westwind bläst mir ständig die Zweige ins Gesicht. Nach getaner Arbeit fahre ich mit schwarzen Fingerbeeren an den Deich, kämpfe mich gegen den Elenden, den Ewigheutigen, den Fahrradfeind. Wildes Wasser. Hohes Wasser. Noch eine Stunde nach Höchstwasserstand ist die halbe Badetreppe überflutet. Ich bin allein und kämpfe mich nun bei ablaufendem Wasser gegen die Fluten auf die Badeboje zu. H. kommt plötzlich im weißen Handtuch übern Deich gelaufen. Nach dem Schwimmen essen wir im Windschatten eines umgestürzten Strandkorbs selbstgebackenen finnischen Beerenkuchen.

Montag, 18. Juni 2018

Meldorfer Mahnwache

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 17. Juni 2018

Sonntag

Unfreundliches Wetter, immer wieder Regengüsse. Die Kirschen sind reif, aber irgendwie wollen die Amseln sie nicht. Also backe ich Kuchen. Sie sind schon zu reif, zu schwarz. Koche Marmelade. In H's Garten entdecke ich einen Ginkobaum. Am Wattenmeer! Ich fahre mit, an den Deich. Mit dem Auto, das in der Garage neben dem Ginkobaum zu Hause ist. Das Wasser sagenhaft, die Wellen tragfähig. Nur der Wind böse und kalt. 

Samstag, 16. Juni 2018

Samstag

Im LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume) Itzehoe. Schiedsleute, Bezirksvereinigung. Jahreshauptversammlung. Kurze Schulung. Geht alles so glatt über die Bühne, dass ich pünktlich zum Hochwasser um 15:30 Uhr an der Meldorfer Bucht in die kalten Fluten steige und mein Dreieck schwimme. 

Freitag, 15. Juni 2018

Orgelnacht

18:00-22:00 Uhr St. Jürgen Heide. Orgelnacht im Rahmen der offenen Kirche.
Eröffnet wird sie um 18 Uhr mit einer Komposition von Traugott Fünfgeld (*1971) für Orgel und Bläser. An der Orgel Sebastian Schwarze-Wunderlich, vor den Bläsern Gunda Köster. Sie wetteifern tapfer miteinander durch die Jahrhunderte.
19:00 Uhr: Peter Heeren spielt eigene Kompositionen sowie das Magnificat quarti toni von Hans Leo Hassler (1564-1612)
20:00 Uhr: Gunnar Sundebo spielt Buxtehude, Bach, Scheidemann und Mendelssohn-Bartholdy.
21:00 Uhr: Anne Michael spielt eigene Improvisationen sowie Bach und Alexandre Guilmant (1837-1911)
Vier Konzerte an einem Abend. Umsonst und drinnen. Von hochkarätigen Meistern, Komponisten und Interpreten.
Um eine Spende zugunsten des Orgelbauvereins wird gebeten.

Donnerstag, 14. Juni 2018

Hanebüchen

Der Wind ist fahrradfeindlich. Aber ich fahre. Und trotze. Und schwimme. Die Wellen sind menschenfeindlich. Aber mich brechen sie nicht. Man kann jede Geschichte, ob erfunden oder nicht, erstunken oder erlogen, jede Aussage, jeden vollständigen Satz als hanebüchen bezeichnen. Das bedeutet dann, dass das Gesagte der Geschriebene empörend, unverschämt, derb, klobig, grob oder unglaubwürdig ist. Hanebüchen ist aber ein Handwerkerwort. Gehört in mein Zimmermannsalphabet. Kommt vom Holz der Hagebuche, das sehr knorrig ist aber nach Belieben beschnitten werden kann. Davon leitet sich der helvetische "Hag" (=Zaun) ab. Überhaupt beanspruchen die Alemannen den Baum für sich. So soll eine Siedlung Haganbuah oder später Haganbuochon schon um 850 existiert haben. Das Geschlecht "Hagenbuch" trott erstmals 1130 urkundlich auf. Auch im Volksliedschatz kommt die Hagebuche vor, als Adjektiv; "wenn eine tannigi Hose hät und hegebuechigi Strümpf ...."! Waldbekleidungsaccessoires!

Mittwoch, 13. Juni 2018

Neumond

Ich habe eine Mitfahrgelegenheit. Der Wind ist immer noch fahrradunfreundlich. Tobt von Nordwest auf den Deich zu. Wühlt das Wasser auf. Peitscht uns Schaumkronen mitten ins Gesicht. Frech und vorlaut. Endlich Wellen! Endlich Erfrischung. Endlich Zittern vor Kälte.
Am Abend trotze ich den Amseln in meinem eigenen Garten zwei Kilo frische Früchte ab. Felsenbirne, Sauerkirsche und schwarze Kirschen. Es ist alles anders in diesem Jahr. Die Natur beeilt sich, ihr Pensum zu absolvieren. Die Kirschen sind winzig, die Felsenbirnen alle auf einmal reif, so dass auch die Vögel verwirrt sind und nicht mehr wissen, wo sie anfangen sollen zu picken. Ich nutze diesen gap (nicht Gag) für mich. Diesen Hiatus in ihrem Fressverhalten. Meine Nachbarin füttert die Vögel mit Aldiäpfeln und Lidlpapayas, was sogar die Raben und Tauben mittlerweile verschmähen. Auch die bevorzugen nur noch local food.

Dienstag, 12. Juni 2018

Schlagfittich

Wilder Wind und immer wieder Sprühregen. Kein Ausflug an den Deich. Kein Schlafen im Garten. Schlagfittiche waren im Mittelalter Gänse- oder Entenflügel - die Flügel der Gefiederten eben, die man schlachtete und aufaß. Um sie zu fangen, musste man sie an den Flügeln festhalten.
Bei den Menschen ist das anders. Wenn man die am Schlafittchen festhält, will man sie weder schlachten noch aufessen. Da Schlafittchen ist ja auch kein Flügel. Menschen können nicht selber fliegen. Sie können sich nur in ein Fluggerät setzen. Das Schlafittchen ist der Jackenzipfel, vielleicht war es mal das Revers, die aufgeschlagene obere Vorderkante eines Sakkos, Mantels oder Blazers. Also Kleidungsstücke für den maskulinen Teil der Menschheit. Ergo sind nur Männer böse Buben, die frau schon mal am Schlafittchen packen muss, um ein Wörtchen mit ihnen zu reden.

Montag, 11. Juni 2018

Kühler Montag

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
MMM - Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 10. Juni 2018

Regen

Wie wohltuend! Eigentlich wollten wir mit dem Auto zum Hochwasser an den Deich fahren. Aber wir kämen ja nicht trockenen Fußes ins Wasser! So bleibe ich still sitzen in meinem leeren Wohnzimmer und sinniere über Bachs Kantate BWV 18 "Gleich wie der Regen und Schnee vom Himmel fällt" - die natürlich in die Vorfrühlings- bzw Endwinterzeit gehört. Aber haben Jahrezeiten überhaupt noch eine Berechtigung oder Zukunft? Aus der protestantischen Kirche Trogen/CH:

Samstag, 9. Juni 2018

Regen

Regen! Endlich Regen und alles atmet auf. Der Garten, die Vögel, die Luft. Ich war so müde, als ich am Abend vom Schwimmen zurückkam, dass ich auf jedes Experiment nur noch verzichten wollte. Die Vorstellung, dass ich mitten in der Nacht vom Regen aus meinem Gartenbett vertrieben würde, war so grauenvoll, dass ich aus purem Mitgefühl noch den Bambus wässerte und das Gemüsebeet, dann alles in die Garage räumte, was sich in die Garage räumen lässt und mich zum Schlafen ins Haus zurückzog. So wie das alle Menschen in unseren Breitengraden zu dieser Zeit tun.
Ich schlief traumlos, nur das Knie regte ab und zu eine andere Position an. Der Regen muss wie eine Katze gekommen sein. Ich hörte ich ihn nicht und stelle nun verwundert fest, dass die Regentonne bereits randvoll ist. Es sprüht immer noch angenehm vom Himmel. Ich laufe durch das halbleere Haus und sperre alle Fenster auf. Regen! Endlich Regen und alles atmet auf. Auch das Haus und der Staub und die gepackten Umzugskisten.

Freitag, 8. Juni 2018

Hitze

Heute ist Welttag der Ozeane. Am Wattenmeer ist es noch immer heiß. Vom frühen Morgen an. Natürlich wird der Welttag mit dem Thema "Meeresmüll" gefeiert. Auch die Antarktis ist voller Plastik, falls noch irgendjemand die Illusion hat, das Zeug bliebe da liegen, wo wir es hinschmeißen.
Welttag der Ozeane. Ich fahre am Morgen zur Marktandacht. Die neue Kantorin improvisiert im Orgelnachspiel über EG 140, Brunn alles Heils, dich ehren wir. Kühles Plätschern kommt von der Empore herunter. Wie wohltuend. Wer den Text nachverfolgen will, kann es hier tun: http://www.liederdatenbank.de/song/1353. Die Meldorfer Improvisation hingegen ist gottseidank nirgends abrufbar. Wie wohltuend! In dieser unsäglichen Welt des permanenten Multiplizierens.
Welttag der Ozeane. Auf facebook finde ich ein Foto von Martin Stock. Wie wohltuend! Manchmal lohnt es sich, die Mittagsstunde zu vertrödeln. Niedrigstes Niedrigwasser an der Meldorfer Bucht. Tiefblaues "Wellenspiel" auf meinem Bildschirm. Wie wohltuend!
Welttag der Ozeane. Der Nationalpark Wattenmeer verweist auf die "Refill-Aktion": Wasserflaschen nicht wegwerfen, sondern wieder auffüllen. Hier gibt es eine interaktive Karte mit den Refill-Stationen im ganzen Land: https://refill-deutschland.de/ Meldorf ist (noch?) nicht dabei.
Welttag der Ozeane. Das Hochwasser kommt erst am Abend. Als ich verschwitzt, die Hitze lässt ja nicht nach, den Deich erreiche, gehen die letzten Nacktschwimmer gerade nach Hause. Denen wird es immer irgendwann zu kalt. Am Textilstrand hingegen tummeln sich Kind und Kegel. Ich schwimme mein Dreieck, ziehe etwas Langärmliges über das Kurzärmlige und mache mich frohgemut auf den Heimweg. Der Wind hat nachgelassen. Wolken besetzen den Himmel. Wie wohltuend. Kühle statt Kitsch zum Tageslichtende.

Donnerstag, 7. Juni 2018

Hitze

Ich schlafe erst ein, wenn die Sterne über mir leuchten. Also praktisch nie. Denn der Himmel wird nicht mehr dunkel. Trotzdem werde ich von den Vögeln aufgeweckt. Die Nächte werden immer kürzer. Die Hitze immer länger. Probe am Abend zu Hochwasserzeit. Ich kann den ganzen Tag keinen klaren Gedanken fassen. Gieße meine Kartoffeln. Und die Weinbergzucchinis, die Tomaten, den Bambus, den neuen Rasen. Eine Stunde am Morgen. Eine Stunde am Abend. Die Amseln klauen mir das trockene Gras aus den Baselbieter Röteli Töpfen, welches ich zum Mulchen verteile. Damit die Erde nicht so schnell austrocknet. Sie trocknet natürlich trotzdem mehr als schnell aus.
Auf Eiderstedt ist indessen wieder eine Helgolandfatamorgana zu sehen. Bei leichtem Ostwind entstand am frühen und sehr klaren Abend eine spiegelnde Sprungschicht am Horizont. Vom Deich bei Westerhever erkannten die Schutten einen deutlichen "Strich" weit draußen, von bloßem Auge. Helgoland nach oben gespiegelt. Später drehte der Wind auf Nord und zeigte Helgoland noch einmal, diesmal richtig herum. Und die Mühlen der Offshorewindparks nordwestlich der Insel. Mit der Abkühlung nach Sonnenuntergang, also jetzt, verschwinden diese Bilder wieder. Und es bleibt nur der Himmel.

Mittwoch, 6. Juni 2018

Hitze

Es gibt Eis am Deich, so heiß ist es noch nach Feierabend und Ladenschluss. Der Wind kommt wieder aus Ost. Der Himmel voller spitzer, gegeneinander gerichteter Pfeile. Flugzeuge.

Dienstag, 5. Juni 2018

Hitze

Endlich Wasser in der Meldorfer Bucht. Aufgepeitscht von West.
Die Krone der Schöpfung: Eine Rose, mit einem Stamm dicker als mein Bein, wächst in einen Apfelbaum hinein und hinauf, über ihn hinaus, ergießt ihre Blüten über seine Äste und Blätter und noch unreifen Früchte. Wo ist nun das Paradies abgeblieben? Wo die Schlange und ihre Verführungen? Die blendendweiße, dornige Schleier. Deckt alles ab. 

Montag, 4. Juni 2018

Mahnwache

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
MMM - Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 3. Juni 2018

Donnerwort

" O Ewigkeit, du Donnerwort" heißt die Bachkantate zum heutigen ersten Sonntag nach Trinitatis. Es hat in der Nacht leicht geregnet und die Temperaturen sind freundlicherweise etwas zurückgegangen.
Wir - die Dithmarscher Fangemeinde - fahren erst am Abend nach Heide in die Kirche. Zum 15-jährigen Bestehen von jazzcoast.di wird um 18:30 Uhr in St. Jürgen ein Konzert gegeben mit: Nils Landgren (Posaune), Ingolf Burkhardt (Trompete), Roland Cabezas (Gitarre)  und Sebastian Schwarze-Wunderlich (Orgel)! Leider komplett ausverkauft. Wer keine Karte hat ... - oh, Ewigkeit, Du Donner Wort!

Samstag, 2. Juni 2018

Reisemärchen

Frau will einfach nur von A nach B. Oder von X nach Y.  Von Meldorf nach Neumünster. Von M nach N. Die DB verarscht mich allerdings schon im Internet, da sie mir die naheliegendste Verbindung nicht anzeigt. Dann bedeutet es erfahrungsgmäß nichts, wenn ich vor Verlassen des Hauses um 05:55 nochmals den virtuellen "Streckenmanager" befrage. Es ist mir oft genug passiert, dass in der Viertelstunde, die ich zu Fuß bis zum Bahnhof brauche, die Eisenbahnwelt an der ganzen Westküste in sich zusammenkracht und der Zug "leider" ausfällt. Ist ja Samstag. Frisch der Morgen. Keiner muss zur Arbeit. Die Wochentagspendler sollen mal ihren verdammten Schlaf nachholen.

Freitag, 1. Juni 2018

Kohlmärchen

Dithmarschen. Kohlland. Aber warum wird so wenig über den Biokohlbauern berichtet und so ausführlich über die Schädlinge, gegen die der konventionelle Kohlbauer sein ganzes Gift verspritzen muss?
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/Kohlanbau-der-Superlative,wiegehtdas440.html

Donnerstag, 31. Mai 2018

Meldorfer Wunder

Wunderbar im Garten geschlafen. Mit der Venus und anderen blassen Sternen an einem Himmel, der nie ganz dunkel wird. Und dann schlägst Du irgendwann doch die Augen wieder auf und über dir ist nun ein noch hellerer Himmel. Und ein paar verzweigte Zweige, vollbehängt mit winzigen, knallgrünen Knöpfchen. Kirschen.

Mittwoch, 30. Mai 2018

Meldorfer Qualle

Es hat mich wieder eine gestreift. In der linken Achselhöhle. Eine Stammschwimmerin behauptet, da alle von Quallen reden, würden wir uns alle nun einbilden, von Quallen berührt worden zu sein. Ein Stammschwimmer sagt, das Schlimmste kommt noch! Tröstlich, das Eine wie das Andere. Das Wasser sieht aus wie Brühe und riecht auch so. Faulig. Allmählich wird es zu warm. Ich fahre nach Hause und mähe meinen vertrockneten Rasen. Die Schattenseite hat sich prächtig regeneriert. So hat alles sein Gute. Dann regnet es 5 Minuten lang dicke Tropfen aus ganz heiterem Himmel. 

Dienstag, 29. Mai 2018

Meldorfer Vollmond

In der Nacht fing es an zu tröpfeln, als ich mich in den Garten legen wollte. Also blieb ich drinnen. Schon nach wenigen Nächten draußen, ist das ungewohnt. Wasser kam kaum vom Himmel. Und vom Mond war nichts zu sehen. Er ist ja auch erst jetzt, am Nachmittag, nach dem Schwimmen, voll und natürlich nicht zu sehen vor lauter Hitze.

Montag, 28. Mai 2018

Meldorfer Gewitter

Ich wollte im vorderen Garten schlafen. Weil ich am Nachmittag soviel kühlen Schatten fand mit einem Buch unter dem Apfelbaum neben dem Bambus ... aber in der Nacht ist die Nordseite ausgeleuchtet wie eine Theaterbühne. Von drei Straßenlaternen, die die Stadt nicht ausknipst. Weil sie an Kreuzungen stehen. Den Mond hingegen verdeckte mein eigenes Hausdach. Schlafen kann ich nur bei natürlichem Licht. Gegen 01:30 Uhr blendeten mich zudem die Widerscheine der Blitze aus Südosten. Das aufkommende Grollen vertrieb mich. Ich gab mein Außenlager auf und muss im Innenbett sofort wieder eingeschlafen sein. Denn am Morgen die Überraschung: die Regentonne ist voll!
Und am Abend wie immer am Montag:
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg
18:00-18:30 Uhr Südermarkt 

Sonntag, 27. Mai 2018

Meldorfer Gartenidyll

Ich schlafe nun immer im Garten. Soweit der Himmel es mir erlaubt.

Haruki Murakami im Vorwort zur deutschen Ausgabe von "Blinde Weide, schlafende Frau": "Um mich so einfach wie nur möglich zu fassen: Einen Roman zu schreiben bedeutet eine Herausforderung für mich, Kurzgeschichten zu schreiben ein Vergnügen. Wenn das Schreiben eines Romans dem Pflanzen eines Waldes gleicht, dann gleicht das Schreiben von Kurzgeschichten dem Anlegen eines Gartens. Die beiden Formen ergänzen einander und fügen sich zu einer Landschaft, die mir kostbar ist. Die grünen Baumkronen werfen ihren wohltuenden Schatten auf die Erde, und der Wind rauscht in ihrem zeitweise leuchtend goldenen Laub. Im Garten knospen indessen Blumen, bunte Blüten, locken Bienen und Schmetterlinge an und erinnern uns an den leisen Übergang von einer Jahreszeit zur anderen." Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe, zitiert aus der Taschenbuchausgabe 2008, 3. Aufl., btb-Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München, S. 9 [damit hoffe ich, den EU-DSGVO gerecht geworden zu sein].

Samstag, 26. Mai 2018

Meldorfer Morgennebel

Tagsüber sieht der Garten, das Haus, das Dach, der Himmel, die Wolken - die ganze Welt! -  anders aus als in der Nacht. Ich suche, rastlos, seit einigen Tagen und Nächten einen Schlafplatz. Im Rasen. Muss tagsüber probeliegen und nachts Geborgenheit finden. Der Mond ist gerade kooperativ. Sprich hell. Taghell. Die Straßenlampen werfen bis nach Mitternacht künstliche Schatten. Der Himmel ist blass und die Sterne werden erst gegen Morgen wirklich hell. Und dann erscheint schon bald wieder das Licht am Horizont im Osten. Es ist absolut ruhig. Trotzdem wache ich mehrmals auf, will sogar ins Haus zurück, weil mir kalt ist. Um 4 Uhr fangen die Vögel an zu singen, verstummen aber bald wieder. Oder ich höre auf zuzuhören. Bin plötzlich so tief und fest in den Schlaf gesunken, dass ich den Sonnenaufgang verschlafe und mich erst der hartnäckige Ruf eines hungrigen Käuzchens im Nachbargarten um genau 05:46 weckt! Ich schlage die Augen auf und sehe Morgennebel.

Freitag, 25. Mai 2018

Meldorfer Knick

Blogger teilt mir Folgendes mit:

"Gemäß den Gesetzen der Europäischen Union ist es erforderlich, dass du [damit bin ich gemeint, nicht DU, der DU dies liest] Besucher [damit bist DU gemeint, der DU dies liest] aus der Europäischen Union über die in deinem Blog verwendeten Cookies und erfassten Daten informierst. In vielen Fällen schreiben diese Gesetze auch vor, dass du dir eine entsprechende Einwilligung einholst.

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Donnerstag, 24. Mai 2018

Meldorfer Kipp

Und dann kippt die Sache mit dem Wasser und ich fahre am Morgen. Mutterseelenallein am Deich. Nur Touristen joggen im weißen Hemd. Der Ostwind nimmt mir nicht nur die Luft zum Atmen sondern auch das Wasser zum Schwimmen. Gerade mal kniehoch.

Mittwoch, 23. Mai 2018

Meldorfer Mitte

Hört dieser Ostwind nie auf? Diese scharfe Kälte und die brennende Sonne den ganzen Tag. Ich komme nicht nach mit Gießen und bin todmüde nach Hause gekommen nach dem Abendschwimmen.

Dienstag, 22. Mai 2018

Meldorfer kurz

Das Radio sagt, heute beginne wieder eine kurze Woche. Ich verstehe das nicht. Für mich dauert jede Woche gleich lang. Aber natürlich kommt die Biokiste erst heute, statt gestern und werden die Mülltonnen am Freitag statt am Donnerstag geleert. Das alles ändert aber gar nichts an der Reihenfolge und Anzahl der Tage dieser Woche. Das Hochwasser wandert in den Abend.

Montag, 21. Mai 2018

Meldorfer Pfingstmontag

Flohmarkt, Flut und Mahnwache gleichzeitig. Der Ostwind ist immer noch scharf. Die Sonne brennt tagsüber ganz schön. Am Abend das Wasser gnädig kalt, eiskalt erfrischend!
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 20. Mai 2018

Meldorfer Zugausfall

Pfingsten und alle wollen irgendwohin fahren. Ich nach Witzwort. Zur offenen Tür + Buchvorstellung. Quetsche Verlag. Gemalt - gekocht - gegessen - das Kochbuch der besonderen Art. Siehe hier: http://www.quetsche-witzwort.de/?Veranstaltungen
Der eine Zug fällt aus, der andere kommt verspätet, eine uralte Regionalbahn, völlig verdreckt und überfüllt. So macht das Reisen mit der Bahn Spaß. Am Nachmittag, auf der Rückfahrt, plauderte der Schaffner aus dem Nähkästchen. Und mir stehen die Haare zu Berge. Jeder zweite Zug fiel + fällt heute aus. Ich eile nach Hause, um mit dem Fahrrad an den Deich zu kommen, bevor das Wasser gegangen ist.

Samstag, 19. Mai 2018

Meldorfer Samstag

Ich muss ans Wasser, Wetter hinoderher. Der Wind auf dem Heimweg bringt mich fast um. Das Wasser dagegen nimmt mich wie immer freundlich auf. Die Trockenheit kostet mich Stunden. Ich komme nicht nach. Mit gießen. Der Bambus will Wasser, das Gewächshaus der Nachbarin will Wasser, meine Baselbieter Röteli wollen Wasser, der frisch angesäte Rasen will Wasser. Ixch weiß nicht wohin mit meinen Kürbissen.

Freitag, 18. Mai 2018

Donnerstag, 17. Mai 2018

Meldorfer kalt

Temperatursturz. Kälteeinbruch. Die verspäteten Eisheiligen hechten atemlos durch den Norden! Nach der Domchorprobe steht am Himmel über der Bahn eine hauchdünne Sichel. Immer noch kein Regen. Wieder kein Schwimmen. Alle defekten Ziegel rund ums Haus sind erneuert. Alles Holz hat eine Pflegelasur bekommen. Das Gerüst ist abgebaut, zerlegt und weggefahren. Auch im Innern finden Umwälzungen statt. Ich falle todmüde ins Bett.

Mittwoch, 16. Mai 2018

Meldorfer heiß

Vorgewittrige Stimmung und aufkommender Sturm. Staub. Blüten. Handwerker. Der Gärtner bringt nochmals Pflanzerde und Bodenaktivator. Meine Nachbarin sagt, nichts, was wir dem Garten entnehmen (wegschneiden, ausgraben, vertikutieren) dürfe wirklich aus ihm entfernt werden. Alles müsse irgendwo seinen neuen Platz, seine erneute zweite Wiederverwendung und -verwertung finden. Und sei es auf dem Kompost. Ich hatte etwa 15 Säcke voller Moos - wo soll ich damit hin? Der Gärtner bringt Öko-Pflanzerde und nimmt das Moos mit. Was ist schlecht daran?
Der Wind macht mich heute mutlos. Und die Trockenheit. Ich habe keine Kraft, an den Deich zu fahren.

Dienstag, 15. Mai 2018

Meldorfer Neumond

Fast zeitgleich mit dem Hochwasserstand in der Meldorfer Bucht wird der Mond neu. Am Deich ist schon Sommerbetrieb. Heute Kalte Sophie und wir tummeln uns im Wasser. Es ist trübe, morastig, der Wattboden aufgewühlt und weich!
Ich zitiere die Schutzstation Wattenmeer zum Thema "Fata Morganas im Nationalpark Wattenmeer":

"Fata Morganas im Nationalpark Wattenmeer
Vergangene Woche war die Luft über dem Wattenmeer oft mehr als 10 Grad wärmer als das Wasser. Hierdurch kam es immer wieder zu interessanten Luftspiegelungen und anderen Effekten.
So war manchmal nach dem Sonnenuntergang noch minutenlang ihr Licht als leuchtender Streifen auf dem Horizont zu sehen. Brechungserscheinungen hatten es um die Erdkrümmung herum geleitet. Der gleiche Effekt führte auch dazu, dass vom Westerheversand hinter Süderoog deutlich Amrum mit seinen Dünen zu erkennen war. Eigentlich kann man aber bei klarem Wetter nur die Spitze des Wittdüner Leuchtturms sehen. Die Brechung hatte hier die Insel scheinbar über den Horizont gehoben.
Manchmal gab es auch eigenartige Mischungen aus Spiegelungen an Luftschichten und seltsamen Stauchungen.
Ganz typisch für den Mai, wenn sehr warme Luft über dem noch kalten Wasser liegt."


Und ich war dabei, als die Mittelplate an Himmelfahrt abhob!

Montag, 14. Mai 2018

Meldorfer Mahnwache

Bonifatius. Der vorletzte Eisheilige. Wieder verspricht der Tag hochsommerliche Hitze. Die Baselbieter Röteli sind seid gestern in den Töpfen an der Südwand.
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
MMM - Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 13. Mai 2018

Meldofer Sonntag

Am morgen setze ich alle Bären auf den Sperrmüllhaufen, sauber abgepackt in Stofftaschen. Eine Stunde später sind sie verschwunden. Gut so, denke ich. Entweder haben sie aus eigener Kraft endlich das Weite gesucht und genießen die Freiheit. Oder sie haben nun einen neuen Chef, einen neuen Bärenflüsterer und Bärenversteher. Oder eine neue Chefin. Am Mittag ist der Deich übervölkert wie ein Strand am Mittelmeer. Scharfer Ostwind, habe mächtig zu kämpfen auf dem Heimweg.

Freitag, 11. Mai 2018

Meldorfer Sperrmüll

Niemand arbeitet heute. Es hat immer noch nicht geregnet. Ich lege den Sickerschlauch aus. Der Bambus ist schon so dicht, dass ich mich kaum noch darin bewegen kann. Ich entrümpele das halbe Haus. Das kostet mich unheimlich viel Kraft. Trotz des Bades in der Nordsee. Sie wird wieder kälter.

Donnerstag, 10. Mai 2018

Meldorfer Himmelfahrt

Endlich wieder Hochwasser. Zwar läuft das Wasser nur zögerlich auf, aber die Zeit passt wieder in den Rahmen des Tageslichts. Ich fahre an die Meldorfer Bucht. Die Ölplattform ist zum Greifen nah, hat aber die Bodenhaftung verloren und schwebt am Horizont gerade gen Himmel. Ebenso die Bäume vor Friedrichskoog. Nur die Windmühlen haben noch Fundament unter den Füßen. Die ganze Nordsee ist gestreift wie ein Zebra. Dunkel bei Büsum, hell im Westen. Sandig. Leicht windig. Das Wasser kühl. Aber die Duschen sind angeschlossen und drei Strandkörbe stehen am Nacktbadestrand. Zu sehen ist kein Mensch.

Mittwoch, 9. Mai 2018

Meldorfer Allerlei

Es will und will und will bei uns nicht regnen. In der Ferne, vor meinem Fenster, im Nordosten hängen graue Schleier. Irgendwo im Riesenwohld oder bei Albersdorf regnet es in Strömen. Und ich krepiere hier mit den Staren, Amseln und dem Bambus im Blütenstaub.

Dienstag, 8. Mai 2018

Meldorfer hilfreich

Mein Apfelbaum blüht. Immer wieder schön. Die Tomaten haben die erste Nacht außer Haus verbracht. Immer wieder schön. Gestern habe ich den Hasen gesichtet, aber er war noch nicht an meinen Weinbergzucchinis, die ich beim VEN (Verein zur Erhaltung der Nutzplanzenvielfalt) erstanden, auf dem Fensterbrett vorgezogen und vor ein paar Tagen der Freiheit meines Gemüsebeets übergeben habe. Es handelt sich um "gerippte oder glatte, rankende und buschige Sorten". Mal sehn. Überraschungen sind immer wieder schön. In die Blutpflaume, über dem frisch angesäten Rasenstück, habe ich alte CD's eingefädelt und aufgereiht. Der Wind bewegt sie und sie verscheuchen mit ihrem entsetzlichen Blitzen und Wetterleuchten tatsächlich erfolgreich (bisher) alle gefräßigen Rabenvögel. Das ist nicht schön. Aber gut für den Rasen.

Montag, 7. Mai 2018

Meldorfer Montagsmahnwache

Der Tag verspricht hochsommerliche Hitze. Die Sonne ist soeben aufgegangen. Der Kater nach der gestrigen Wahl schläft noch. Aber meine Baselbieter Röteli dürfen tagsüber schon auf die Terrasse, wie kleine Kinder oder Hunde.
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
MMM - Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 6. Mai 2018

Meldorfer Stimme

Kontrastprogramm. Wir haben die Wahl. Das Wetter ist prächtig. Ich verbringe den ganzen halben Tag im Wahllokal. Zuerst zählen wir leere Stimmzettel, dann zählen wir ausgefüllte Stimmenzettel. Sortieren aus. Zählen nochmals und nochmals und nochmals. Bis alles stimmt und stimmt und stimmt.

Samstag, 5. Mai 2018

Meldorfer Anbaden

Heute, am 5.5. um 17:05 angebadet in der Meldorfer Bucht. Fast windstill und sanfte Sonne, Wassertemperatur geschätzt 14°, Luft angenehme 24°! 

Freitag, 4. Mai 2018

Meldorfer Klänge

Szenenwechsel. Ich träumte, ich müsste ein Orgelkonzert geben. Ich wurde ausgelost, teilte mit mein Orgellehrer mit, bei dem ich gerade mal eine einzige Unterrichtsstunde an der Orgel absolviert hatte. Das brachte ich vor, aber niemand hörte auf mich. Dass ich nicht wisse, wie Hände und Füße zu koordinieren seien, keine Orgelschuhe besäße, überhaupt nicht in der Lage sei, öffentlich... Wurde von allen Umstehenden (es waren viele da, der Traum sozusagen übervölkert) mit einem müden Lächeln quittiert. ... und ich kein einziges Stück am Stück, also von Anfang bis zum bitteren Ende zu spielen in der Lage ... Vergeblich!
Es kostete mich viel Kraft, den Neulandtraum im Schlaf zu beenden und aufzuwachen. Dann aber, als mir das endlich gelungen war, sprang ich sofort aus dem Bett. Als ob dort eine Orgel, eine ganze Kirche, ein Konzertdom verborgen wäre. Der Traum als Aufstehhilfe!

Donnerstag, 3. Mai 2018

Meldorfer Ästhetik

Das Unsichtbare ist immer interessanter als das Sichtbare:
Pfusch am Bau von vor 40 Jahren. Da fehlt ein Stück Abdeckplane und die Feuchtigkeit zieht seither fröhlich nach oben. In den Himmel hoch ...
Es klopft und staubt den ganzen Tag. Mein Todenbütteler Landschaftsgärtner bringt ein Baugerüst und nimmt Moossäcke und alte Gartenmöbel mit.

Mittwoch, 2. Mai 2018

Meldorfer Maurer

Wetterwechsel. Der Regen hat in der Nacht nachgegeben. Der Feiertag ist um. Auch der Vollmond nimmt nun wieder ab. Mein Todenbütteler Landschaftsbaugärtner kommt mit seinem Gesellen, der sich um meine Wetterwand kümmert. Die Probleme mit abplatzenden Ziegelsteinen und bröselndem Mörtel in den Fugen bezeichnete vor Jahren ein ortsansässiger Maurer als "rein ästhetisch".

Dienstag, 1. Mai 2018

Meldorf Woche

Regen. Starkregen. Weltuntergang. Das Meldorfer Maifeuer war schon im Winter abgesagt worden, da es, wie es hieß "nicht mehr zu schultern" sei. Feuer brannten in der Nacht in Privatgärten und rund um die Domstadt. Irgendwo wurde auch getanzt. In den Mai. Mir sitzt noch Joldelund in den Knochen. Die Meldorfwoche hat begonnen, während ich in Joldelund der Weltklasse des Bluesrocks lauschte. Sie wird enden, wie der Name schon sagt, wenn die Woche um ist. Dann sitze ich im Wahlbüro. Das Programm ist "abgespeckt" und ich esse schon lange kein Fleisch mehr. 

Montag, 30. April 2018

Meldorfer Mahnwache

Die Vollmonnacht führt mich sicher über die Eider, zurück nach Dithmarschen ...
MMM - Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg
18:00-18:30 Uhr Südermarkt

Sonntag, 29. April 2018

Guitar Heroes Festival in Joldelund SO

Joldelund proudly presents ... Sonntagsmatinée mit Billy Walton (USA): Solo Acoustic

Billy Waltons providing ground was Long Beach Island. There he was chaperonded from gig to gig by his Mom, too young to drive around and enter the clubs on his own. He always was up for a jam and looking to learn some tricks.

Gerd's Juke Joint, Bahnhofstr. 1, Joldelund ("in the middle of fu.... nowhere"!)
Einlass 11:00 Uhr - Beginn 11:30 Uhr
Tickets nur noch an der Tageskasse: 15 €

Samstag, 28. April 2018

Guitar Heroes Festival in Joldelund SA

Joldelund proudly presents ... die Gitarrenhelden am Samstag:

14-19 Uhr live im Zelt, Eintritt frei: Doctor Love Power and his Orchestra - Steve Breit Band - Pay Pandora

Ab 20 Uhr live auf dem Dachboden:
  • Billy Walton Band (USA) - Billy Walton is the guitar hero fronting the old-school rock'n soul band. The horns are the common thread!
  • Vega Strauss Band (USA/D) - Tony Vega "is a monster" sagt selbst ZZ Top's Frontman Billy Gibbson über den charismatischen Texaner. Gemeinsam mit Kai Strauss entfacht er ein wahres Gitarrenfeuerwerk.
  • Colonel Jetski (NL) - Colonel Jetski Super-Gitarrist Guy Smeets ist erst 18 Jahre alt, begleitet von den Dutch Blues Awards: Phil Bee (Gesang), Pascal Lanslots (Keys), Bart Kamp (Bass) und Frank Duindam (Schlagzeug).

Gerd's Juke Joint, Bahnhofstr. 1, Joldelund ("in the middle of fu.... nowhere"!)
Einlass 19:00 Uhr - Beginn 20:00 Uhr
Tickets für die Abendveranstaltung nur noch an der Abendkasse: 30 €

Freitag, 27. April 2018

Guitar Heroes Festival in Joldelund FR

Joldelund proudly presents ... die Gitarrenhelden am Freitag in Nordfriesland, live auf dem Dachboden des Biobäckers Gerhard Lorenzen:
  • JW-Jones Band (CAN) - JW-Jones IBS Winner and JUNO Award Nominee and Billboard Top 10 Blues artist is known for his high-energy live shows.
  • Will Wilde Band (UK) - Will Wilde "the Hendrix of the Blues Harp" (Thomas Ruf). Roots Time (NL): "He will be a big name on the British Blues Scene." 
  • Chris Bergson Band (USA) - Chris Bergson has been hailed as the "Edward Hopper of the blues" (*Blues Magazine UK*) and "one of the most inventive songwriters in modern blues musik (*All Music Guide*).
Gerd's Juke Joint, Bahnhofstr. 1, Joldelund ("in the middle of fu.... nowhere"!)
Einlass 19:00 Uhr - Beginn 20:00 Uhr
Tickets nur noch an der Abendkasse: 30 €

Donnerstag, 26. April 2018

Joldelund

Joldelund ist ein Dorf in Nordfriesland, ungefähr genau in der Mitte zwischen Husum und Flensburg. 715 Einwohner, ein Arzt, eine Post, eine Bank, ein Lebensmittelladen, den Dörpskrog und das Café Frühling sowie ein Biobäcker der auch traditionelles Schwarzbrot bäckt.
Die Endung "-lund" bedeutet Wald, wie in Goldelund, Högelund, Ladelund usw. Und der Anfang "Jold" kommt von dän. "Hjal" oder "Hjald" = Erhöhung, oder platt "Hilt", "hillen". Also Wald auf der Erhöhung. Der Name, sagt der Bäcker, stamme aus der Zeit, als ein Eichhörnchen von der Ostsee an die Nordsee springen konnte, ohne je den Boden berühren zu müssen. Persönlich verknüpft er Joldelund mit dem Namen Isolde. Einfach so, vom Wohlklang her. Denn, sagt der Bäcker, Joldelund sei seine Heimat. Elfenhafte Lieblichkeit. Erfordere viel Zungenspiel. Mehr dazu morgen.
In meinem Garten vertreiben die brütenden Stare gerade ziemlich erbost, laut und effektiv die hungrigen Eichhörnchen.

Mittwoch, 25. April 2018

Vogel

Vogel des Jahres ist der Star. Seit mein Baum des Jahres (siehe hier: https://amwattenmeer.blogspot.de/2018/01/baum.html) vom morschen Baumhaus befreit und mit neuen Nistkästen bestückt ist, tummeln sich Stare in meinem Vorgarten. Da es meine technischen Möglichkeiten übersteigt, konnte ich keine Webcam im Starenkasten anbringen. Aber es dürfte darin, nach den Aktivitäten des Pärchens außerhalb des Kastens zu urteilen, gerade etwa so aussehen:
https://blogs.nabu.de/staren-webcam/

Dienstag, 24. April 2018

Überlieferung, Lehre

Heute wählt die MCP-Jury aus den ausgestellten 58 Werken von 48 Künstlerinnen und Künstlern den oder die PreisträgerIn aus. Ja, manche haben da mehr als ein Bild/Objekt stehen oder hängen. So auch Katharina Kleinfeld. Ihre Wortschöpfungen sind fragil und mehrdimensional. Luftblasen. Papierzeilen. Sie schnitt Zeilen aus dem Originalmanuskript zu einem Deutsch-Aramäischen Wörterbuch ihres Vaters aus. Das ist Retro-Kunst mit archaischen Materialien. Aus einer Zeit, in der Buchstaben und Wörter noch auf Papier zu Hause waren und Vater und Mutter hatten.

Montag, 23. April 2018

MMM

Heute ist Welttag des Buches. Und wir horten in Meldorf neuestens Abkürzungen.
MMM - Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg
18:00-18:30 Uhr Südermarkt

Sonntag, 22. April 2018

losgelöst

Unsere Bürgermeisterin liebt Abkürzungen. Während alle anderen Redner vom Meldorfer Culturpreis - in diesem Jahr unter dem Motto "losgelöst" http://www.meldorfer-culturpreis.de/index.php/de/ - sprechen, nennt sie das Ding MCP. Natürlich, um darauf hinzuweisen, dass dieser Preis und diese Kultur mit C geschrieben wird. Der Festredner, Noch-Landrat Klimant, folgt in der Linde ihrem Beispiel und verspricht, dass sich dadurch seine Rede um nicht wenige Minuten verkürze.
"Kunst", sagt er und zitiert Picasso, "wäscht den Staub des Alltags von der Seele." [L'art lave notre âme de la poussière du quotidien.] Und interpretiert das als "Frühjahrsputz", die Farben kommen gerade wieder in die Welt. Nach dem trüben Winter am Wattenmeer herrscht eine Aufbruchstimmung.
Auch ich lehne mich gerne an Picasso an: Quand je n'ai pas de bleu, je mets du rouge.

Samstag, 21. April 2018

NR 2

Bad Bramstedt. Nachbarrecht Tag 2. Fahrt im Morgennebel, den man so nur im Herbst vermuten würde. Rückfahrt im puren Sonnenschein.

Freitag, 20. April 2018

NR

Bad Bramstedt. Nachbarrecht. Fahrt durch eine grüner werdende Landschaft hin. Und Fahrt durch eine grüner werdende Landschaft wieder zurück. Dazwischen das Lichtlose eines Konferenzraumes.

Donnerstag, 19. April 2018

Saint-Saëns

Die erste Domchorprobe mit der neuen Kantorin. Einsingen mit Gymnasik. Ich habe mir beim Vertikutieren am Nachmittag den Nacken verbrannt. So heiß ist es in Dithmarschen. Blätterwald. Aus A3-Kopien zu singen, sie richtig herum zu falten, in die richtige Reihenfolge zu bringen, ist nicht ganz einfach. Ein knapper Mond auf dem Heimweg.

Mittwoch, 18. April 2018

Hochsommer

Kampf mit Grün, Moos und ermattenden Akkus. Nur die Baselbieter Röteli entwickeln sich vorbildlich.

Dienstag, 17. April 2018

Das Gleichnis vom Sauerteig

Die alten Ägypter, lese ich, waren die ersten, die richtiges Brot backen konnten. Römer und Griechen löffelten Getreidebrei oder bissen sich die Zähne aus an harten Fladen. Die Ägypter hatten Brot, weiches Brot mit Poren, luftig - also Sauerteigbrot. Wahrscheinlich entdeckten sie den Segen des Sauerteigs aus Zufall. Oder Nachlässigkeit. Wahrscheinlich wurde das Becken nach der Arbeit nicht gründlich gereinigt. Wahrscheinlich ist ein Rest Teig darin übrig geblieben und über Nacht - o Wunder! - aufgegangen.
Wie sagt schon Matthäus: "Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter einen halben Zentner Mehl mengte, bis das Ganze durchsäuert war." (Mt 13,33)
Es war früher eine Sünde, Speisen verfaulen zu lassen. Den Prozess des Gärens kannte man nicht. Nur die Ägypter gingen damit kreativ um und ließen den Teig fortan stehen. Den chemischen Prozess verstanden sie kaum, erst im 17. Jahrhundert begriff und beschrieb man (wer?), was geschah: dass die Luft Hefepilze enthält, dass die Sporen dieser Pilze sich auf den Zucker im Mehl stürzen, diesen aufspalten zu Kohlensäure und Alkohol, dass die Säurebläschen nicht entweichen können und deshalb der Teig wächst, sich lockert und bläht - wie das Himmelreich!

Montag, 16. April 2018

Mahnwache

Neumond. Also kann ich mich getrost dem Fluss der Ereignisse anvertrauen.
18:00-18:30 Uhr: MMM - Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg, Südermarkt
19:30-21:30 Uhr Chorprobe




Sonntag, 15. April 2018

Romeo und Julia

Ich höre den jungen Klaus Kinski im Radio. Das ist ein höchst erstaunliches akustisches déjà-vu! Hörspielfassung von Shakespeares "Romeo und Julia". Alfred Braun. Berliner Rundfunk. 1949.

Samstag, 14. April 2018

Regen

Trotzdem bin ich auf der Suche nach einem outdoor-Schlafplatz. Nicht für heute Nacht, aber für die nähere oder entferntere Zukunft. In meinem Garten oder am Deich. Denn beim Aufräumen auf dem Dachboden ist mir mein Daunen-Schlafsack in die Hände geraten, in dem ich auf meiner Fahrradreise 1979 immer draußen geschlafen habe, bis ich mir in Olsztyn ein polnisches Zelt kaufte ...

Freitag, 13. April 2018

Freitag der Dreizehnte

Nichts Außergewöhnliches. Regen. Etwas milder. Der Wind hat nachgelassen. In der Pause (Mittag, Regen) fahre ich nach Heide. Mit gelben Schuhen. Haareschneiden bei Heidi. Eine Stunde später bin ich zurück und sehe, dass die Blutpflaume zu blühen beginnt. Also doch! Nochmals eine Stunde später regnet es bereits wieder.

Donnerstag, 12. April 2018

Ostwind

Eiskalte Sonne und verheerende Niedrigwasserstände. Der schneidende Wind trocknet nicht nur die Wäsche. Auch die Erde. Fliegt. Ich wässere den Bambus.

Mittwoch, 11. April 2018

Bäckerlatein

Heute 19 Uhr im ev. Gemeindezentrum in St. Michaelisdonn.
Daniel Lorenzen erzählt von seiner Tippelei: Ein Bäcker auf der Walz.
Der Anmeldetermin ist schon um, aber Spontan- und Überraschungsgäste sind immer gern gesehen, es gibt einen Imbiss, Joldelunder Laugenstangen und etwas zu trinken.

Dienstag, 10. April 2018

Tomatenretter

Heutzutage wird die Welt von allen Rändern und Ecken her gerettet. Das ändert nichts daran, dass der Boden morsch ist, auf dem wir uns bewegen. Und natürlich untergraben, unterwandert,unterhöhlt von Unzähligen fleißigen Ameisenvölkern.
Trotzdem kann ich stolz meine Ausbeute der Meldorfer Saatguttauschbörse präsentieren: Baselbieter Röteli.
Gerettete Tomatensamen aus meiner Heimat! Wie durch ein Wunder zu mir ans Wattenmeer gewandert. Hab mir gleich zwei Tütchen nach Hause mitgenommen und sie auf meinem Fensterbrett der Anzuchterde übergeben. Besprühe sie jeden Tag mit Regenwasser. Die in Meldorf physisch anwesende Tomatenretterin versicherte mir, dass Tomatensamen intelligent, anpassungsfähig und überlebenswillig seien. Dazu setzen sie die Kraft des kollektiven Gedächtnisses ein. Wie wir Menschen auch. Wenn ich also Baselbieter Röteli über Jahre in meinem windzerzausten Garten (an der warmen Südwand!) bis zur Reife heranziehe, jeweils ein paar Samen rette und im nächsten Frühjahr wieder aussäe, werden sich die Pflanzen an das neue Klima gewöhnen und von Jahr zu Jahr eine bessere Tomatenernte abwerfen. Irgendwann muss ich sie dann umtaufen in Wattenmeerröteli.

Montag, 9. April 2018

Meldorfer Montags Mahnwache

MMM - Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg
18:00-18:30 Uhr Südermarkt

Samstag, 7. April 2018

Herbsthimbeere

Der Wind kommt kalt von Ost. Aber alle Nachbarn schwärmen aus mit Harke und Besen. Bürgersteige werden gefegt, Betonmischer laufen und ich denke über Bodenmüdigkeit nach. Ich bekomme Herbsthimbeerpflanzen, wurzelnackt, und weiß nicht wohin, damit. Ich lege sie in einen Eimer mit Regenwasser. Denn die Pflanzen sind anspruchsvoll, wie die Menschen auch. Bevorzugen einen frischen Standort, tiefgründig und humusreich, ohne Staunässe aber mit Kletterhilfe. Sogenannte Spreizklimmer. Ich fühle mich überfordert und widme mich erstmal der Wäscheleine. Auch ein kalter Wind trocknet die Wäsche besser als jede Maschine.

Freitag, 6. April 2018

Im Meldorfer Dom

Marktandacht. Die erste mit der neuen Kantorin. Sie setzt einen erfreulichen ersten Akzent. Gibt uns keinen Ohrwurm mit auf den Einkaufsrausch (Frühling! Die ersten Blumen und Pflanzen!). Sondern das Andanto espressivo aus Edward Elgars Orgelsonate. Gewöhnt unsere Ohren an nicht immer gefällige Töne.
Und: Die neue Osterkerze von Anna W. brennt.
Weil heute ihr Geburtstag ist, darf hier erwähnt werden, dass Anna seit Jahren die Osterkerzen für den Dom gestaltet und niemand weiß das. Danke und grattis på födelsedagen!

Donnerstag, 5. April 2018

Im Wattenmeer

Westwind. Heftig. 6 bis 7, Böen 8 bis 9. Kleine Landunter in den Vogelbrutgebieten an der Küste. Das Nachmittagshochwasser läuft endlich wieder einmal auf, einen halben bis dreiviertel Meter über Normal. Die meisten Brutvögel sind erst dabei ihre Brutareale zu markieren. Feldlerchen. Rotschenkel. Und wer sonst noch zu Gange ist. Kurz vor der Eiablage. Die armen Vögel schlottern nicht nur, sondern werden auch eine schlaflose Nacht haben und mit gerunzelt Stirn über die überspülte Salzwiese nachdenken, die eigentlich ihr Gelege aufnehmen soll.

Mittwoch, 4. April 2018

Im Bücherregal

Ich sortiere mein Leben aus. Während im Radio Jane Eyre läuft, Teil 1 der Hörspielfassung. Akustisch gewöhnungsbedürftig. Einen Stadtplan nach dem anderen lasse ich auf den Haufen fallen, der in die blaue Tonne kommt. Wie seltsam das plötzlich anmutet, dass Erdoberflächen, an denen sich Hunderttausende oder Millionen Menschen tummeln, geometrisch sortiert sind. Verkehrsstromleitung. Wie absolut gleichförmig und uninteressant.

Dienstag, 3. April 2018

Schwarzwurzeln

Beginn einer kurzen Woche. Alles ist um einen Tag verschoben, auch der Montagsblues und die Biokiste. Bekomme zum ersten oder letzten Mal in diesem Winter Schwarzwurzeln! Reich an Inulin, aber auch Kalium und Phosphor. Über das Schälen streiten sich die Geister. Ich tue es unter fließendem kalten Wasser ohne Handschuhe und gut'is.

Montag, 2. April 2018

Meldorfer Montags Mahnwache

Ostermontag - ist auch ein Montag:
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 1. April 2018

primo aprilis

Ostern kommt immer nach dem Vollmond. Das ist kein Aprilscherz sondern die Erfindung von den Kirchenvätern. Ostern ist - im Gegensatz etwa zu Weihnachten oder dem 1. Mai - ein bewegliches Fest.
Ostern ist an den Frühlingsanfang, an den Lauf des Mondes gekoppelt. Die Astronomen spitzfindeln, dass der Frühlingsanfang auf den 19., den 20. oder den 21. März fallen kann, die Kirchenväter aber zur Berechnung ihres Feiertages einen Fixtermin, nämlich den 21. März genommen haben. Außerdem gebe es, sagen sie naseweis, immer wieder Ausnahmen, Irrläufer oder Stolperfallen im Universum. Deshalb könne Ostern an einem anderen Datum stattfinden, als es die Regel vorsieht. Das nennt man Osterparadoxon. Auch kein Aprilscherz.
Die Hexen hingegen wissen, dass das Osterdatum deshalb beweglich ist, damit nie auf einen Karfreitag eine Sonnenfinsternis fällt! Sonnenfinsternisse gibt es nur um Neumonddaten. Und Ostern findet spätestens eine Woche nach Vollmond statt, also lange bevor der Neumond am Himmel das Zepter übernimmt.

Samstag, 31. März 2018

Karsamstag

Karsamstag. Nicht Ostersamstag. Karsamstag. Der stillste Tag des Jahres - ich kann es nicht oft genug wiederholen. Der dunkelste und der geheimnisvollste, sagen die Kirchenväter. Grabesruhe. Eisige Todesstille. Vor dem Fenster bereitet sich der Winter auf seinen zweiten Rückfall vor.
Und Vollmond. Der vierte des laufenden Jahres, der zweite im März, also Blue Moon. Der Februar hatte keinen, also gab es schon im Januar zwei.

Freitag, 30. März 2018

Karfreitag

Sonne. Tageslosung (wie gemacht für's Wattenmeer, seit Tagen extreme Niedrigwasserstände):

Als Mose seine Hand über das Meer reckte, ließ es der HERR zurückweichen durch einen starken Ostwind.
2.Mose 14,21

Donnerstag, 29. März 2018

Gründonnerstag

1 Stunde Schnee geschippt. Dem Bambus zugeredet, er möge sich unter der nassen Last wieder aufrichten. Mit dem Nachbarn über Marder und Kinder gesprochen. Jetzt beginnt der Tag, wie immer mit konträren Kalenderblättern:
Das eine sagt: "Ist der Gründonnerstag weiß, wird der Sommer heiß."
Das andere sagt: "Liegt an Gründonnerstag Schnee, gefriert im Sommer der Tee!"
Der norddeutsche Volksmund verknüpft listig das eine mit dem andern: "Ist der Gründonnerstag weiß, wird der Sommer ein Sch..."

Mittwoch, 28. März 2018

ausgestrahlt

ausgestrahlt e.V. - www.ausgestrahlt.de - hat die Filmvorführung gestern organisiert und einen Büchertisch aufgebaut. Und Postkarten gedruckt, auf denen "schwarze Säcke" zu sehen sind auf deutschen Standorten. Solche Schwarze Säcke, die rund um die Reaktorruine in Fukushima zu Hunderttausenden (oder ich weiß nicht wieviel mehr) lagern. Gefüllt mit strahlendem Gut. Den 5 oder 7 oder 10 Zentimeter Naturerdboden, die fleißige Staatbeamte entfernen, ordentlich einpacken und ordentlich aufstapeln. Im Bemühen, ganze Landstriche zu dekontaminieren. Das Plastik der Säcke hält 5 Jahre (ganz zu schweigen von der Strahlendurchlässigkeit des Materials). Die sind seit der Katastrophe längst abgelaufen. Aktuelle Bilder zeigt der Film nicht. Die ganze Sache des "Abpackens" (ähnliches passiert/e mit dem verseuchten Kühlwasser - mittlerweile fließt es mehr oder weniger ungehindert in den Pazifik) dient in Japan nur - wie vieles andere - der gesellschaftlichen Beruhigung. Um nicht zu sagen: der Augenwischerei. Beschäftigungstherapie à la japonaise.
Ausgestrahlt erliegt einem fundamentalen Irrtum, wenn er - der Verein - annimmt, bei gleichem szenario (Super Gau!) würden in Deutschland oder Westeuropa die gleichen Mechanismen wie in Asien greifen. Niemand hier wird auch nur eine Sekunde an solchen Irrsinn glauben, geschweige denn ihn in ameisenhafter Unterwürfigkeit in die Tat umsetzen.
Unsere Zukunft ist bereits angebrochen. Ausgestrahlt.

Dienstag, 27. März 2018

Furusato

Heute im Kino Meldorf, 20 Uhr:
Fukushima Dokumentation: Furusato - Wunde Heimat

Warum leben Menschen in einer Gegend, von der sie wissen, dass von ihr eine unsichtbare tödliche Gefahr ausgeht? Dieser Frage spürt Thorsten Trimpop in seinem preisgekrönten Dokumentarfilm nach. Die Stadt Minamisoma im Distrikt Fukushima ist eine geteilte Stadt. Ein Teil liegt in der evakuierten 20-Kilometer-Sperrzone um den havarierten Reaktor, im übrigen Teil gilt die Stadt nach der Reaktorkatastrophe von 2011 trotz viel zu hoher Strahlenwerte weiterhin als bewohnbar. Dort leben noch immer knapp 57.000 Menschen. Warum? In Japan hat Heimat eine tiefe Bedeutung. Die Landschaft, in die man geboren wird, trägt der Mensch ein Leben lang in sich. Sie prägt ihn, sie ist ihm heilig: sie ist ein FURUSATO. So fühlen sich die verbliebenen Bewohner der Gegend um Fukushima verantwortlich - für ihre Heimat, die Aufrechterhaltung ihrer Traditionen, ihre Mitmenschen oder Tiere. Menschen wie der Aktivist Bansho, die junge Pferdezüchterin Miwa oder die ältere Frau Noda - sie alle bleiben in der Heimat, mit zum Teil bereits spürbaren Folgen für ihre Gesundheit. Wobei nicht alle von ihnen diese Entscheidung freiwillig treffen - Entschädigungszahlungen für ihre unbewohnbaren Häuser haben nur Wenige erhalten, Andere - wie die Familie von Miwa - haben keinerlei Hilfen bekommen. Sie können es sich schlicht nicht leisten zu gehen. Wie auch den Schulkindern, die im Chor "ich liebe Fukushima, ich gehe hier nicht weg" singen, bleibt ihnen keine andere Wahl, als in der verstrahlten Heimat zu bleiben. (Text: Verleih)

Trailer:
http://www.furusato-film.com/

Montag, 26. März 2018

Jonathan Leander

War ungeduldig und mochte nicht mehr länger warten. Erblickte gerade ein bisschen vorzeitig das Licht der Welt. Noch vor Ostern und vor dem Vollmond, aber nach der Zeitumstellung. Herzlich willkommen in Dithmarschen!

Meldorfer Mahnwache

Wann, wenn nicht jetzt?
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 25. März 2018

Samstag, 24. März 2018

Orgelkonzert

Die Ereignisse überstürzen sich. Zwei Meldungen haben mich diese Woche nachhaltig getroffen - Zeit für Musik! Für Passion! Für Palmwedel!

Orgelkonzert zur Passion
Orgelmusik aus Schweden, Frankreich, Ungarn, Italien und Deutschland von J. S. Bach, Franck, Messiaen, Kodály, Ulvedalen u.a.
Eintritt frei, um eine Spende für den Orgelbauverein wird gebeten

An der Kleukerorgel:
Kantor Sebastian Schwarze-Wunderlich


18 Uhr, St. Jürgen Kirche Heide

Freitag, 23. März 2018

Czarny piątek - Schwarzer Freitag

Heute 16 Uhr: Streik ALLER (nicht nur der Frauen, denn die Männer betrifft es ebenso) vor dem Sejm in Warschau gegen ein absolutes Abtreibungsverbot, wie es die rechtsnationale PiS auf Anraten der katholischen Kirche in Polen durchsetzen will.

Solidaritätskundgebungen auch in Berlin und anderswo rund um den Globus.

Donnerstag, 22. März 2018

Anna Bump

Anna Bump - wer war sie? Wir wissen es nicht. Aber sie muss so (einfluss)reich und/oder (handwerklich) begabt, gebildet gewesen sein, dass sie ihren dreieinhalb Meter langen Bildteppich signierte und mit dem Familienwappen versah.

Ausstellungseröffnung ANNA WEBT heute um 19 Uhr im Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf.

Ein Stück textile Zeitgeschichte kommt von Berlin und Jerusalem zurück nach Dithmarschen.
Der 3,50 Meter lange Wandteppich ist in Dithmarschen im Jahr 1667 zum 150. Jahrestag der Reformation fertiggestellt worden. Auf ihm sind 50 Szenen aus dem Leben Christi zu sehen. Der Wandteppich besteche durch "seine Detailliebe und hochwertige Handarbeit", sagt Museumsleiterin Dr. Jutta Müller. Bis heute beschäftige sich die Forschung mit seiner Herkunft.
Der Wandteppich befindet sich seit 1971 im Besitz des Museums für deutsche Volkskunde, dem heutigen Museum Europäischer Kulturen in Berlin. Zuvor hing er im Israel Museum in Jerusalem, wohin der Teppich 1955 durch eine Schenkung aus den USA gelangte.
Die Bildmotive sind vielfältig: Sie reichen von der Geburt Jesu bis zu seiner Wiederkehr als Weltenrichter. Bildzitate aus Luthers Bibel-Ausgabe von 1545 und Verweise auf Bibelstellen umrahmen in Hochdeutsch die Bilder. Außerdem sind darauf exotische Motive wie Elefant, Rhinozeros, Pflanzen und Fabelwesen zu entdecken, auf deren Geschichte die Ausstellung ebenfalls einen Blick wirft.

Der Titel der Ausstellung "Anna webt Reformation" verweist auf die in den Teppich eingewebte Signatur "Anna Bump" und ein Familienwappen. Anna Bump wurde 1644 in Kleve im nördlichen Dithmarschen geboren. Ob sie den Teppich tatsächlich webte, entwarf oder stiftete, ist nicht endgültig geklärt. Auch ob er für eine Kirche gefertigt wurde, an welchen Orten er im 19. Jahrhundert hing und warum er einst in drei Teile zerschnitten und wieder zusammengefügt wurde, ist bis heute ein Rätsel.
Auffallend sei das künstlerisch-handwerkliche Niveau, betont Museumsleiterin Dr. Jutta Müller. Es stelle die biblischen Geschichten und die Alltagswelt des 17. Jahrhunderts in vielen Facetten dar. "Er ist ein wertvolles Kunstwerk der nachreformatorischen Zeit, das international anerkannt ist", so Dr. Jutta Müller. Die handwerkliche Arbeit spiegele flämische Einflüsse wider, da viele Flamen, die wegen ihres protestantischen Glaubens fliehen mussten, in Norddeutschland eine neue Heimat fanden und als Weber über das Land zogen.
Ergänzt wird die Meldorfer Ausstellung durch zeitgenössische Objekte aus dem Kircheninventar der Region, Textilien, Möbel mit Schnitzereien christlicher Motive und verschiedene Objekte der Alltagkultur. Sie gewährt Einblick in die bäuerliche Welt Dithmarschens in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Mittwoch, 21. März 2018

Subtyp H5N6

Frühling und Welttag der Poesie.
Ich habe noch nie Gedichte geschrieben, obwohl immer wieder Leser den lyrischen Charakter meiner Prosa betonen. Heute ist mir so unlyrisch zumute wie noch nie. Auf Süderoog wurde die Geflügelpest Subtyp H5N6 festgestellt, alle Hühner, Enten, Gänse, die ich im November und Dezember dort täglich zweimal fütterte und dabei ihr Sozialverhalten studierte (oh, wie waren die Schwarzen Enten doch gefrässig und gierig!), sollen nun gekeult werden ... 
Ich zitiere, was Nele und Holger auf fb schreiben:
"Schwarze Tage für unsere Arche-Hallig.
Bei unserem vom Aussterben bedrohten Geflügelrassen wurde das H5 Virus (Vogelgrippe) nachgewiesen. Wie uns der Kreistierarzt telefonisch mitteilte, werden nun alle unsere auf der Roten Liste stehenden, gefiederten Tiere getötet werden müssen. Zu diesen gehören unsere Ramelsloher Hühner gelber Farbschlag (extrem gefährdet), unsere Aylesburyenten (extrem gefährdet), unsere Pommernenten blauer und schwarzer Farbschlag (gefährdet), unsere Pommerngänse (unter Beobachtung) und unsere Bronzeputen (stark gefährdet).
Momentan sind wir ziemlich fertig und wissen gar nicht so recht, wie uns geschieht. Für uns ist es nicht nur einfach ein ersetzbarer Tierbestand. Die Erhaltungszucht mit den alten Geflügelrassen war angetrieben von der Überzeugung, etwas Gutes zu tun. Ein kleines Gegengewicht zur heutigen leider weitverbreiteten Massentierhaltung. Zudem sind auch Tiere mit Charakter dabei. Enten, Gänse, Puten und Hühner, mit denen wir hier auf der kleinen Warft in der Nordsee so nah zusammenleben und schon so manche Sturmflut durchgestanden haben und die hier von uns bis zum bitteren Ende ihr Gnadenbrot bekommen hätten. Dass dieses Ende nun so schnell und so bitter kommen soll . . . zieht uns einfach den Boden unter den Füßen weg. ..."
 der Facebookseite der Hallig Süderoog heißt es in einem Post zum Thema: „Wie uns der Kreistierarzt telefonisch mitteilte, werden nun alle unsere auf der Roten Liste stehenden, gefiederten Tiere getötet werden müssen. (…)Die Erhaltungszucht mit den alten Geflügelrassen war angetrieben von der Überzeugung, etwas Gutes zu tun. Ein kleines Gegengewicht zur heutigen leider weitverbreiteten Massentierhaltung. (…) Ohne unser Geflügel werden wir die Kriterien eines Arche-Hofes nicht mehr erfüllen können. (…) Momentan sind wir ziemlich fertig und wissen gar nicht so recht, wie uns geschieht. (…) Zum Abschied unserer tollen Tiere, wollen wir sie Euch noch einmal in Momenten zeigen, in denen sie ein glückliches, freies und artgerechtes Leben auf der kleinen Hallig im nordfriesischen Wattenmeer leben durften. Macht's gut, ihr gefiederten Freunde.“ – Quelle: https://www.shz.de/19394166 ©2018
Auf der Facebookseite der Hallig Süderoog heißt es in einem Post zum Thema: „Wie uns der Kreistierarzt telefonisch mitteilte, werden nun alle unsere auf der Roten Liste stehenden, gefiederten Tiere getötet werden müssen. (…)Die Erhaltungszucht mit den alten Geflügelrassen war angetrieben von der Überzeugung, etwas Gutes zu tun. Ein kleines Gegengewicht zur heutigen leider weitverbreiteten Massentierhaltung. (…) Ohne unser Geflügel werden wir die Kriterien eines Arche-Hofes nicht mehr erfüllen können. (…) Momentan sind wir ziemlich fertig und wissen gar nicht so recht, wie uns geschieht. (…) Zum Abschied unserer tollen Tiere, wollen wir sie Euch noch einmal in Momenten zeigen, in denen sie ein glückliches, freies und artgerechtes Leben auf der kleinen Hallig im nordfriesischen Wattenmeer leben durften. Macht's gut, ihr gefiederten Freunde.“ – Quelle: https://www.shz.de/19394166 ©2018
Auf der Facebookseite der Hallig Süderoog heißt es in einem Post zum Thema: „Wie uns der Kreistierarzt telefonisch mitteilte, werden nun alle unsere auf der Roten Liste stehenden, gefiederten Tiere getötet werden müssen. (…)Die Erhaltungszucht mit den alten Geflügelrassen war angetrieben von der Überzeugung, etwas Gutes zu tun. Ein kleines Gegengewicht zur heutigen leider weitverbreiteten Massentierhaltung. (…) Ohne unser Geflügel werden wir die Kriterien eines Arche-Hofes nicht mehr erfüllen können. (…) Momentan sind wir ziemlich fertig und wissen gar nicht so recht, wie uns geschieht. (…) Zum Abschied unserer tollen Tiere, wollen wir sie Euch noch einmal in Momenten zeigen, in denen sie ein glückliches, freies und artgerechtes Leben auf der kleinen Hallig im nordfriesischen Wattenmeer leben durften. Macht's gut, ihr gefiederten Freunde.“ – Quelle: https://www.shz.de/19394166 ©2018

https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/gefluegelpest-subtyp-h5n6-erstmals-in-schleswig-holstein-nachgewiesen-id19394166.html

Auf der Facebookseite der Hallig Süderoog heißt es in einem Post zum Thema: „Wie uns der Kreistierarzt telefonisch mitteilte, werden nun alle unsere auf der Roten Liste stehenden, gefiederten Tiere getötet werden müssen. (…)Die Erhaltungszucht mit den alten Geflügelrassen war angetrieben von der Überzeugung, etwas Gutes zu tun. Ein kleines Gegengewicht zur heutigen leider weitverbreiteten Massentierhaltung. (…) Ohne unser Geflügel werden wir die Kriterien eines Arche-Hofes nicht mehr erfüllen können. (…) Momentan sind wir ziemlich fertig und wissen gar nicht so recht, wie uns geschieht. (…) Zum Abschied unserer tollen Tiere, wollen wir sie Euch noch einmal in Momenten zeigen, in denen sie ein glückliches, freies und artgerechtes Leben auf der kleinen Hallig im nordfriesischen Wattenmeer leben durften. Macht's gut, ihr gefiederten Freunde.“ – Quelle: https://www.shz.de/19394166 ©2018
Auf der Facebookseite der Hallig Süderoog heißt es in einem Post zum Thema: „Wie uns der Kreistierarzt telefonisch mitteilte, werden nun alle unsere auf der Roten Liste stehenden, gefiederten Tiere getötet werden müssen. (…)Die Erhaltungszucht mit den alten Geflügelrassen war angetrieben von der Überzeugung, etwas Gutes zu tun. Ein kleines Gegengewicht zur heutigen leider weitverbreiteten Massentierhaltung. (…) Ohne unser Geflügel werden wir die Kriterien eines Arche-Hofes nicht mehr erfüllen können. (…) Momentan sind wir ziemlich fertig und wissen gar nicht so recht, wie uns geschieht. (…) Zum Abschied unserer tollen Tiere, wollen wir sie Euch noch einmal in Momenten zeigen, in denen sie ein glückliches, freies und artgerechtes Leben auf der kleinen Hallig im nordfriesischen Wattenmeer leben durften. Macht's gut, ihr gefiederten Freunde.“ – Quelle: https://www.shz.de/19394166 ©2018vvv

Dienstag, 20. März 2018

Frühling

Die Sonne geht nun ziemlich exakt im Osten auf. Ich sehe sie erst, wenn sie über die Dächer der Nachbarhäuser steigt. H. erzählte, sie habe sich als Kind vorgestellt, wie es wäre, wenn sie einen Keil in die Landschaft schlüge, um die Sonne am Horizont aufgehen zu sehen... Irgendwann habe sie erkannt, dass sie viele Keile schlagen müsste, in den ersten Hügel hinter dem Haus, in den nächsten Hügel hinter dem ersten Hügel, den Berg hinter den beiden Hügeln, die vielen Berge hinter dem Berg hinter den Hügeln... und dass es ihr nie gelänge, die Sonne am über den Horizont steigen zu sehen.

Montag, 19. März 2018

Meldorfer Mahnwache

Wann, wenn nicht jetzt?
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg