Montag, 18. Juni 2018

Meldorfer Mahnwache

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 17. Juni 2018

Sonntag

Unfreundliches Wetter, immer wieder Regengüsse. Die Kirschen sind reif, aber irgendwie wollen die Amseln sie nicht. Also backe ich Kuchen. Sie sind schon zu reif, zu schwarz. Koche Marmelade. In H's Garten entdecke ich einen Ginkobaum. Am Wattenmeer! Ich fahre mit, an den Deich. Mit dem Auto, das in der Garage neben dem Ginkobaum zu Hause ist. Das Wasser sagenhaft, die Wellen tragfähig. Nur der Wind böse und kalt. 

Samstag, 16. Juni 2018

Samstag

Im LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume) Itzehoe. Schiedsleute, Bezirksvereinigung. Jahreshauptversammlung. Kurze Schulung. Geht alles so glatt über die Bühne, dass ich pünktlich zum Hochwasser um 15:30 Uhr an der Meldorfer Bucht in die kalten Fluten steige und mein Dreieck schwimme. 

Freitag, 15. Juni 2018

Orgelnacht

18:00-22:00 Uhr St. Jürgen Heide. Orgelnacht im Rahmen der offenen Kirche.
Eröffnet wird sie um 18 Uhr mit einer Komposition von Traugott Fünfgeld (*1971) für Orgel und Bläser. An der Orgel Sebastian Schwarze-Wunderlich, vor den Bläsern Gunda Köster. Sie wetteifern tapfer miteinander durch die Jahrhunderte.
19:00 Uhr: Peter Heeren spielt eigene Kompositionen sowie das Magnificat quarti toni von Hans Leo Hassler (1564-1612)
20:00 Uhr: Gunnar Sundebo spielt Buxtehude, Bach, Scheidemann und Mendelssohn-Bartholdy.
21:00 Uhr: Anne Michael spielt eigene Improvisationen sowie Bach und Alexandre Guilmant (1837-1911)
Vier Konzerte an einem Abend. Umsonst und drinnen. Von hochkarätigen Meistern, Komponisten und Interpreten.
Um eine Spende zugunsten des Orgelbauvereins wird gebeten.

Donnerstag, 14. Juni 2018

Hanebüchen

Der Wind ist fahrradfeindlich. Aber ich fahre. Und trotze. Und schwimme. Die Wellen sind menschenfeindlich. Aber mich brechen sie nicht. Man kann jede Geschichte, ob erfunden oder nicht, erstunken oder erlogen, jede Aussage, jeden vollständigen Satz als hanebüchen bezeichnen. Das bedeutet dann, dass das Gesagte der Geschriebene empörend, unverschämt, derb, klobig, grob oder unglaubwürdig ist. Hanebüchen ist aber ein Handwerkerwort. Gehört in mein Zimmermannsalphabet. Kommt vom Holz der Hagebuche, das sehr knorrig ist aber nach Belieben beschnitten werden kann. Davon leitet sich der helvetische "Hag" (=Zaun) ab. Überhaupt beanspruchen die Alemannen den Baum für sich. So soll eine Siedlung Haganbuah oder später Haganbuochon schon um 850 existiert haben. Das Geschlecht "Hagenbuch" trott erstmals 1130 urkundlich auf. Auch im Volksliedschatz kommt die Hagebuche vor, als Adjektiv; "wenn eine tannigi Hose hät und hegebuechigi Strümpf ...."! Waldbekleidungsaccessoires!

Mittwoch, 13. Juni 2018

Neumond

Ich habe eine Mitfahrgelegenheit. Der Wind ist immer noch fahrradunfreundlich. Tobt von Nordwest auf den Deich zu. Wühlt das Wasser auf. Peitscht uns Schaumkronen mitten ins Gesicht. Frech und vorlaut. Endlich Wellen! Endlich Erfrischung. Endlich Zittern vor Kälte.
Am Abend trotze ich den Amseln in meinem eigenen Garten zwei Kilo frische Früchte ab. Felsenbirne, Sauerkirsche und schwarze Kirschen. Es ist alles anders in diesem Jahr. Die Natur beeilt sich, ihr Pensum zu absolvieren. Die Kirschen sind winzig, die Felsenbirnen alle auf einmal reif, so dass auch die Vögel verwirrt sind und nicht mehr wissen, wo sie anfangen sollen zu picken. Ich nutze diesen gap (nicht Gag) für mich. Diesen Hiatus in ihrem Fressverhalten. Meine Nachbarin füttert die Vögel mit Aldiäpfeln und Lidlpapayas, was sogar die Raben und Tauben mittlerweile verschmähen. Auch die bevorzugen nur noch local food.

Dienstag, 12. Juni 2018

Schlagfittich

Wilder Wind und immer wieder Sprühregen. Kein Ausflug an den Deich. Kein Schlafen im Garten. Schlagfittiche waren im Mittelalter Gänse- oder Entenflügel - die Flügel der Gefiederten eben, die man schlachtete und aufaß. Um sie zu fangen, musste man sie an den Flügeln festhalten.
Bei den Menschen ist das anders. Wenn man die am Schlafittchen festhält, will man sie weder schlachten noch aufessen. Da Schlafittchen ist ja auch kein Flügel. Menschen können nicht selber fliegen. Sie können sich nur in ein Fluggerät setzen. Das Schlafittchen ist der Jackenzipfel, vielleicht war es mal das Revers, die aufgeschlagene obere Vorderkante eines Sakkos, Mantels oder Blazers. Also Kleidungsstücke für den maskulinen Teil der Menschheit. Ergo sind nur Männer böse Buben, die frau schon mal am Schlafittchen packen muss, um ein Wörtchen mit ihnen zu reden.