Montag, 31. Dezember 2018

Das Ende

Vom Jahr. Ich muss mich um meinen verängstigten Kater kümmern. Ich weiß, dass er alles versteht, was ich ihm erzähle. Trotzdem versteht er nicht, was draußen seit Stunden vor sich geht. Er getraut sich nicht mehr auf seine gewohnten Streifzüge. Ich rede ihm zu, heute nacht drinnen zu bleiben und ausnahmsweise sein elegantes Katzenklo im Haus zu benützen, ausgelegt mit Ökologischem Klumpstreu aus 100% nachwachsenden Pflanzenfasern. Und um Mitternacht mit mir zu meditieren. Abzuwarten. Gelassenheit zu üben. Alles geht vorbei.

Sonntag, 30. Dezember 2018

Unerwartet 3

Kommt am letzten Sonntag des Jahres die Antwort auf meine wichtigste Frage, die mir, seit ich am Wattenmeer lebe, bis eben niemand beantworten konnte:
Warum laufen die Tiden nicht regelmäßig durch alle Tage eines Monats, durch alle Tage eines Sommers, eines Jahres? Warum gibt es immer wieder Tage, an denen beispielsweise das Vormittags-HW, im Vergleich zum Vortag, um viel mehr als eine Stunde später kommt, dann wieder nur eine gute halbe Stunde.
Die locals scheint das überhaupt nicht zu kümmern - weder hier an der Meldorfer Bucht noch ein ganzes Jahr lang auf Hooge. Ich habe immer rundum alle gelöchert mit dieser Frage. Die Hooger zuckten mit den Schultern und sahen mich verächtlich an, im Sinne von: Was hast Du hier zu suchen? Zu fragen? Was geht Dich unser Leben an?
Eine in Büsum aufgewachsene Chorkollegin hingegen behauptet allen Ernstes, das Hochwasser würde sich von Tag zu Tag um 20 Minuten verschieben. Jedenfalls sei das in ihrer Kindheit so gewesen.
Die Antwort kommt per mail mit Anhang aus Butjadingen, eine pdf-Datei mit 5 Seiten, Tabellen, Berechnungen, Pfeilen und bunten Illustrationen. Die ich hier nicht in einem Satz zusammenfassen kann. So viel sei verraten: die Gezeiten werden nicht nur vom Mond, sondern auch von der Sonne beeinflusst.

Samstag, 29. Dezember 2018

Unerwartet 2

Post im Briefkasten. Am letzten Samstag des Jahres. Vom Ohrenbär - bzw der Mikado-Redaktion des NDR. Ich habe das Ohrenbär-Adventskalenderrätsel nicht nur richtig gelöst, sondern wurde unter den zigtausenden Ü-07 oder E-Einsendern ausgewählt. Herausfinden musste Klein und Groß an 23 Adventsabenden, was der Ohrenbär in seinem vorweihnachtlichen Backeifer in seiner Ohrenbärbackstube hinterlässt, nämlich: PUDERZUCKER AN DEN TAPETEN.
Ich hatte mich in meinen Begleitworten erstens darüber gewundert, dass die Ohrenbärbackstube tapeziert ist - und zweitens daraus den logischen Schluss gezogen, dass der Ohrenbär seine Wände nur mit einer goldgelben und honigsüßen Honigtopfmustertapete bekleben kann. Und darauf ist das mit dem Puderzucker überhaupt nicht schlimm.
Im Briefkasten steckt also heute schon der Preis - bevor die Preisträger morgen im Radio bekannt gegeben werden. Das Buch "Die kleinen Wilden lassen nicht locker" zum Vor- oder Selberlesen vor dem Einschlafen. Vielen Dank!

Freitag, 28. Dezember 2018

Unerwartet

Spaziergang am Deich. Alles ist grau in grau. Schwacher Wind aus Nordwest. Trägt das Brummen eines Schiffes herüber, von Büsum über die Meldorfer Buch. Zu sehen ist nichts. Hungrige Seevögel, nicht abgereiste Gänse und überwinternde Austernfischer stochern am Rand des auflaufenden Wassers. 

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Kein Grund

zur Besorgnis. Ein bisschen Schnupfen und Halsweh. Alle sind erkältet, heißt es, aber das ist ein schwacher Trost. Nieselregen, viel zu warm. Es ist noch stockdunkel!

Mittwoch, 26. Dezember 2018

Kein Licht

Den ganzen Tag nicht. Ich bleibe zu Hause. Der Kater auch. An der Küste Seenebel. Wieder latschen Urlauber in SPO raus ins Watt, weil Hunde und Menschen sich mal bewegen müssen nach der ganzen Völlerei, und werden mitten am Tag vom auflaufenden Wasser, vom Nebel und ihrer eigenen Dummheit überrascht. 15 Einsatzkräfte + 5 Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr sowie Aktive der DLRG mit zwei Wagen und Rettungsbooten beteiligen sich an der Rettung. Frohe Weihnachten!
Die Feuerwehr rückte mit 15 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen und Luftkissenboot von der Wache Heedweg zu ihrem 96. Einsatz in diesem Jahr aus. Die Aktiven der DRLG fuhren mit zwei Wagen und Rettungsbooten raus zur Sandbank. – Quelle: https://www.shz.de/22075242 ©2018

Die Feuerwehr rückte mit 15 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen und Luftkissenboot von der Wache Heedweg zu ihrem 96. Einsatz in diesem Jahr aus. Die Aktiven der DRLG fuhren mit zwei Wagen und Rettungsbooten raus zur Sandbank. – Quelle: https://www.shz.de/22075242 ©2018

Die Feuerwehr rückte mit 15 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen und Luftkissenboot von der Wache Heedweg zu ihrem 96. Einsatz in diesem Jahr aus. Die Aktiven der DRLG fuhren mit zwei Wagen und Rettungsbooten raus zur Sandbank. – Quelle: https://www.shz.de/22075242 ©2018


Die Feuerwehr rückte mit 15 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen und Luftkissenboot von der Wache Heedweg zu ihrem 96. Einsatz in diesem Jahr aus. Die Aktiven der DRLG fuhren mit zwei Wagen und Rettungsbooten raus zur Sandbank. – Quelle: https://www.shz.de/22075242 ©2018
Die Feuerwehr rückte mit 15 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen und Luftkissenboot von der Wache Heedweg zu ihrem 96. Einsatz in diesem Jahr aus. Die Aktiven der DRLG fuhren mit zwei Wagen und Rettungsbooten raus zur Sandbank. – Quelle: https://www.shz.de/22075242 ©2018

Montag, 24. Dezember 2018

Weihnachtseinkauf

Ich bin selbstgenügsam. Aber gestern Abend ist die Glühbirne in der Sauna geplatzt. Wahrscheinlich hat die Elektronik der LED-Lampe bei der Hitze aufgegeben. Die sollte ja ewig halten! Nun zwingt sie mich an Heiligabend einkaufen zu gehen. Und höre, dass die traditionellen Birnen besser waren aber verboten sind. Lagerbestände dürfen noch abverkauft werden. "Leider haben wir zu wenig", bedauert der Verkäufer. Für die Ewigkeit. Draußen Sonne pur. Ich fahre glücklich nach Hause.

Sonntag, 23. Dezember 2018

Rasputin

hat seine Bescherung bereits. Ein Geschenk von den Lieblings-Nachbarn, bei denen er, je nach Witterung, stundenlang im Strandkorb haust. Ein "Katzen-Intelligenzspielzeug" - aber entweder ist mein betagter Kater zu dumm oder zu faul. Das "spannende Geschicklichkeitsspiel zum Aufspüren von Leckerlis" interessiert ihn absolut nicht. Er hat sich daran gewöhnt, dass er die Leckerlis aus meiner Hand gereicht bekommt! Und ich habe ihn daran gewöhnt, damit er sich in seinem hohen Alter an seine neue Herrin gewöhnt.

Samstag, 22. Dezember 2018

Vorweihnachtskonzert

Sobald das Konzert zu Ende ist, wird der letzte Vollmond des Jahres voll.

St.-Jürgen-Kirche - Heide, 17 Uhr:
Konzert mit der Heider Kantorei, dem Seniorenchor „Senioretti“, sowie dem Heider Posaunenchor und dem Streichorchester „Rogerius-Ensemble“. 
Solistisch treten Svenja Liebrecht (Sopran), Lasse Fankhänel und Constantin Ribbentrop (Trompete), Joerg Neubert und seine Tochter Pauline (Violine) auf. 
Auf dem Programm stehen Werke von Dietrich Buxtehude (die Adventskantate „Ihr lieben Christen, freut euch nun“), von Giuseppe Torelli (Concerto für zwei Trompeten) und ein weihnachtliches Concerto grosso von Arcangelo Corelli. Die Chöre singen adventliche Lieder, und der Posaunenchor begleitet die Gemeinde mit bekannten Chorälen aus der vorweihnachtlichen Zeit. 
Die Gesamtleitung hat Interims-Kantor und Kirchenmusikdirektor Paul Nancekievill. 
Eintritt frei, um eine Spende für die Kirchenmusik wird freundlich gebeten.

Freitag, 21. Dezember 2018

Winteranfang

Der kürzeste Tag des Jahres. Heute soll man sich von allem Negativen trennen, was man nicht in die bald beginnenden Raunächte und ins Neue Jahr hineintragen will. Am besten, indem man es altmodisch verschriftlicht, dh per Hand zu Papier bringt, das man anschließend rituell dem Kosmos übergibt, sprich mit einem Streichholz an einem sicheren Ort entzündet und kontrolliert, beobachtet abbrennen lässt.
Ich weiß nicht, wie zukünftige (auch gegenwärtige!) Generationen dies bewerkstelligen, die weder einen Stift in der Hand halten, noch selbstständig Buchstaben zu Wörtern verbinden geschweige denn eine eigene Reflexion (= Gedanke) formulieren können. Vom Schreibpapier ganz zu schweigen, das in naher Zukunft bestimmt abgeschafft wird.
Per Whatsapp oder Twitter sich vom Ballast der Zeit befreien? Na dann, Glückauf!

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Bombendrohungen

In Heide. Sie ging um 11 Uhr ein. Die halbe Innenstadt, die Marktpassage, der Marktplatz, der Weihnachtsmarkt wird geräumt. Der Bereich großzügig abgesperrt. Sprengstoffhunde sind im Einsatz, Dutzende von Beamten, Gebäude werden durchsucht. Ab 14 Uhr sind der Weihnachtsmarkt und die Fußgängerzone wieder freigegeben. Die Entwarnung für die Marktpassage kommt aber erst am Abend von der Polizei:
"Nach sorgfältiger Durchsuchung der Marktpassage unter Zuhilfenahme von Sprengstoffspürhunden und technischem Gerät, sowie der eingehenden Untersuchung von auch nur ansatzweise auffälligen Gegenständen, wurde um 18:30 Uhr Entwarnung gegeben. Alle Sperrungen sind wieder aufgehoben. Wir bedanken uns ganz herzlich bei den eingesetzten Einsatzkräften und Euch für Eure Unterstützung und Verständnis für die getroffenen Maßnahmen. Die Ermittlungen gegen den noch unbekannten Verfasser der Bombendrohung dauern an."
Später am Bahnhof St. Michaelisdonn. Der Bahnverkehr wird eingestellt. Schön für die Pendler, die wieder einmal bis Mitternacht irgendwo auf der Strecke stehen. Die Polizei, wieder mit Spürhunden, findet nur Spuren "von alten Böllern".

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Kontrolle

Kontrolle ist besser als ...? Wir fahren nochmals zusammen zur Tierärztin. Der Kater ist kooperativ. Meckert nur beim Einsteigen in den Transportrucksack. Weil er die Medikamente konsequent verweigert hatte, muss er nochmals eine Spritze bekommen. Wieder zu Hause verzieht er sich in seine ruhigste Ecke und schläft sofort ein.

Montag, 17. Dezember 2018

Mahnwache

Am Morgen (über Nacht gefallen) Schnee. Das erste Schneefegen!
Am Abend 18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 16. Dezember 2018

Weihnachtskonzert

Das erste unter der Leitung von Anne Michael. Mit Domchor. Und wunderbar jungen Solistinnen und Solisten. Sinfoniette Lübeck:
  • César Franck - Psalm 50
  • Felix Mendelssohn Bartholdy, Ouvertüre aus "Paulus" (Orgelbearbeitung)
  • Benjamin Britten - A Hymn to the Virgin
  • Gabriel Fauré - Pélleas et Mélisande (Orgelbearbeitung)
  • Camille Saint-Saens - Oratorio de Noel

17 Uhr, Meldorfer Dom
Restkarten an der Abendkasse

Samstag, 15. Dezember 2018

Generalprobe

Im kalten Dom. Wie immer. Merken wir erst bei der Generalprobe, was wir da eigentlich tun. Ich muss mich ein paarmal innerlich festhalten, um nicht vom Podest zu kippen. So ergreifend ist das plötzlich. Es ist Aufgabe der Sängerinnen und Sänger, sich nicht von der Musik hin und wegreißen zu lassen.

Freitag, 14. Dezember 2018

Monkey Day

Affentag - Ehrentag für Gorillas, Schimpansen, Orang-Utans und alle anderen kleinen und großen Affen. Man kann sie im Zoo besuchen oder sich selbst in ein Affenkostüm kleiden und Zooinsasse spielen. Sich begaffen lassen! Den ganzen Tag Blätter, Knollen, Nüsse und andere Pflanzenteile knabbern. Gestikulieren. In Bäumen rumhängen. Und so weiter. Affenartiges tun.

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Jahrestag

Es kommen nur noch matte Witze zum 37. Jahrestag der Erklärung des Kriegsrecht durch General Jaruzelski in Polen. Einerseits weil der Zahl 37 jegliche Magie fehlt. Andererseits weil die aktuelle polnische Politik erfolgreich das Rad der Zeit zurückdreht. Viele mögen sich heut früh vor dem Spiegel ungläubig die Augen reiben, steht uns der 13.12.1981 erst bevor oder ist er schon vorbei?

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Tag des Bergsteigers

Mein Kater muss zum Arzt, dazu muss er in den Transportrucksack steigen, was er nicht gerne tut. Dann muss er auf meinem Rücken einen Berg erklimmen, was ihm bestimmt Unbehagen bereitet. Mitten im Feierabend- und Schulschlussverkehr. Er ist ganz tapfer und steigt nach der Untersuchung freiwillig und blitzschnell wieder ein. Das ist das Gute an der Sache.

Dienstag, 11. Dezember 2018

Tag der Berge

Heute ist internationaler Tag der Berge. Ich trage sie ab. Kontinuierlich. Vor meinem inneren und äußeren Auge. In meinem Kopf. In meinem Bauch. In meinem Beinen. Füßen. Waden. Und so weiter.
Ich nutzte die Sonne am Mittag und trug den Thermokompostberg ab. Schichtete ihn um und setzte sein Gehäuse an einen anderen Rand des Gartens. Dabei - oh Wunder - ist ein lange vermisster Gegenstand aus Gummi wieder aufgetaucht. Der Stöpsel meiner Spüle! Unverrottbar. So hat das Abtragen von Bergen einen Sinn. Es kommt Verborgenes zum Vorschein. Verborgen ist das Partizip II zu verbergen. Verbergen bedeutet das Gegenteil von bergen. Und wie verhält es sich mit den Bergen, mit dem Berg im Dativ Plural?

Montag, 10. Dezember 2018

Mahnwache

Am Vormittag Sturm, Regen, Sonne - ein Regenbogen überspannt ganz Meldorf! 
Am Abend 18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 9. Dezember 2018

Der letzte Schnee

Zweiter Advent. Der Meldorfer Schneespass (Rodelbahn auf dem Rathausplatz) war in diesem Jahr schnell vorbei. Der Schnee konnte nicht gehalten werden. Floss dahin wie ein Bergbach. Zu viel Regen. Zu warm.
Meine neuen Lieblingsvögel aber, die kleinen gefiederten Viecher auf dem Schilt und am Eigergletscher suchen gezielt Nahrung für die geschlüpften Jungen auf den letzten Schneeflächen. Denn sie wissen, dass viele Insekten, vom Sonnenschein am Mittag verleitet und vom Wind verdriftet, dort landen und einen langsamen Kältetod sterben. Oder dass am Schmelzrand Schnakenlarven und Laufkäferlarven zuhauf überwintern. Die picken sie mit nachtwandlerischer Sicherheit heraus!

Samstag, 8. Dezember 2018

Schneesperling

Ein Viertel der in Europa vorkommenden Schneesperlinge leben im Glarnerland. Die lieben tatsächlich das Hochgebirge, gelten als Charaktervogel über 2000 Metern. Sind eigentlich standorttreu, aber durch zunehmenden Wintertourismus haben sie sich zum Kulturfolger entwickelt und suchen in der kalten Jahreszeit die Nähe des Menschen (seine Kuchenkrümel auf der Sonnenterasse der Bergrestaurants). Was mich aber viel mehr überzeugt, ist seine Brutleistung.
Der Schneesperling erbrütet seinen Nachwuchs in den Felsspalten und Höhlen auf dem Schwarzstöckli, am Vorderglärnisch oder Gamsstock, auf dem Panixerpass oder am Muttsee bei einer Bebrütungstemperatur von höchstens 30°. Alle andern Vögel der Schöpfung brauchen dazu 5° mehr. Man kann also auch bei unterkühlten Temperaturen groß werden.

Freitag, 7. Dezember 2018

Das Warten auf ...

... das Buch hat ein Ende!
"Auf Hooge gibt es keine Nüsse, außer ..." ... Ihr lest hier weiter.

Mit Dank an Yoko Hata für das Cover und die Illustrationen inside.

Und mit Dank an den Verleger, der einmal mehr ein haptisches Kleinod herausgebracht hat, fast handgemacht, in Halbleinen gebunden, Fadengenäht, mit Lesebändchen - und dies selbstverständlich NICHT in Plastikfolie eingeschweißt ausliefert!

In Meldorf bekommt Ihr das Buch im Peter Panter Buchladen.

Alle Auswärtigen bestellen am besten direkt beim Verlag und bekommen es garantiert noch vor Weihnachten: http://www.achter-verlag.de/

Versandkostenfrei innerhalb Deutschlands!

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Warten auf ... das Konzert

Die letzte Probe vor der Generalprobe. Hier zum Einstimmen ein Vorgeschmack - von Voces8 - 2 Sängerinnen und 6 Sänger - wir singen das zu mindestens 60 + Solisten, die den Part des zweiten Chors übernehmen:

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Warten auf ... Weihnachten

Heute 20 Uhr im Traumausstatter (der nichts mit Hochzeiten zu tun hat!):
Maruan Paschen liest aus seinem Roman "Weihnachten" - ein vergnüglicher autofiktionaler Text! Der Erzähler erzählt seinem Therapeuten, wie alljährlich die Weihnachtsfeierlichkeiten mit Mutter und vier Onkeln beim Fondueessen an einem See im Norden Deutschlands stattfinden. Sprachlich sehr originell!  

Dienstag, 4. Dezember 2018

Barbórka

Barbaratag - Tag der Bergleute. Passt zu COP24 in Katowice, wo der polnische Präsident zur Eröffnung polnisch verkündete, die polnische Kohle würde die Umwelt nicht belasten sondern Polen die polnische Unabhängigkeit sichern und noch für die nächsten 200 polnischen Jahre reichen ... Gute Nacht!

Montag, 3. Dezember 2018

Mahnwache

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 2. Dezember 2018

Advent

Regen, 12 Grad plus im Schatten. Der Kater spürt den Frühling - falls das bei einem kastrierten Tier seines Alters überhaupt möglich ist. Andauernd muss er raus, rein, raus, rein. Die Unruhe in Person! Nicht einmal das Schmuddelwetter hält ihn von seinen Streifzügen ab, oder er liegt stundenlang höchstzufrieden auf der Fußmatte draußen vor der Tür. Immerhin im Trockenen. Und beobachtet den Regen. Den Wind. Die spärlichen Blätter, die sich noch irgendwo in der Luft bewegen. Wartet. Rennt zwischendurch zur Kastanie und versucht hochzukommen. Jeden Tag einen Klimmzug weiter. Eine Dame ist weit und breit nicht zu sehen. Aber das Winterfell scheint er schon wieder zu verlieren, mein gelenkiger Greis, eh der Winter da ist. Ich versteh die Welt nicht mehr.  

Samstag, 1. Dezember 2018

Mumpitz

Der Duden sagt, das Wort sei "im Berliner Börsenjargon" in der Mitte des vor-vorigen Jahrhunderts aus "Mummelputz" (= vermummtes Gespenst) entstanden. Im Sinne von erschreckenden Gerüchten oder lügnerischem Gerede.
Ich kenne das Wort aus meiner Schweizer Kindheit in einer legèreren, sogar augenzwinkenderen Bedeutung.
Der Duden sagt weiter "Mummelputz" sei aus "Butz" oder "Butzemann" (= Gespenst oder Vogelscheuche) entstanden.
Auch den Butzemann kenne ich in einem ganz anderen Kontext.
Vielleicht bin ich einfach hier nicht ganz richtig?

Freitag, 30. November 2018

Hooger Nüsse

Die "Hooger Nüsse" sind heute aus der Druckerei gekommen. Nun müssen sie noch den Weg zu mir und in die Buchhandlungen finden.

Judith Arlt. Hooger Nüsse.
Illustrationen: Yoko Hata. Achter Verlag, ISBN 978-3-948 028-00-8 - 16 €


Rückseitentext: "Eine Hallig ist eine Marschinsel. Nicht oder nur wenig geschützt, wird sie bei Sturmflut überschwemmt. Dann ist Landunter – im wahrsten Sinne des Wortes. Hooge ist die zweitgrößte der zehn Halligen im Nordfriesischen Wattenmeer und als einzige von einem Steindeich umgeben. Alle 100 Meter haben die Deicharbeiter eine Nummer in den Stein gemeißelt, 110 insgesamt.
Diesem Rhythmus folgt die Erzählerin und Protagonistin. Sie ist von Beruf Aerokartografin und hat ihre Dunkelkammer im Taunus für unbestimmte Zeit verlassen. Ihr geschultes Auge sieht die Landschaft, die Menschen und ihre Beziehungen als geometrisches Muster im Auf und Ab der Tide. Als die Zeitläufte auch noch eine afghanische Familie nach Hooge bringen, prallen mehrere Welten aufeinander – im Kopf und in der Wirklichkeit. Menschen aus den Bergen und der Wüste treffen auf das Wasser und die Hooger.

Ein außergewöhnlicher Text – streng strukturiert in einzelnen literarischen Schritten. Jede der 110 Textseiten besteht aus 100 Wörtern, jedes Wort entspricht genau einem Meter auf der Deichlinie rund um die Hallig Hooge." 

Donnerstag, 29. November 2018

Regnerisch

Heute wird es gefühlt eine Stunde später hell als gestern. Der Kater turnte seit 4 Uhr auf dem Fensterbrett herum, nachdem es ihm anders nicht gelungen war, mich aus dem Bett und an seinen Futternapf zu treiben. Ihn irritierte offenbar das Klatschen des Regens an die Scheibe hinter der Jalousie. Er jagte imaginären Viechern nach. Alles ist gut, was ihn in Form und auf Trab hält. Obwohl er viel mehr frisst, als zu Beginn, und viel runder aussieht, als im Sommer, hat er nicht zugenommen. Alles nur Luft und Fell? Einmal im Vierteljahr stelle ich mich mit ihm auf die Waage. Das akzeptiert er ohne Stress und Panik. Zusammen wiegen wir heute bei Tagesanbruch 61,9 Kilogramm.

Mittwoch, 28. November 2018

Frostig

Es ist kalt. Der Brand am Himmel im Osten vor meinem Schreibtisch verspricht einen herrlichen Tag. Den letzten mit etwas Licht bis Weihnachten?

Dienstag, 27. November 2018

Eiderente

Der Verein Jordsand e.V. hat die Eiderente zum "Seevogel des Jahres 2019" ernannt. Der Brutbestand sei in den letzten 27 Jahren um 40 % zurückgegangen, wird berichtet, immer weniger Eiderenten überwinterten im Wattenmeer und an der Ostsee.
Aber auf der Insel Greifswalder Oie bei Rügen ist die Zahl der brütenden Weibchen in den letzten zehn Jahren von 0 auf 36 gestiegen - ein Erfolg des Naturschutzes,wie die Sprecherin des Vereins Jordsand betont.
Auf Hooge, das habe ich mit eigenen Augen gesehen, betätigen sich einige Halligfrauen als Nesträuberinnen. Auch Eiderenten sind Bodenbrüter, deshalb eigenen sich auch ihre Nester zum Plündern durch Frauen, wo keine Füchse leben. Für einen schnöden, aber besonders gelben Sandkuchen! 

Montag, 26. November 2018

Mahnwache

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 25. November 2018

Hornlose Rinder

Die Hornlosigkeit der Rinder in der Schweiz wird nicht abgeschafft. Die Hornochsigkeit der SVP hat einmal mehr nicht gesiegt. Aber: die Schweizer Macher kommen wieder. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll am heutigen Volkstrauertag!
https://www.nzz.ch/schweiz/selbstbestimmung-sozialdetektive-kuhhoerner-die-abstimmung-live-ld.1437668

Samstag, 24. November 2018

Gymnastik

Ich habe meinem Kater eine Kratzkugel gekauft. Eine Kugel, mit Schnur umgarnt, auf einem Holzteller befestigt. Einigermaßen ästhetisch, jedenfalls nicht so hässlich wie viele Kratzbäume. Bäume hat er im Garten! Drin wetzt er seine Krallen mit Vorliebe auf meinem besten Perser. Jetzt, wo das Wetter nicht mehr so oft zu langen Spaziergängen einlädt. Er folgt mir prompt, wie ein Hündchen, als ich den Müll rausbringe. Klettert den Bambuszaun im rechten Winkel senkrecht hoch und macht mir vor, wo er, der greise Mitbewohner, seine Krallen draußen üblicherweise wetzt. Auf der morschen Pergola, an den windschiefen Querbalken, in schwindelerregender Höhe.

Freitag, 23. November 2018

Der schwarze Freitag

Um 06:39 war der Mond voll. Um 09:50 fahre ich zur Marktandacht uind komme wie immer zu spät. Ich will auch nur 5 Minuten Bach hören am Schluss. Oder sonstwas von der Orgel. Dann rede ich 7 Minuten vor dem Dom, lasse mir die Haare etwas schneiden, nicht zuviel, denn der Winter steht vor der Tür und kehre nach Hause zurück. Auch die Meldorfer Kaufleute laden heute zum blackfridayshopping ein. Mein Haus ist aber schon voll

Donnerstag, 22. November 2018

Die punktierte Note

Am Morgen schneit es etwa zehn Minuten lang. So dicke Flocken fallen vom Himmel, dass mein Kater sie interessiert beobachtet vom Fensterbrett vor meinem Schreibtisch aus. Sie fallen ohne zu stolpern. Auf fb fängt sofort ein lautes Lamentieren an. Dabei ist der Spuk sofort wieder zu Ende.
Am Abend proben wir für unser Weihnachtskonzert. Die neue Dirigentin ist fassungslos, weil der Sopran immer noch die punktierte Note singt, wo noch nie eine punktierte Note in der Partitur stand. Sie folgen einfach der Schwerkraft, der Gewohnheit, die ganze Schar. Die Männer patzen an anderen Stellen, keine Sorge! Wenn ich das noch einmal höre, droht die energische Dame, die sich irgendwann, wie alle in ihrer Situation und Position, nicht mehr anders zu helfen weiß, sage ich das Konzert ab!
Das hat unser Heider Lieblingsdirigent auch immer mal wieder gesagt. Immer wird kippt irgendwann kurz vor dem Konzert die Stimmung. Reißt die Geduld, oder auch nur ein Faden davon. Das liegt in der Natur der Sache. Die Leute sind hoffnungslos einfältig. Disziplinlos. Quatschen andauernd. Das berühmte "Hintergrundgemurmel". Niemand kann mal ein paar Minuten stillsitzen. Immer kommen Leute zu spät oder finden ihre Noten nicht mehr.
Bisher hat aber noch jedes Konzert stattgefunden.

Mittwoch, 21. November 2018

Regenrinne

Ja. Irgendwann ist auch die Regenrinne wieder an der Reihe. Es ist arschkalt und der Nachbar hilft mir. Beim Laubfegen hat mir in diesem Herbst der Wind geholfen. Er hat meine Blätter immer wieder fürsorglich in die Gärten der Nachbarn gepustet. Am Nachmittag wird es wärmer und ich putze vor lauter Übermut auch noch die Fenster. Da knallen wieder ständig Vögel rein und die Scheiben kriegen ihr Fett ab. Mein Kater hat das Fliegengitter angeknabbert. Wollte sich wahrscheinlich daran hochhangeln. Damit muss ich jetzt leben.

Dienstag, 20. November 2018

144

Ich brauche eine Erklärung für die Zahl 144 - hier habe ich sie gefunden: 108 Farbziegel (als "Farbe" gelten Bambus, Zahl und Kreis [= Münze, da im alten China die Münzen rund waren mit einer quadratischen Öffnung in der Mitte, damit sie auf eine Schnur aufgereiht werden konnten, sehr praktisch btw!]) + 28 Trumpfziegel/farblose Ziegel [4 Winde: Ost, Süd, West, Nord + 3 Drachen: rot grün, weiß = 7 x 4 = 28) + 8 Ziegel der Hauptfarbe (4 Blumen: Pflaume, Orchidee, Chrysantheme, Bambus + 4 Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst, Winter).

Mah-Jongg oder Sperlingsspiel. Hanfsperling. Interessant, dass Bambus eine Farbe ist. Wünsche einen erfolgreichen Tag!

Montag, 19. November 2018

Mahnwache

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 18. November 2018

Freitag, 16. November 2018

Spätlese

Die Meldorfer Spätlese, wie immer am bundesweiten Vorlesetag, wie immer am dritten Freitag im November. Diesmal im TRaumausstatter. Wer es noch nicht weiß: dies ist kein Traum-Ausstatter, kein Hochzeitsgesellschafts-Ausstatter, kein Brautausstatter, kein Hochzeitskleid-Verleih. Sondern ein Raum der Kultur. Der Begegnung.
Früher befand sich in dem Haus ein Raumausstatter. Und die neuen Bewohner sind kreativ mit dem Namen und den Mauern umgegangen. Haben nicht alles übertüncht. Soviel vorneweg.
Aus ihren Lieblingsbüchern werden lesen Jan Klabunde, Ingrid Hemke, Heidi Bols-Blum und Dirk-Uwe Becker vor der Pause. Nach der Pause Uta Bielfeldt, Reinhard Pissowotzki, Ursel Burmeister, Henning Voss.
Beginn 19:30 Uhr, Eintritt frei.

Donnerstag, 15. November 2018

Gelb

Gelb, sagt man, gehöre dem Kaiser von China. Aber es gibt einen Gelben Fluss, ein Gelbes Meer, einen Gelben Wind im Reich der Mitte. Das ist doch alles höchst profan und nicht eines Sohnes des Himmels würdig.
Der Gelbe Fluss hat die Farbe und den Namen von der Schwebfracht, Sedimentfracht, Löss und Feinstaub von über einer Milliarde Tonne pro Jahr erhalten. Er heißt auch Dammuferfluss. Das Gelbe Meer hat die Farbe und den Namen vom Gelben Fluss, der ihm den gelben Schwemmsand in den Rachen schmeißt. Eigentlich ist es einfach nur ein sehr flaches Nebenmeer des Pazifiks. Und der Gelbe Wind hat den Namen von dem Staub, den er aus der Steppe auf das Lössplateau fegt, von wo der Gelbe Fluss es herunterholt und ins Gelbe Meer abtransportiert. Dagegen tut der gelb gewandete Kaiser von China nichts von Bedeutung.

Mittwoch, 14. November 2018

Pause

Ich war gar nicht schlecht dran, mit den Wirrsalen von Pfuhlschnepfen und Kiebitzregenpfeifern, als mich der Computer aufforderte, mich bei der Telekom "anzumelden". Das Internet war weg, das Telefon tot, die Fritz Box leuchtete verdächtig rot.
Nach insgesamt etwa drei Stunden in der Warteschlange und am Smartphone hatte ich meinen Schreibtisch aufgeräumt, zwei Fenster geputzt sowie zwei Sachen gelernt: 1. bei der Telekom wird auch geputzt, dh die Kabel gereinigt. Dabei hat es natürlich - wie schon vor etwa einem Monat - ausgerechnet wieder mich getroffen, dass der Kabelsalat meinem Router den Kopf so verdreht, dass der einfach den Geist aufgibt. 2. Mein Router ist ein Stehaufmännchen, regeneriert sich vollkommen selbständig und selbst. Während die Telekom mails schickt, die ich mangels Internet nicht empfangen kann und Passwörter, die nicht ankommen, hat die Fritz Box sich längst die neuen Zugangsdaten geholt (woher weiß ich nicht, meine Mails lesen kann er mit Sicherheit nicht) und sich neu konfiguriert. Den Durchblick habe ich nun wieder und die Sehnsucht nach Hooge kommt immer unverhofft. An einem trüben Novembernachmittag.

Dienstag, 13. November 2018

Wundpflaster

Wundert es jemanden, dass Frau Weidel Wahlkampfunterstützung aus der Schweiz bekam? Nein! Wer genau hinsieht, weiß seit langem, dass die AfD ihre Wahlplakate von derselben Firma produzieren lässt, wie eine ähnlich ätzende Partei der Schweiz. Wundern kann einen nur die Stümperhaftigkeit, mit der hier vorgegangen wurde. Einen unbescholtenen Apotheker zu beauftragen, "treuhänderisch für einen Geschäftsfreund" die Überweisungen in Tranchen zu tätigen ... da hätte ich den Helvetiern mehr Feinsinn zugetraut. Und auf der anderen Seite: warum lernen die Blauäugigen nicht(s) von den politischen Gegnern? Herr Kohl - der christliche Gott hab ihn selig - hat es doch vorgemacht, wie man Gelder einsackt, ohne die Geber zu verpfeifen.

Sonntag, 11. November 2018

100 Jahre ...



... Unabhängigkeit. Während der Rest der Welt sich in Versailles versammelt, marschiert die amtierende Regierung Polens, Präsident Duda, Premier Morawiecki und PIS Vorsitzender Kaczyński vorneweg unter massivem Polizeischutz mit Rechtsradikalen durch die Straßen der Hauptstadt. Ausländische Gäste kamen aus Ungarn, Italien (Forza Nuova) und den Niederlanden (Identitair Verzet) ...
Bild könnte enthalten: Text

Windbruch ...

... sagt Koswig, zeugt von einer ungeheuerlichen Energie. Das war vor 20 Jahren in Dithmarschen. Und wie ist es heute? Und: seine Kunst sei ein Angebot. Die Bereitschaft zu einer Auseinandersetzung. Auch die zersplitterten Bäumstrünke.

Freitag, 9. November 2018

Donnerstag, 8. November 2018

Arbeit

Ich lege eine Liste freier Wörter an und lasse sie alphabetisch sortieren. Das letzte ist "Zigerschlitz", das erste "auflandig". Ablandig ist offenbar schon vergeben. Schreiben ist viel mehr als Schreiben. Hauptsache, es geschieht etwas. Sortieren. Verschieben. Löschen. Auf Halde legen oder vergessen.

Mittwoch, 7. November 2018

Leermond

Sagen die Schweizer zum Neumond. Und im Traumausstatter ganz viel Unsicherheit auf dem Trampolin. Der Hieb aus dem Hinterhalt - die Ecke des Dirigentenpodiums im freien Fall, der erst von an meiner linken Ferse gestoppt wurde - hat doch nachhaltige Folgen. Kein physischer Schmerz.Und trotzdem die Sorge, es könnte ...

Dienstag, 6. November 2018

Dienstag

Ich erwache mit Schnupfen. Das ist gut so. Denn er hat mich letzte Woche noch in Ruhe gelassen.

Montag, 5. November 2018

Mahnwache

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 4. November 2018

Nevelmaand

Ich pflege meinen Kater. Den emotionalen wie den rabenschwarzen. Ich bandagiere meine lädierte Ferse und Herr Rasputin springt auf den zweibeinigen Baum. Er kommt immer höher. Dann halten wir zusammen Siesta. Es gibt den ganzen Tag kein Tageslicht. Nur Nebel. Nur November. Nur das Laub der Kirsche leuchtet.

Samstag, 3. November 2018

Der wunde Punkt ...

... oder die Sollbruchstelle. Seit Tagen war ich nur darauf bedacht, meine Stimme zu schonen. Eine sich abzeichnende Erkältung vor mir herzuschieben. Nach dem Konzert ist immer alles möglich. Kranksein, Katerpflegen, auf die Leiter steigen und Regenrinne reinigen usw.
Dass Menschen verletzlich und sterblich sind, wussten schon die alten Griechen. Mich traf der Schlag wie Achilles an der linken Ferse. Aber er war nicht tödlich, nur blutig. Das leichtsinnigerweise hochkant in den Raum gestellte Podest für den Dirigenten fiel irgendwann um. Es trifft keine Schuld, es folgte nur der natürlichen Schwerkraft. Über hundert Sängerinnen und Sänger, darunter Kinder und Jugendliche, drängten sich zu Beginn der Anspielprobe auf die Bühne. Und ich stand mit meiner Ferse genau im richtigen Winkel. Mein erster Gedanke war: Oh, die Achillessehne! Der zweite: Oh, das Konzert! Der dritte: Oh, das Trampolin!
Nun räume ich die Terrasse auf und putze Fenster, weil ich dazu nicht auf die Leiter steigen muss. Herr Rasputin schläft auf dem Sofa.

Freitag, 2. November 2018

Abschied 4

Der endgültig Letzte. Die zweite Aufführung, 20:00 Uhr im Kulturforum, GHO - Gymnasium Heide Ost.
Karten nur noch an der Abendkasse, geöffnet ab 18:30 Uhr

Donnerstag, 1. November 2018

Abschied 3

Die erste Aufführung. Karten nur noch an der Abendkasse, geöffnet ab 18:30 Uhr:

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Abschied 2

Feiertag. Wir feiern die Generalprobe im Tivoli. Die Letzte mit unserem Chorleiter. Mit einem riesigen Chor, Kinder, Jugendlichen, Erwachsenen, Dithmarschern, Schleswig-Holsteinern, Polen, Litauern und einer einzigen Schweizerin. Halbschweizerin, die zum Erstaunen aller plötzlich polnisch spricht. Und zwei Klavieren. Und Schlagwerk. Orff. Carmina Burana.

Dienstag, 30. Oktober 2018

Monster

Nils Högel auf allen Kanälen. Und immer wieder Mediziner, die von "Einzelfällen" und "Fehlern" im Ablauf faseln. Es geht hier um Miord, um Kapitalverbrechen und nicht um ärztliche Kunstfehler. Högel ist beileibe nicht der Erste. Er ist nur der Erste, der gesteht, der massenhaft gesteht, massenhaft getötet hat, massenhaft das löchrige Gesundheitssystem für sein sadistisches Tun genutzt hat.
Und es geht um ein kollektives Wegschauen der Damen und Herren in Weiß. Vor zwei Jahren saß ich bei Maischberger zusammen mit einem Arzt, der dafür gesorgt hatte, dass der unbequem gewordene Pfleger aus seiner Klinik "weggelobt" wurde. Damit kein Imageschaden für das Haus entstehe. Und in der freundlichen Runde sass auch die Tochter eines Opfers, das nicht zum Opfer, und die Tochter nicht zur Nebenklägerin hätte werden müssen, wenn dieser Arzt anders gehandelt hätte. Ich glaube, der läuft immer noch frei herum.

Montag, 29. Oktober 2018

Sonntag, 28. Oktober 2018

Frost 1

Ein frostiger Morgen bricht an. Mit viel Licht in der Frühe. In der Nacht, in Panik, schon im Schlafanzug, nachdem ich frierend nach dem Abschied in Heide nach Hause gekommen war und eh ich unter die warme Decke kroch, auf der der Kater bereits schnurrte - schraubte ich den Außenwasserzähler ab. Hob den kleinen Oleander in die kleine Garage. Für den großen hatte ich wahrhaftig keine Kraft mehr!
Und jetzt finde ich auf meinem morgendlichen Kontrollgang im Gemüsebeet grüne Tomaten. Die Pflanzen hatten sich selbst ausgesät. Aus den angefaulten Früchten, die ich den Sommer über übermütig quer durch den Garten schmiss. Und sind im warmen Herbst zu kräftigen Stauden herangewachsen, wie im zweiten Frühling. Das Jahr ist irre! Und der Anblick herzzerreißend. Das saftige Grün, noch mit vielen gelben Blüten durchsetzt, liegt schlaff über allen unreifen Früchten. Großen und kleinen. Bewahrte sie in der eigenen Kapitulation vor dem Tod. Ich ernte das nicht Erfrorene Unreife und lege es auf die Fensterbank. Die Sonne steigt gleich über das Dach des Nachbarn. 

Samstag, 27. Oktober 2018

Abschied 1


Der Blaukoch
Blau ist die Lieblingsfarbe von Herrn Schwarz. Vielleicht ist es auch Bläu oder Blei, so genau wissen wir es nicht, da wir uns mit Farben nicht auskennen. Wir kennen nur Töne, Tonarten, Tonschritte und Tonleitern. Die besteigen wir zu Beginn jeder Chorprobe mehrmals, von immer anderen Grundtönen aus, die uns Herr Schwarz auf den weißen Tasten des schwarzen Steinway anschlägt. Um Farbe in den Probenraum zu bekommen, legt er uns bunte Silben in den Mund: „Blaublaublau...“, „bläubläubläu...“, „bleibleibleib...“. Blei ist vielleicht keine Farbe, sondern ein Befehl? Bleib!
Aber er bleibt nicht. Er dirigiert noch die „Carmina Burana“ an Allerseelen und zieht dann mit seiner Familie weg.
Eigentlich wollte Herr Schwarz Koch werden, Blaukoch eben, und sich auf das Pochieren von Süßwasserfischen spezialisieren, Forellen, Karpfen, Saiblinge. Stattdessen hat es ihn an die Kleuker Orgel von St. Jürgen verschlagen, an den Rand des größten unbebauten Marktplatz Deutschlands, in die Nähe eines Meeres, das den halben Tag verbummelt, so dass Muscheln und Krebse sich in den Wattboden verkriechen, um zu überleben. Hier bringt er uns Singen und Hören bei. Noch bis zum letzten Tag trainiert er mit uns die richtige Lippenspannung, die richtige Position der Zungenspitze für die Zahndammlaute, und schickt uns unermüdlich, mit Steigeisen an den Füßen oder ohne, über Moll- und Durakkorde, heißt uns beim kleinsten Fehltritt innehalten und verdeutlicht, ohne je die Geduld zu verlieren, den Unterschied von einem unsauberen Halbtonschritt zu einem sauberen: „Blaublaublau...“, „bläubläubläu...“, „bleibleibleib...“. Bleib!
Nein, er bleibt nicht, sondern zieht Anfang November an einen Fluss, der immer Wasser führt. Dort hat er bis zum 3. Advent Zeit, mit dem Chor der Trinitatiskirche das Weihnachtsoratorium einzustudieren. An den wenigen freien Tagen wird er helles Wurzelgemüse putzen, Dillstängel abzupfen, den Sud mit einem Schuss Essig sprudelnd auf kochen und den Topf sofort vom Herd nehmen. Erst dann lässt er die jungen Elbhechte sorgfältig hineingleiten und zehn Minuten garziehen. Der Blaukoch kocht den Fisch nie!
Herr Schwarz wird uns fehlen. Weder Blaubeersorbet noch Rotkohl mit Rehrücken können uns über den Verlust seiner Klangfarbenlehre, seiner Blautonvorlieben, der perfekt arrangierten Subdominanten und Obertonreihen hinwegtrösten. „Blaublaublau...“, „bläubläubläu...“, „bleibleiblei...“ Blei ist natürlich eine Farbe und kein Befehl!

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Irrgäste

Gestern wurde in St. Peter-Ording ein männlicher Gewöhnlicher Grindwal angeschwemmt. Viereinhalb Meter lang. 800 Kilogramm schwer. Fortgeschrittene Verwesung. Wahrscheinlich schon einige Tage tot. Vor drei Wochen wurde ein Zwergwal angespült. Beides sind seltene Irrgäste an der Dithmarscher und Nordfriesischen Nordseeküste. Sie gehören eigentlich in den Nordatlantik.

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Vollmond

Nein. Es geht mir nicht gut. Das Gesicht der Mörderin meines Schwiegervaters hat wieder Farbe gewonnen. Nichts hat sich an dieser grässlichen Fratze verändert! Diese literarische Charakterisierung sei mir hier in meinem privaten blog erlaubt. Ihr, der Kapitalverbrecherin, Vielfachmörderin (wie viel fach - wird ihr zweifelsohne beim letzten Gericht präsentiert) ist es erlaubt, im Fernsehen aufzutreten und die deutsche Rechtssprechung anzuzweifeln. Immer noch! Ich weiß, dass ihr Anwalt, der in den letzten 12 Jahren auch nur 12 Jahre älter geworden ist, ihr seit dem Urteilsspruch LEBENSLÄNGLICH Farbe in den Knast bringt, damit sie der natürlichen Alterung entgegenwirken und ihre Haare schwarz färben kann. Sie wird dies mit einem qualvollen Tod büßen müssen. Sie wird das Elend, das sie meinte beenden zu dürfen, Tausendfach am eigenen schwachen Leib erfahren dürfen. Blasenkrebs bekommen Frauen, die ihre Haare jahrzehntelang färben. Weil sich in der Blase die Gifte absetzen, die nicht ausgeschwemmt werden können. Und in der Galle setzt sich das Gift der Hybris ab. Wussten Sie das nicht, Frau Becker?

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/Wenn-Pfleger-zu-Moerdern-werden,sendung830552.html

Dienstag, 23. Oktober 2018

Der Kiefernwald

Die Entdeckung des Monats Oktober. Das Notizbuch. Francis Ponge. Der Tisch. Das Malherbarium. Im Namen der Dinge. Das Notizbuch vom Kiefernwald, übersetzt von Peter Handke. Leider vergriffen. Und nur von einem privaten Anbieter über Amazon zu einem "Mondscheinpreis" noch zu haben. Egal. Kürzlich lief der Text als Antihörspiel im Radio. Wahrscheinlich könnte ich das nun unendlich oft nachhören über die Apps, die einem in letzter Zeit ständig akustisch auferzwungen werden. Es ist die Verabschiedung vom Hören, wenn einem sofort gesagt wird: Du kannst (jederzeit, überall) NACHhören. Das Leben ist kompliziert geworden, aber die Dinge sind einfach geblieben. Das Erzählen von Francis Ponge wird als "spröde Verweigerung erzählerischer Kulinarik" bezeichnet. "Die Pinien Ponges wurzeln bei Claudel" schreibt ein Kritiker. Und ich kehre in meine Kindheit zurück. Die erste Französischstunde. La table!

Montag, 22. Oktober 2018

Mahnwache

Die Kommunalwahlen in Polen sind vorbei. Die Freude kam in der Nacht. Der Regierungspartei bleibt in den großen Städten chancenlos. Der Kandidat der Opposition hat klar den Stadtpräsidentensessel in Warschau gewonnen. Immerhin. Aber: jeder zweite in der Hauptstadt blieb zu Hause. Und jeder dritte der verbliebenen Hälfte stimmte für den rechtsnationalen Kandidaten. 

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 21. Oktober 2018

Novembersonntag

Morgennebel. Trübsinn. Der Kater kotzt höflich vor die Haustür und ich spüle das Ausgespuckte mit der Gießkanne in den Rinnstein. Irgendetwas bekommt ihm von Zeit zu Zeit nicht. Das letzte Mal hat er es noch hinter der Haustür getan und ich schimpfte und putzte einen halben Tag lang. Er ist lernfähig und achtsam. Ich auch. Ich beende meine Experimente mit Dosenfutter.

Samstag, 20. Oktober 2018

Bambusleben

Im Bambus leben nun die Stare, die im Frühjahr im Nistkasten in der Edelkastanie ausgebrütet wurden. Und noch viele mehr. Sehr zum Leidwesen von Herrn Rasputin. Er hört sie, ihr allabendliches Sonnenuntergangskonzert, so wie alle in der Nachbarschaft, kommt aber nicht an sie heran. Auf gleicher Höhe hängen noch überreife Äpfel, die ich nicht ernten kann, und um die sie sich jeden Morgen erbittert streiten.

Freitag, 19. Oktober 2018

Bodenfrost

Am Morgen so etwas wie Bodenfrost. Knapp 2 Grad über Null beim Aufstehen. Eine Stunde ein halbes Grad weniger. Die Sonne geht immer später auf. So hat die Temperatur viel Zeit, zu fallen. Das Karussell dreht sich.
Am Mittag flickt ein Techniker der Telekom meine Verbindung zur Welt.
Am Abend im Traumausstatter: DIE PAAR LEUCHTENDEN JAHRE - Erich Kästner und Mascha Kaléko. Eine Produktion der Meldorfer Theatergruppe.

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Kaffeemühle

Ich kaufe eine Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk. Weil ich nur noch Kaffee aus frisch gemahlenen Bohnen trinke. Akkubetrieben. Also kabellos und mit zwei freien Händen Kaffee mahlen. Vor dem ersten Gebrauch soll das Produkt zwei bis drei Stunden aufgeladen werden. Aber wie?
Im Lieferumfang enthalten ist ein Micro-USB-Ladekabel, das mit der Mühle verbunden werden kann. Der USB-Ausgang am anderen Ende, passt, sagt die Gebrauchsanweisung, an jeden Computer.

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Das Gedächtnis

Die Internetleitung ist instabil. Das Telefon funktioniert nur halbherzig. Ganze Sätze zerreissen in unverständliche Wortfetzen. Ich gehe in den Garten und grabe meine Kartoffeln aus. Ich habe sie ganz vergessen, was sie mir aber nicht übel nehmen. Im Gegenteil. Ich fülle einen Eimer mit großen Knollen. Die kleinen grab ich unter und entferne alles Unkraut.

Dienstag, 16. Oktober 2018

16. Oktober

Jeder Mensch hat seine Privatsphäre, sein ureigenes Universum, sein niemandem sonst zugängliches Hinterzimmer, das er unbeeindruckt von Einflüsterungen aller Demagogen, Tyrannen oder Schutzengel so gestaltet, wie nur er will. Oder sie.
Ich gehe jeden Tag einen Schritt weiter. Wie die Sonne. Der Sommer ist endgültig vorbei.

Montag, 15. Oktober 2018

Mahnwache

Der Kater rührt sein Frühstück nicht an. War auf der Jagd in der Nacht. Klettert seit neuestem auf den Kastanienbaum. Ich lobe den alten Herrn für sein Morgentraining. Die Brutkästen dort oben sind längst verlassen.

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 14. Oktober 2018

Notruf

Das Wasser ist so warm, dass ich beschließe bis zur Boje rauszuschwimmen. Aus der Ferne sind Martinshörner zu hören. Sie schwellen an. Kommen näher. Über den Deich schwärmen plötzlich Feuerwehrmänner. Sie winken mich und den Pastor aus dem Wasser. Wir sollen rauskommen, rufen sie. Ja, ich bin dabei, antworte ich. So schnell geht das nicht. Dann rasen mehrere Einsatzwagen über die Straße am Wasser, die normalerweise nur Fußgängern, Hunden und Fahrrädern gehört. Notarztwagen. Schweres Feuerwehrgerät. Feuerwehrboote brausen durch die Fahrrinne. Ein Kitesurfer sei in Not geraten. Aber die Hundertschaften zu Land und zu Wasser können nichts ausrichten. Einer entschuldigt sich bei mir, dass er mein Badevergnügen vorzeitig beendet habe, als ich nackt aus dem Wasser steige. Sie müssten freie Sicht haben. Ich verstehe. Freie Bahn. Obwohl ich sehe, dass sie nichts ausrichten. Und alle, die freiwillig aus dem Wasser steigen, sind quicklebendig. Gesund. Mit prickelnder Haut, geröteter Brust. Ich habe meine Tagesnorm übererfüllt. Sie ziehen ab nach Nordermeldorf. Ich nach Meldorf.

Samstag, 13. Oktober 2018

Samstag der Dreizehnte

Es ist so warm, dass Handtücher ausgebreitet werden und auf dem Deich in der Sonne gebadet wird. Ich bade im Wasser. H. kommt. Unser gemeinsames Abbaden.

Freitag, 12. Oktober 2018

Wassermassen

Das Wasser wird wieder wärmer uind läuft zu Hochform auf. Die Welt wird trockener. Das Wetter bleibt unverwüstlich. Ich wässere den Bambus. Mittlerweile tauchen vereinzelte Schwimmerinnen auf. Die Dusche tropft seit Tagen, obwohl sie nicht funktioniert. Das Wasser, denke ich, ist längst abgstellt. Die Leitung zugedreht. Aber Reste verirren sich immer noch. 

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Drachen

Viel Wind von Süden. Viel Mütter. Viel Kinder. Steigende Drachen vertreiben die Schafe. Die Menschen haben den Deich bereits wieder zurückerobert.

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Süderholmer Moor

Statt schwimmen spazieren. Im Süderholmer Moor. Mit dem Fahrrad durchs Fieler Moor. Immer weiter nach Norden. Und am Abend zurück. Lauter Mohren. Fast kein Wind. Viel Sonne, die irgendwann auch genug hat und untergeht.

Dienstag, 9. Oktober 2018

Neumond

Die Nächte sind schwarz wie mein Kater. Ich liege wach und versuche mir vorzustellen, wie ich das Unaussprechliche in Worte fasse. Ein Kapitel ist abgeschlossen. Und das nächste hat noch nicht begonnen. Dazwischen liegt die Unendlichkeit.

Montag, 8. Oktober 2018

Mahnwache

Abbaden 8. Ein Teil der Strecke zum Deich ist kurzzeitig gesperrt, da ein Fernsehteam Filmaufnahmen macht. Ich drängle mich vorbei, muss zum Wasser, sonst ist es weg. Immer noch Arbeiten am Fahrradweg. Immer noch hupen mich Autos an, weil ich auf der Straße fahre.

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg 


Sonntag, 7. Oktober 2018

7

Erntedank. Der Himmel ist wieder getrennt vom Wasser. Der Horizont wieder sichtbar. Mittelplate wieder an ihrem Platz. Sonntag. Das Siebente Abbaden. Nordwind. Am neuen Fahrradweg wird gearbeitet. Bzw. herumgestanden. Offenbar hat das Kleine Gerät gerade keine Kraft mehr und wird von einem Großen Gerät (Tanklaster), das quer über der Fahrbahn steht, gesäugt. Ich umrunde die unsonntäglich Gewandeten großräumig.
Im Wasser der Pastor. Er schwimmt zu seiner Sandbank. Ihn scheint die (immerhin noch zweistellige) Wassertemperatur nicht im geringsten zu kümmern. Ich hingegen habe kaum Fett auf den Rippen und steige nach 7 Minuten erfrischt aus dem Meer.

Samstag, 6. Oktober 2018

Die Rückkehr der Schafe

Sie begrüßen mich von weitem: die Schafe! Schwarze und nicht schwarze. Hinkende und nicht Hinkende. Stehen wieder auf dem Deich, der ihnen, den An- und Zugezogenen gehört, aber im Sommer von Textillosen bevölkert wird. Mein Abbaden Nummer Sechs. Es ist ein Kollege da, der eBikefahrer aus Brunsbüttel. Fast kein Wind und das Licht so milchig, dass der Himmel ins Meer überzugehen droht oder umgekehrt. Das Meer in den Himmel. Nicht die kleinste Welle. Aber gute 13°. Sehr erfrischend. Die Duschen stehen noch, aber es kommt kein Wasser mehr. Man fürchtet wohl Frost. Oder arbeitet vor. Oder weiß: Schafe waschen sich nicht, sie müssten sich ja ausziehen.

Freitag, 5. Oktober 2018

Schönwetter

Die Sonne überrascht bereits wie nach langen Wintertagen. Ich kann am Nachmittag Rasen mähen! Noch wächst er. Das gibt Mut am Vormittag. Denn das Wasser ist zu früh dran. die Flut läuft noch im Morgennebel auf und ich befasse mich am Schreibtisch mit Konkurrenzvegetation.

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Schietwetter

Wie's im Buche steht. Ich koche die erste Maronensuppe. Über's Jahr hab ich vergessen, wie anstrengend das Schälen ist. Ich verteile Eimerweise Fallobst. Und verlange die Eimer leer zurück.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Feiertag

Ich backe Kuchen, koche Birnen und Äpfel ein, sammle Maronen vom Boden auf. Landunter auf den Halligen. Auch an meiner Badestelle war sicherlich landunter. Aber das Hochwasser kam vor Sonnenaufgang und ging im Laufe des Vormittags. Mittagsspaziergänger berichten vom Müll, der an den Deich gespült wurde und den die meisten Feiertagsausflüger überhaupt nicht beachten. Geschweige denn mitnehmen.

Dienstag, 2. Oktober 2018

Maronen

Die Maronen sind alle auf einen Schlag zum Monatsersten reif geworden und fallen massenhaft vom Baum. Auf meinen Kopf. Vor meine Füße. Auf die Straße. Auf den Rasen. Rasputins Spielplatz. Ich komme nicht nach mit dem Entfernen der stachligen Hüllen. Schließlich braucht der Kater seinen Auslauf" Und plötzlich ist kein Durchkommen mehr. Und am Gartenzaun plötzlich die personifizierte Chuzpe. Eine filmreife Szene. Wieder was gelernt über die Untiefen (dies ist ein Antagonym, ein Janus-Wort!) der menschlichen Existenz.

Montag, 1. Oktober 2018

Meldorfer Mahnwache

Sie kollidiert mit dem Hochwasser, mit dem Monatsanfang, mit dem Regen, mit den Herbstferien und mit der Extraprobe in Heide. Trotzdem findet sie statt:
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 30. September 2018

EXTRA zum Monatsende

wiebitte? wardawas?

Abbaden 5, das vorerst letzte

Allmählich wird die Kälte knackig. Die Haut prickelt, wenn ich aus dem Wasser steige, wenn ich zur Dusche laufe, zum Fahrrad (meiner Umkleidekabine) zurück, das Badetuch aus dem Fahrradkorb fingere, die Thermoskanne aufschraube, eine windgeschützte Stelle suche, dampfenden Tee einschenke ... Im Sommer baden kann jede/r. Anstrengend ist derzeit nur der Westwind. Und der erst halbfertige Fahrradweg (immer noch rumpelig). In der Nacht kommt Regen, sagen die Frösche.

Samstag, 29. September 2018

Abbaden 4

Die Kältewellen fahren erst durch meinen Körper, als ich längst wieder angezogen bin. Am Schreibtisch bin ich beim Schulp angelangt. Wieder. Das Gerücht, mein Kater sei totgefahren worden, hält sich, wie jedes solche, hartnäckig gegen jede Vernunft. Rasputin erfreut sich bester Gesundheit, ist übermütig und gefräßig. Hat sich an meine Schwimmausflüge gewöhnt und guckt aus seinem grünen Versteck gerne den Spatzen und Meisen am neuen Futterhäuschen zu. Ich glaube, das ist für ihn wie Fernsehen für die Menschen.

Freitag, 28. September 2018

Composing

Vom dritten Abbaden (der Wind ist immer noch heftig, die Wellen auch, das Licht phänomenal). direkt in den TRaumausstatter. Composing. Fotos von Uwe Peters. Mein Nachbar, über den ich so wenig weiß.
TOP Schleswig Holsteiner:

https://www.ndr.de/wellenord/sendungen/binnenland_und_waterkant/Meldorf-Annelise-und-Uwe-Peters,topsh2178.html

Donnerstag, 27. September 2018

Die Vorhut

Abbaden 2. Kaum Sonne, aber viel Wärme. Viel Wind. Orkanböen bis Stärke 7. Ich kämpfe mich durch. Hab kein Auge für die Arbeiter am Straßenrand. Sie sind beim Teeren. Auch nicht für das grüne Auto des weißhaarigen Pastors, der mir entgegen kommt. Ich wundere mich immer wieder, wie er seine lange Mähne trocknet. Er muss einen Föhn im Auto haben! Angeblich schwimmt er jeweils eineinhalb Stunden. Da bleibt kein Auge trocken. Das Wasser ist wärmer als kürzlich, aber aufgebracht! Wild! Schleudert mir seine Ernte (Haferkörner!) an die Brust. Hoch aufgelaufen. Auch eine Stunde nach Hochwasser noch. Wieder daheim warten die ersten beiden reifen Kastanien auf mich. Die Vorhut.

Mittwoch, 26. September 2018

Regenbogenzeit

Rückkehr zur Poesie oder Poetik. Das Wetter begünstigt die Farben am bedeckten Himmel. Der Herbst findet nicht nur im Wald statt. Es ist kalt, regnerisch und sonnig zugleich. Sturmböen peitschen einen Regenbogen nach dem anderen über den Zenit. Vor grauem Hintergrund treten die Regenbogenfarben deutlicher hervor, wahrer Kitsch!

Dienstag, 25. September 2018

Das gelbe Meer

Am Deich, auf der dem Wasser abgewandten Seite, blüht Löwenzahn. Nicht vereinzelt, sondern ein ganzes gelbes Meer. Ich traue meinen Augen nicht, was hier passiert ist in den paar Tagen, in denen das Schwimmen, auch nur ein Ausflug im Trockenen an den Deich unmöglich war. Temperatursturz um mindestens 15° Celsius, heute früh beim Aufstehen fast Bodenfrost, der Mond wurde voll um 04:52 Uhr, als mein Lichtwecker zu wecken begann und der Kater zu meinen Füßen selig weiter schlief. Am Mittag Hochwasser, Sonne, kalter Wind aus Südwest, Abbaden und: dieses gelbe Meer auf der Deichinnenseite.

Montag, 24. September 2018

Mahnwache

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 23. September 2018

Der erste Saunatag

Das Wetter kippt. Die Stimmung kippt. Der Wind kippt. Orkantrunken. Auch der Kater ist knatschig. So oft wie heute hat er die Klappe noch nie durchschritten. Immer wieder geht er raus und guckt, ob der Rasen trocken ist, oder seine Freundinnen irgendwo zu sehen sind. Kommt dann sofort unverrichteter Dinge zurück. Und meint, jedesmal von mir getröstet werden zu müssen mit gefüllten Knabberkissen in Herzform (für ein glänzendes Fell). Wir müssen beide mit jeder Jahreszeit dazulernen. Es ist unbefriedigend, dass die Badesaison direkt in die Sturmsaison übergeht. Irgendwie fehlt etwas. Ohne Abbaden kein Winter. Auf dem Markt Kohlvergnügen mit den Kohlregentinnen. Ich stelle die Sauna an.

Samstag, 22. September 2018

Der erste Herbsttag

Auf dem Kalender. Vor dem Fenster nach wie vor Unentschlossenheit. Mal Sonne. Mal Regen. Mal Wind. Mal Ruhe. Mal Hagel. Mal Sturm. Abbaden war noch nicht. Aber Schwimmen fällt aus.

Freitag, 21. September 2018

Der erste Herbststurm

Die Äpfel kommen von selbst vom Baum und die unreifen Maronen auch. Zuhauf. Immer wieder sintflutartiger Regen und ungestümer Wind. Noch unentschlossen. Erst nach Sonnenuntergang donnert es und der Kater verzichtet auf seine Fridayafternoonparty.

Donnerstag, 20. September 2018

Der letzte Sommertag

Schwimmen, Rasenmähen, Birnen ernten, aussortieren, gebrochene Äste abschneiden. Noch nie trugen die jungen Bäume so schwer. Für die Äpfel reicht die Zeit nicht.

Mittwoch, 19. September 2018

Der Fahrradweg

Auf dem Weg zum Frühstücksschwimmen. Nun darf ich auch hin zum Deich auf der Straße fahren. Tatsächlich wird die Holperstrecke neu gemacht. Und dürfen mich die Autos nicht mehr anbellen.