Samstag, 20. April 2019

Karsamstag

Ich fahre an die Meldorfer Bucht. Anbaden Zwo. Heute soll der christliche Tag noch stiller und dunkler sein als gestern, für die Orthodoxen allerdings erst in einer Woche. Am Himmel entgegen aller biblischen Geschichten Sonne pur. Nur der Wind hält sich an die Vorgaben und schweigt.

Freitag, 19. April 2019

Karfreitag

Der Mond wird am hellen Mittag voll, 13:12 Uhr. Ostern ist paradox in diesem Jahr.
Es stört mich, dass heute eine Kunstausstellung eröffnet wird. Es störte mich vor Jahren, dass uns die Nachbarn zu ihrer Goldenen Hochzeit einluden. Um die gutnachbarschaftlichen Beziehungen nicht zu gefährden, hatten wir die Einladung angenommen. Es war natürlich Zufall und nicht zu ändern, dass das Jubiläum auf einen kirchlichen Feiertag fiel. Es stört mich heute, dass andere Nachbarn im Garten ein Gartenhaus aufstellen. Seit dem frühen Morgen hämmert und lärmt es.
Aber auch ich arbeite. Still und leise an den Gangarten. Am Abend zur Entspannung Sofia Gubaidulina im Radio. Sie holt Inspiration, Kraft und Energie für ihre Kompositionen aus der Stille. Ich gehe früh schlafen.

Donnerstag, 18. April 2019

Gründonnerstag

Einkaufstag. Ich suche ein Gardena-Verbindungsstück für meine Sickerschläuche. Es ist schnell trocken geworden, wie immer im Frühjahr, und der Bambus braucht Wasser. Ich nehme das alte Stück mit. Und in zwei meiner Lieblingsläden sagt mir ein freundlicher Mensch, dass er so etwas noch nie gesehen habe. Einen dritten gibt es hier nicht.

Mittwoch, 17. April 2019

Mein Garten am Wattenmeer

Der Kater legt mir vor Sonnenaufgang wieder einmal eine Gutenmorgentrophäe vor die Füße. Ich schimpfe halbherzig mit ihm. Denn eigentlich freue ich mich, dass es ihm gut geht und er, der einstige Großstadtstubenkater seine natürlichen Triebe in meinem Garten am Wattenmeer ausleben kann.

Dienstag, 16. April 2019

Montag, 15. April 2019

Mahnwache

auch in der Karwoche:
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montagsmahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 14. April 2019

Palmsonntag

Meldorf in der Bild am (Palm-)Sonntag. Immer noch der schwule Spahn und die nackten Brüste. Tröstet über den Schnee von gestern, der tatsächlich auch am Wattenmeer fiel. Aus dem Fölmliland erreicht mich ein Foto. Tiefverschneit.

Samstag, 13. April 2019

Passionskonzert II

Wir singen ein interessantes Programm im Dom, zwei Improvisationen, 3 Standardwerke von Schüber über Dvorak zu Reger. Für die PR aber sind wir Sängerinnen und Sänger nicht zuständig. Wer sich sowas Nähnadelspitzes ausdenkt? Nur weil "O Haupt voll Blut und Wunden" auf dem Programm steht?












Donnerstag, 11. April 2019

Am Donnerstag

Es ist noch kälter. Ich vertikutiere vor der Mittagsruhe einen Teil des Rasens, zu mehr reicht die Zeit nicht. So wird mir wenigstens warm. Dem Kater versuche ich beizubringen, dass er nicht immer auf meinen Perser kotzen soll. Er kann das doch, wenn es schon sein muss, draußen erledigen. So wie alles andere auch. 

Mittwoch, 10. April 2019

Am Bahnhof

Es ist kalt. Die Sonne scheint und der Wind ist eisig. Ich weiß nun, was den Unterschied vom Bahnhof zur Haltestelle macht: die Weichen. Keineswegs die Menschen, die einst an diesem Ort mit dem schönen Namen "Schalter" beschäftigt waren und längst wegrationalisiert wurden. Die Reisenden haben nichts zu melden und dürfen dankbar sein, wenn etwas fährt und anhält und sie ein- oder aussteigen lässt.

Montag, 8. April 2019

Mahnwache

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montagsmahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 7. April 2019

Am Wattenmeer

Angebadet. Die Bedingungen waren ideal, fast windstill, sehr sonnig, die Luft sehr mild, das Wasser sehr kalt, aber sicher zweistellig. Zweischneidig. Die Badenden dreistellig. Eiserne Ladies.

Samstag, 6. April 2019

Im Garten

Den Rasenmäher in Gang gebracht. Die Batterie zeigt Ermüdungserscheinungen. Die Frage: woher krieg ich auf die Schnelle Ersatz? Gut zureden hilft auch. Herrn Rasputin von der ersten Zecke befreit. Die Frage: wo entsorgt man Zecken auf die Schnelle? Mit einem Stein erschlagen, rät die Nachbarin. Das krieg mal hin ...

Freitag, 5. April 2019

Manchmal

Manchmal fallen die Dinge vom Himmel. H. lädt jetzt schon zur Ausstellung im Sommer nach Danzig/Oliva ein. "Close your eyes". Daran gefällt mir Verdoppelung der y. So etwas gibt es in der deutschen Sprache nicht.
IMG_4885.jpg
www.hildegardskowasch.de

Donnerstag, 4. April 2019

MA

Minen-Aufklärung. Heute ist der internationale Tag der Minenaufklärung. Für eine Welt ohne Minen, ohne explosive Kriegsmunitionsrückstände und Streumunition.
Dazu hat das Genfer Zentrums für Humanitäre Minenräumung einen ein Kurzfilm gedreht (die Hintergrundmusik ist, wie leider so oft bei wichtigen und eindrücklichen Drehs unerträglich schwülstig - würde es nicht reichen, die Menschen reden zu lassen?):


Mittwoch, 3. April 2019

mager

Herr Rasputin, mein nierenkranker Kater, frisst wenig und ist mager. Er nimmt mir alles übel, was ich gegen seinen Willen tue. Auch, dass ich ihn kurz auf den Arm hebe und mit ihm so lange auf der Waage stehe, bis die unser Gewicht anzeigt. Wahrlich nur ein paar Sekunden. Er ist nicht eitel, nur eigensinnig und rast, kaum von meiner schützenden Brust befreit, die Treppe hinunter. Wie vom Teufel höchstpersönlich geritten! Nimmt einen eleganten Sprung durch seine Katzenklappe und ist weg. Gelenkig und gut in Form. So krank kann er also nicht sein! 

Dienstag, 2. April 2019

Marne

Ausflug nach Marne. Buchvorstellung. Lesung. Diskussion. Entnazifizierungsakten. Niklas Frank, der Sohn von Hans Frank, dem Schlächter von Polen. Die Mutter, Brigitte Frank bezeichnete sich gerne als "Königin von Polen" bezeichnet. Niklas verbrachte "auf der Burg", auf dem Wawel, dem einstigen Krakauer Königsschloss die ersten 6 Jahre seines Lebens. Den ganzen Krieg! Prominenz war anwesend aus der Kunst, die lokale Politik glänzte durch Abwesenheit. In Marne herrschte in der Zeit, als Frank mit seiner Familie auf dem Wawel residierte, der Bürgermeister Hans Wigger. Kein vergleichbarer Schlächter wie der Hitlerstellvertreter Frank. Ein kleiner Provinschuft eben, der alles tat, was in seiner kleinen Macht stand. Sein Foto hängt bis heute in der Ahnengalerie im Rathaus.
Niklas Frank sagt, den Deutschen fehle bis heute die Empathie für die Schuld. Die Herzen hätten sie immer noch nicht angenommen. Auf die Köpfe oder den Verstand wirkt diese Herzlosigkeit seltsamerweise wie die Beichte in der katholischen Kirche. Als Seelenreinwaschanlage.

Marne, Myrne, Merne - der Name der Stadt stamme aus dem Altsächsischen und bedeute "Siedlung am hohen Ufer", sagt das Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein. In meinen Ohren klingt Marne nach einem polnischen Adjektiv im Neutrum: marny, marna, marne bedeutet schäbig, lausig, miserabel.
pójść na marne = etwas ist umsonst
marne zdrowie = schwächelnde Gesundheit, sich elend fühlen
marny grosz, marna pensja = lumpiger Lohn
marny rzemieślnik = ein mieser Handwerker
nie powiedzieć na kogoś marnego słowa = kein schlechtes Wort über jemanden verlieren

Auf dem Heimweg regnet es.

Aufzeichnung am 4.4.22019, um 19:30 Uhr auf NDR3 (TV): "Vom schwierigen Umgang mit der NS-Geschichte: Lesung in Marne"

Montag, 1. April 2019

Mahnwache

Für Aprilscherze bin ich zu alt. Ich träume nur noch selten. Aber heute Nacht träumte ich, die Hälfte der neu gepflanzten Jadebambuspflanzen sei über Nacht ausgegraben und weggetragen, also gestohlen worden. Ich sehe das Bild der verwüsteten Terrasse immer noch vor mir! Immer noch mit Dem Schrecken der Nacht. Ein Alptraum! Praktisch ist das aber kaum zu verwirklichen. Denn der Bambus steht und gedeiht im Regen, schon gut verwurzelt.

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montagsmahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 31. März 2019

Zeit

Herr es ist Zeit! Wofür? Ich bin den ganzen Tag out of order. Schlafe am Nachmittag auf der Gartenbank, der Kater zu meinen Füßen passt auf, dass mich keine Amseln stören.

Freitag, 29. März 2019

Geburtstag

Heiner Egge ist 70 geworden und feiert nicht: Heide (sein Geburtsort), volles Brahmshaus. Der Chefredakteur unserer Lokalzeitung. Eine Publikation aus dem Zeitungsverlag. Die Liebesgeschichte von Doris und Klaus Groth. Erzählt mit Sätzen wie "Sie verbrachten die ganzen Tage miteinander." Kaum Luft zum Atmen. Prominenz aus der Provinz. Nur ich frage mich, was mit den Nächten war. Und ist. Will ich so alt werden? Nein! 

Donnerstag, 28. März 2019

Die Form

Die Form spielt manchmal eine Rolle und manchmal nicht.
Ich toleriere Wildwuchs in meinem Garten, aber nicht auf dem Bildschirm.
Ich beschneide Sätze, ganze Geschichten. Ich reduziere Wörter zu früher Stunde auf etwas, wie ich meine, Ursprüngliches. Ein Beispiel: "Friedas Gangarten".

Mittwoch, 27. März 2019

Der Unterschied

Zwischen einem Baum und einem Zierbaum:

Baum:
meine ungestüm blühende Blutpflaume














Zierbaum:
in Form geschnittene Butpflaume des Nachbarn

Dienstag, 26. März 2019

Die Fürstin

Melinda sagte zu ihrem Enkel Peter: am liebsten lese ich Bücher ohne Handlung. Beide leben nicht mehr. Sie liest nicht mehr und er schreibt nicht mehr.

Montag, 25. März 2019

Frühlingsmahnwache

Die Blutpflaume blüht. Gestern ein paar vereinzelte Blüten, heute ist der ganze Baum in zartem Rosa explodiert. Für den Kitsch kann ich nichts, den macht die Natur alleine. Aprilwetter, Frühlingsregen. Sommergewitter.

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montagsmahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Samstag, 23. März 2019

Retourkutsche

Alles umgekehrt. Von der großen weiten Welt zurück in die Wattenmeereinsamkeit. Der Kater ist glücklich und immer noch gefräßig.
Die Retourkutsche kommt aus dem französischen "retour" für zurück. Im 19. Jahrhundert war das die regelmäßig hin- und herfahrende Kutsche im normalen Liniendienst. Heute, wo es keine Kutschen mehr gibt, wird eine kleinere oder größere Vergeltungsmaßnahme so bezeichnet.

Freitag, 22. März 2019

"Hooger Nüsse" in Leipzig

Afghanistan und Hallig Hooge - Poesie im Wattenmeer 

Eine Hallig ist eine Marschinsel. Nicht oder nur wenig geschützt, wird sie bei Sturmflut überschwemmt. Dann ist Landunter – im wahrsten Sinne des Wortes. Hooge ist die zweitgrößte der zehn Halligen im Nordfriesischen Wattenmeer und als einzige von einem Steindeich umgeben. Alle 100 Meter haben die Deicharbeiter eine Nummer
in den Stein gemeißelt, 110 insgesamt.
Diesem Rhythmus folgt die Erzählerin und Protagonistin. Sie ist von Beruf Aerokartografin und hat ihre Dunkelkammer im Taunus für unbestimmte Zeit verlassen. Ihr geschultes Auge sieht die Landschaft, die Menschen und ihre Beziehungen als geometrisches Muster im Auf und Ab der Tide. Als die Zeitläufte auch noch eine afghanische
Familie nach Hooge bringen, prallen mehrere Welten aufeinander – im Kopf und in der Wirklichkeit.
Menschen aus den Bergen und der Wüste treffen auf das Wasser und die Hooger. Ein außergewöhnlicher Text – streng strukturiert in einzelnen literarischen Schritten. Jede der 110 Textseiten besteht aus 100 Wörtern, jedes Wort
entspricht genau einem Meter auf der Deichlinie rund um die Hallig Hooge.
Judith Arlt hat ihr Jahr auf der Hallig Hooge als Halligschreiberin und Deutschlehrerin einer afghanischen Familie literarisch verarbeitet. Sie wird am Klavier begleitet von Sebastian Schwarze-Wunderlich, Kantor in Riesa, Opernsänger, Mitglied der St. Jürgen Blues Band, Crossovermusiker.

19 Uhr
Gohliser Schlößchen, Menckestr. 23, 04155, Leipzig (Nord)

https://www.leipziger-buchmesse.de/ll/veranstaltungen/32920

Donnerstag, 21. März 2019

Bahnfahrt

Ich fahre in die große weite Welt. In der Nacht wurde der Mond voll. Das heißt wir haben Tag- und Nachtgleiche. Frühlingsanfang war gestern. Also müsste nun am Sonntag Ostern sein, will man der Regel glauben, dass Ostern auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond fällt. Ist aber in diesem Jahr anders, wir haben ein Osterparadoxon, genauer gesagt eine positive Äquinoktial-Paradoxie.
Der Kater ist nicht glücklich, sondern gefräßig. Er hat seine eigene große Welt! Für ihn stimmt am Himmel alles, aber im Haus wird es nun öde. Keine, die jederzeit und umsonst Streicheleinheiten verteilt. 

Mittwoch, 20. März 2019

Frühlingsanfang

Ich habe noch einiges zu tun. Packen. Gedanken sortieren. Farben sortieren. Muskeln sortieren. Catsitter instruieren. Kater mit Samthandschuhen anfassen! Den Jadebambus gießen, denn es soll nun warm werden. Das Fahrrad aus der Werkstatt abholen. Mit neuem Sattel! Das blaue Leihfarrad zurückbringen. Zum Trampolintrainig.

Dienstag, 19. März 2019

Wäschleine

Ich räume auf. Die Sonne scheint. Endlich kommt die Waschmaschine wieder einmal an die Reihe. Spanne neue Wäscheleinen.

Montag, 18. März 2019

Mahnwache

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montagsmahnwache für den sofortigen Atomausstieg 
Probe in Heide. Die Zuversicht wächst. Das Konzert naht.

Sonntag, 17. März 2019

Quantensprung

Neue Wörter. Lymphesizing (Yin-Yang ua). Schjulterblattheber. Latissimus Dorsi (Rückenmuskel). Zehenreflexoren. Tibialis posterior. Am Mittag ein bisschen Sonne. Kalter Wind.

Freitag, 15. März 2019

Die Gärtnerin

So ist das sprachlich korrekt: da der Gärtner erkrankt ist, kommt heute die Gärtnerin und macht alles fertig. Es regnet in Strömen. Seit zwei Wochen, seit die Gärtner in den Garten eingefallen sind, regnet es gefühlt ununterbrochen. Auch ich werde tropfnass auf dem Heimweg von Unaufschiebbarem.

Donnerstag, 14. März 2019

Probenfrei

Jeder zweite Donnerstag ist Domchorprobenfrei. Das hat den Vorteil, dass niemand verregnet wird.

Mittwoch, 13. März 2019

13

Ich reduziere meine ausgewählten Texte auf 13. Ich muss meine "Hooger Nüsse" knacken. Spalten, fragmentieren, neu zusammensetzen. Werner hat mir Visitenkarten entworfen, schlicht, aber doppelseitig. Doppelzüngig. Auf der Rückseite ein lupenreines Nusszitat, das an den Rändern der Lupe logischerweise unleserlich wird. Der doppelseitige Druck kostet die Hälfte des einseitigen. Das ist die Janusköpfigkeit einer Finanzstruktur, die ich nicht verstehe.

Dienstag, 12. März 2019

Blauer Dienstag

Der Dienstag ist mein Montag, blue monday. Seit einigen Wochen wache ich auf wie nach einer Weltreise. Dabei fahre ich am Montag abend nur nach Heide zur Chorprobe.

Montag, 11. März 2019

Mahnwache

Schnee und Regen. Sturm und Ruhe.
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montagsmahnwache für den sofortigen Atomausstieg 
News aus Fukushima - 8 Jahre danach (es kann niemanden wirklich wundern, dass das Gift am Ende uns allen gehört):
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/An-der-Fukushima-Ruine-wird-der-Platz-knapp-article20896468.html 

Sonntag, 10. März 2019

homeday

Ich versuche zu frühstücken auf der neuen Terrasse. Hänge zuversichtlich Wäsche auf. Muss bald alles wieder reinräumen.

Samstag, 9. März 2019

Spaziergang am Meer

Sturm und Hochwasser. Regenpause und Schreibtischpause. Noch kein Schwimmwetter. Surfwetter. Neoprenwetter. Graupause (Blaupause ist verpönt, eine "Imponiervokabel").

Freitag, 8. März 2019

So etwas wie Sonne

Aber kalt! Kurze Siesta auf der Gartenbank, die wieder an ihren angestammten Platz zurückgekehrt ist. Herr Rasputin bevorzugt den Platz auf der Fensterbank. Es sind ihm immer noch zuviele Fremde im Garten!

Donnerstag, 7. März 2019

Immer noch Regen

Und Sturm. Immer noch Gärtner. Der Rasen säuft ab, aber der wird sich schon wieder erholen. Ich habe so etwas wie einen Trampolinkater. Hat nix mit Herrn Rasputin zu tun. Endorphinkater.

Mittwoch, 6. März 2019

Neumond

Manchmal treffe einen das Neue überraschend oder in einer unerwarteten Form. Sagt die Neumondpost. Oder das Neumondposting. Der Neumondpostillon. Ich werde mehrmals nass bis auf die Haut. Ich habe zweimal 500 neue Visitenkarten bestellt, 500 solche und 500 andere, weil ich mich nicht entscheiden konnte, welche mir besser gefallen. Nun stecke ich die einen in die eine Tasche und die anderen in die andere. Und greife mal nach links, mal nach rechts. Der Vorrat reicht für den Rest meines Lebens.

Dienstag, 5. März 2019

Jiuzhaigou

Oder Jadebambus. Meine neuen Gartenbewohner. Werden gerade eingepflanzt. Junge Halme bekommen im Sommer "Sonnenbrand", die Halme färben sich rot, im Herbst braun. Im Winter, erklärt der Bambusgärtner, können sie die Blätter stark einrollen. Als "Verdunstungsschutz", denn unsere feuchtigkeitszehrenden klimatischen Verhältnisse machen ihnen zu schaffen. In ihrem Ursprungsland liegen sie im Winter tief unter Schnee begraben und schlafen. Auch wenn es aussehe, als wären sie abgestorben, tröstet mich der Bambusgärtner, leben sie im Frühjahr wieder auf. Nie zu früh die Hoffnung verlieren. Im Moment gießt es in Kübeln. Bestes Bambuspflanzwetter.

Montag, 4. März 2019

Montagsmahnwache

Ich mache mich an meine Arbeit. Ein Gärtner ist da. Buddelt die Terrasse auf. Am Nachmittag kommt ein zweiter und bringt Bambuspflanzen.
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montagsmahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 3. März 2019

Regen

und keiner traut sich vor die Tür. Ich backe Kuchen und höre nebenher ein Feature über Geflüchtete aus Syrien in einem Dorf hier in der norddeutschen Pampa. Zwei Dinge fallen mir wie ein akustisches déja-vu auf:
Erstens das Lachen der Mutter. Ich kenne dieses Lachen gut von der afghanischen Mütter auf Hooge. Ich glaube nicht, dass ich es je richtig verstanden habe. Auch die Featureautorin versteht es nicht, und alle ihre Gesprächspartnerinnen verstehen es nicht.
Zweitens die Übergriffigkeit der Erzieherinnen, die meinen, einer alleinerziehenden Mutter von vier kleinen Kindern (der Vater sitzt zur Zeit der Aufnahme mit dem ältesten Sohn noch in der Türkei fest) verbieten zu dürfen, aus diesem Kaff wegzuziehen, nur weil sie - die Erzieherinnen - die Kinder im Kindergarten endlich im Griff haben!

Samstag, 2. März 2019

Tatsächlich

sind meine Kreuzschmerzen innerhalb einer Woche fast ganz verschwunden. Auch der Kater ist nach einem Monat wieder fit. Die neuen Nachbarn hat er noch nicht gesichtet, aber bereits gerochen!

Freitag, 1. März 2019

Garten

Dieser Frühlingsanfang dient nur der Ordnung in den Büchern der Behörden: den weltweiten Statistiken. Dem Dreimonatsrhythmus in der Meteorologie. Aber irgendwann im März bricht immer die Erde auf und bringt Verborgenes wieder hervor. Bei mir treffen die langersehnten Gärtner ein. Herr Rasputin erlegt die erste Amsel dieses Frühlings und verspeist sie, bzw das, was ihm schmeckt, höflicherweise unter dem Rhododendron. Schade um den Vogel, aber gut für den Kater.

Donnerstag, 28. Februar 2019

Lynchmord

Buchvorstellung: 20 Uhr im Traumausstatter
Dietrich Stein, Lynchmord in der Südermarsch. Der Tod Adolf Bauers in Rösthusen bei Marne.
ISHZ Beiheft 8.


Pressetext:
In den frühen Morgenstunden des 10. Juli 1932 schwang sich Adolf Bauer auf sein Fahrrad, um von Marne in Dithmarschen durch die Südermarsch nach St. Michaelisdonn zu fahren. Doch er sollte dort nie ankommen: Mitglieder der Marner SS lauerten dem jungen Instrukteur der KPD bei Rösthusen auf, jagten ihn über eine Weide und prügelten auf ihn ein. Schließlich erstickten sie den diskussionsfreudigen jungen Mann – der ihnen auf politischen Veranstaltungen oft Paroli geboten hatte und intellektuell weit überlegen war – im wässrigen Schlamm eines Grabens.
Zu Beginn der NS-Diktatur wurden die Voruntersuchungen zum Fall eingestellt. Die Beteiligten hatten nichts mehr zu befürchten und machten politisch Karriere. 1948 wurde den Tätern zwar der Prozess gemacht, und es kam zu Verurteilungen, die in den Revisionsverfahren jedoch wieder kassiert wurden. Dann geriet Adolf Bauer in Vergessenheit …
Der Historiker und Pastor iR Dietrich Stein hat nun den Fall erforscht und anhand von wiederentdeckten Quellen und Prozessakten die Vorgänge jener Nacht im politisch so turbulenten wie gewalttätigen Sommer 1932 rekonstruiert. Seine Darstellung zeichnet ein lebendiges Bild der Umbruchzeit von der Weimarer Demokratie in die NS-Diktatur. Sie ist nicht nur der Menschenwürde Adolf Bauers verpflichtet, sondern kann auch für die Gegenwart zeigen, wohin es führt, wenn Hass und Gewaltbereitschaft die politische Auseinandersetzung beherrschen.



Mittwoch, 27. Februar 2019

Dienstag, 26. Februar 2019

Morgennebel

Eiskalt. Frost. Nebel. Im Radio werden gerade zweistellige Tagestemperaturen versprochen.

Montag, 25. Februar 2019

Mahnwache

Nachtfrost. Es soll aber bis zum Abend warm werden.
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montagsmahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 24. Februar 2019

Sonne

Der Kater genießt das Leben an der Sonne. Die Nachbarskinder auch. Wenn es zu bunt (zu laut) wird, zieht sich Herr Rasputin vornehm ins Haus zurück.

Samstag, 23. Februar 2019

Beinlängendifferenz

Ich hatte immer ein kürzeres Bein bzw. einen sogenannten Hüftschiefstand. Das wurde mir schon in der Schule regelmäßig von den Schulärzten bestätigt. Eine Zeitlang trug ich Schuheinlagen. Aber die Füße wuchsen und die Einlagen nicht. Mehr wurde nicht unternommen. Heute lerne ich auf dem Trampolin leichter zu schwingen. Die Beinlängendifferenz am Boden durch Dehnung des kürzeren Beins auszugleichen, das Becken auszurichten, die entsprechenden Muskelverspannungen zu lösen.  Es ist nie zu spät ...

Freitag, 22. Februar 2019

Freitagsmarkt

Auf facebook werden wir Meldorfer bzw. "Ihr Meldorfer" kollektiv und pauschal beschimpft, weil wir nicht alle am Freitag vormittag auf dem Wochenmarkt einkaufen. Tja, was soll ich dazu sagen? Ich stellte den notorischen Oberbeschimpfer unter den Marktbesckickern vor längerer Zeit einmal in einem Kommentar zur Rede. Danach hat er mich aus seiner "Freundesliste" eliminiert. Seither grüßt er mich in der Gehstraße nicht mehr. Ich soll nun also am Freitagvormittag an seinen Honigstand treten und seinen Tagesumsatz retten? Ich beziehe meinen Honig von der Hallig Süderoog, wer einmal Süderooger Honig gegessen hat, wird keinen andern mehr aufs Brot streichen wollen und schränkt den Konsum gerne ein, bis die neue Ernte da ist. Save the face!

Donnerstag, 21. Februar 2019

Muttersprachen

Heute ist der Tag der Muttersprachen. Im Polnischen ist die Muttersprache die Vatersprache. Das Vaterland ist wie im Deutschen auch das Vaterland. Eigentlich ist es logisch, dass die Sprache und das Land demselben Elternteil zugeordnet werden.
Ich hatte schon mal geschrieben, dass ich allein den Plural von Heimat kenne. Mit der Vervielfältigung der Heimat oder der Heimatländer einher geht der Verlust einer einzigen Mutter- oder Vatersprache.

Mittwoch, 20. Februar 2019

Schmiedeschraubstock

Der alte, entsetzlich schwere Schraubstock meines Schwiegervaters hat nun Wohnrecht auf Lebenszeit in Großenrade gefunden. Im Atelier von Dieter Koswig.

Dienstag, 19. Februar 2019

44

Die Zahlenmystik geht weiter. Ich mochte nicht aufstehen heut früh und schlief eine Runde weiter. Und träumte, dass ich eine viel befahrene Straße entlang ging, mich an Baustellenabsperrungen vorbei, gefährlich nah an der Fahrbahn, drängen musste. Etwas, was ich überhaupt nicht mehr gewohnt bin. Ich suchte etwas (ein Haus oder einen Ort, eine Veranstaltung, ein Laden, ein Büro ...) und jemand, den ich nicht kannte, aber ansprach, hatte mir gesagt, es sei an der Hausnummer 44 zu finden. Für diese Auskunft war ich im Traum ganz dankbar und lief getrost geradeaus.
Gerade wird der Mond voll. 

Montag, 18. Februar 2019

Mahnwache

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montagsmahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 17. Februar 2019

Sonntag

Sonntag mit Sonne. Wann kam das zum letzten Mal vor? Das bereits zweite Frühstück im Garten. Etwas frisch, aber mit Mütze, Decke und Schal geht es. Meine Schwimmschwester ruft an und frohlockt: Bald gehen wir wieder schwimmen!

Samstag, 16. Februar 2019

Birigt Vanderbeke

liest heute abend 20 Uhr im Traumausstatter aus "Alle, die vor uns da waren".
Pressetext: Unsere Zukunft speist sich aus unserer Vergangenheit. Die Erzählerin dieses autobiografischen Romans, mittlerweile selbst Großmutter, spürt den Fäden und Verbindungen zwischen den Generationen nach: Was bewog die eigene Großmutter, Ostende zu verlassen und ihrem 14-jährigen Sohn Gaston, der sich der deutschen Wehrmacht angeschlossen hatte, nach Deutschland zu folgen? Wie hielt sie, die nie wieder nach Belgien zurückkehrte, das Leben in der Fremde aus? Und wie können diese Erinnerungen in Zeiten, die erneut von Flucht und Vertreibung geprägt sind, Trost und Hilfe sein?
Im abschließenden Teil ihrer beeindruckenden Roman-Trilogie umkreist Birgit Vanderbeke Fragen, die weit zurückführen und doch aktueller nicht sein könnten.

Freitag, 15. Februar 2019

Schlüsselübergabe

zur Monatsmitte (stimmt natürlich ausgerechnet in diesem Monat nicht!). Es gibt Schlüsselerlebnisse und Schlüsselübergaben. Ich suche den ganzen Tag den zweiten Briefkastenschlüssel und merke erst spät am Abend, dass ich ihn ja die ganze Zeit in der Hand halte. Mit Blindheit geschlagen wie eine Schlüsselblume. Wenn das keine Poesie ist!

Donnerstag, 14. Februar 2019

Garagenräumen

Von der Sonne verführt, erledige ich heute ganz viel Liegengebliebenes. In einer Garage, die kein Auto kennt, sammelt sich nebst Gartengeräten nur Unsinn an.

Mittwoch, 13. Februar 2019

Mittwoch, der Dreizehnte

Ich lerne Erstaunliches über die Fingernägel von Gitarristen! Jeder und jede hat seine Schwachstellen, Sollbruchstellen. Bei mir ist es eher die Kehle oder die Ferse. Ein Gitarrist braucht nicht nur die Finger, wie etwa ein Pianist, oder ein Trompeter, sondern vor allem die Nägel.

Dienstag, 12. Februar 2019

Brassbandschuhe

Ich bin immer wieder versucht, die Berge von alten mails einfach zu löschen. Ein Knopfdruck und das Postfach wäre leer und ich befreit von elektronischer Last. Mit handgeschriebenen Briefen ging ich früher sorgsamer um. Aber ich finde immer wieder Goldgruben und vergessene Schätze. Heute die Brassbandschuhe aus dem Jahr 2011!

Montag, 11. Februar 2019

Meldorfer Mahnwache

Sonne am Morgen!
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montagsmahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 10. Februar 2019

Direkte Demokratie

Die Schweizer wähnen sich immer als die Glückseligsten der Glückseligen. Aber ist es ein Glück, in einer direkten Demokratie zu leben, in der nur 37,4% sich an dieser Demokratie aktiv beteiligen, indem sie zB ihr Stimmrecht ausüben?
Die Zersiedelungsinitiative der Grünen ist also heute von diesen 37,4% haushoch abgeschmettert worden. Das war anders nicht zu erwarten. Und nun werden die Häuser weiterhin wie Wildwuchs überall, wo noch ein Plätzchen frei ist, in den Himmel schießen. Ich habe Japan vor Augen. Das Japan, das ich aus dem Shinkansen gesehen habe. Betonlastig zugebaut und übereiandergetürmt. So ist das in kleinen Ländern.

Samstag, 9. Februar 2019

Tristis est anima mea

„Tristis est anima mea usque ad mortem; sustinete hic et vigilate mecum“ - „Meine Seele ist betrübt bis an den Tod, bleibet hier und wachet mit mir“: So spricht nach dem Matthäusevangelium Jesus im Garten Gethsemane zu seinen Jüngern.
Dieser Responsorientext zum Gründonnerstag bildet die Grundlage des Konzertprogramms des Palestrina-Ensembles:"Tristis est anima mea" kommt zur Aufführung in dem Vertonungen von Johannes Kuhnau, von Giovanni del Palestrina, von Orlando di Lasso und von Carlo Gesualdo.
Im direkten Vergleich können die Zuhörer erleben, wie die einzelnen Komponisten diese bewegenden Worte vertont haben.
Dazwischen ertönen zur Auflockerung Motetten von Heinricht Schütz, Johann Christoph Friedrich Bach, Johann Hermann Schein, und Johann Sebastian Bach - sowie die Sonata in d-moll von Antonio Caldara für Violoncello und Truhenorgel.
Es singt das Palestrina-Ensemble unter der Leitung von Andreas Koller.
Violoncello: Thomas Stöbel 
Truhenorgel: Matthias Lücke

Sonnabend, 9. Februar 2019, 19 Uhr, Citykirche St.Ansgar, Holtenauer Straße 91, Kiel
Sonntag, 10. Februar 2019, 17 Uhr, Meldorfer Dom, Nordermarkt 3, Meldorf

Freitag, 8. Februar 2019

Niereninsuffizienz

am Freitagmorgen! Kein schönes Wort. Soll ich jetzt mit dem Kater jede Woche zur Dialyse fahren? Ich fahre am Nachmittag allein im strömenden Regen in die Tierarztpraxis und hole Medikamente. Streue ihm liebevoll Pülverchen übers Nassfutter, probiere ein neues Trockenfutter. Aber er ist für Experimente gerade gar nicht zu haben und will nur in Ruhe gelassen werden. Und ich kann ihm das nicht einmal verübeln.

Donnerstag, 7. Februar 2019

Glühbirnen

Wenn Glühbirnen platzen, liegt es entweder am Alter oder an der Spannung in der Luft. Passiert natürlich immer im dümmsten Moment und in finsterster Nacht. Aber sobald es am Morgen wieder hell wird, kann gründlich gelüftet werden. Dann gelingt der Tausch problemlos.

Mittwoch, 6. Februar 2019

Kater

Ein aus der Narkose erwachender Kater ist erheiternd und erschreckend zugleich. Der Instinkt treibt ihn immer wieder zum Futternapf, aber die Beine tragen ihn wie einen Besoffenen nicht. Die Kaumuskeln funktionieren nicht, 4 extrahierte Zähne unterstützen den Vorgang auch nicht mehr. Seltsamerweise findet er aber den Weg aufs Katzenklo, was ja nicht unbedingt im Einklang mit der Natur des Tieres steht.

Dienstag, 5. Februar 2019

Das Jahr des Schweins

Agathatag. Chinesisches Frühlingsfest. Das Jahr des "glücklichen und zufriedenen Erd-Schweins" beginnt. Frieda in der Schweiz hat Geburtstag. Rasputin ist krank.

Montag, 4. Februar 2019

Mahnwache

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montagsmahnwache für den sofortigen Atomausstieg 
18:40 Tierarzt
22:03 Neumond

Sonntag, 3. Februar 2019

Sonntag

Fast hat man vergessen wie das ist. Sonne pur, blauer Himmel, fast windstill. Wie sich das gehört für einen Februartag. Wäsche zum Trocknen draußen aufhängen. Den Kater durch das Wohnzimmer auf die Terasse scheuchen und in den Garten entlassen.

Samstag, 2. Februar 2019

Neue Schuhe, neue Liebe

Darstellung des Herrn. Volkstümlich Mariä Lichtmess. Kerzenweihe. Blasiussegen. Ende der Weihnachtszeit. Das geht schon ganz schön drunter und drüber. Im Bauernkalender beginnt heute das Bauernjahr. Gleichzeitig endet das Dienstboten- und Knechtsjahr. Der Bauer sollte noch die Hälfte des Winterfutters für die Tiere in der Scheune haben. Bis zum Agathatag hatte das Gesinde Zeit, sich eine neue Arbeitsstelle zu suchen bzw. Urlaub zu machen. Schöne Aussichten! Manche bekamen als Lohn ein Paar Schuhe! Und die Redensart "neue Schuhe, neue Liebe" soll auf den Umstand zurückgehen, dass zu Lichtmess die Belegschaften rochierten und Liebschaften unter Dienstboten so kein natürliches, sondern ein abruptes Ende fanden. 

Freitag, 1. Februar 2019

Februar

Ab heute sind wieder die Schuhe an der Reihe. Druntas, Gaudis, Chillis und wie sie alle heißen,. Meine neueste Errungenschaft: Umadum. Das ist österreichisch mundartlich für rundherum, ringsherum, an allen Seiten. Dh der Umadum-Schuh passt rund um den Fuß. Ich bekam aber anfangs von meinem linken Umadum Blasen an der eh lädierten Ferse.

Donnerstag, 31. Januar 2019

144 / 280

Nochmals Zahlensymbolik. Zur Erquickung der geretteten Herzen. Zum Monatsende. Wie die Zeit vergeht ...
Das Signum Quartett mit "Tweet between the lines". Eine Aufnahme von vorgestern aus dem Sendesaal Bremen. Sehr einleuchtend die Notenschrift.
Die vier Musiker sammeln über Twitter kurze Kompositionen mit entweder 140 - oder seit neuestem 280 Zeichen. Also auch hier: quantitatives Schaffen, Schöpfen, Erschaffen. Mathematik (Zählwerk) ist überall.
 

Mittwoch, 30. Januar 2019

News

Kurz vor Monatsende hat es "Meldorf" nun in die Viertelstunden-Takt-Nachrichten des NDR geschafft: "mutmaßliche", "islamistische" "Terrorzelle" "ausgehoben". In Epenwöhren. Und in Meldorf. Im Morgengrauen haben die Beamten 3 Typen aus dem warmen Betten direkt in ihre kalten Dienstwagen verfrachtet. Die beiden Bürgermeister zeigen sich verblüfft. Keiner hat von nix gewusst. Den einen ruft die Printpresse aus einer Besprechung, die andere das Fernsehen. Angeblich wollten die drei Männer, die angeblich aus dem Irak stammen, aus angeblich übriggebliebenen Silvesterraketen Schwarzpulver gewinnen. Angeblich hatten sie kein Geld für ein Schießgewehr. Aber - soviel wurde sofort bekannt gegeben - angeblich hatten sie die Absicht "viele Menschen zu töten". Mit Silvesterböllern. Toller Ansatz! Mein Kater ist auch dafür, dass die Dinger endlich verboten werden.

Dienstag, 29. Januar 2019

Frauen

Die Chordamen erzählten gestern Abend bei der Montagsprobe mit leuchtenden Augen vom Sonntagsgottesdienst mit dem letzten Kandidaten. Tüpfelchen auf das i war die begleitende Ehefrau. Die nämlich ist - nach eigener Aussage - schwanger! Unsere Sopranistinnen schwelgen im Glück!
Vor zwei Wochen noch war eine nur mögliche - weder bestätigte noch beabsichtigte - Schwangerschaft das Totschlagargument gegen die beiden Kandidaten - eine Kandidatin und ein Kandidat, die sich gemeinsam auf die Stelle bewerben. Was, wenn SIE schwanger wird? Dann müssen wir mit IHM  ... der Tenor in den Frauenstimmen war eindeutig: DAS wollen wir nicht!
Ich bin kurz vor Mitternacht kopfschüttelnd eingeschlafen und gerade eben kopfschüttelnd wieder aufgewacht.

Montag, 28. Januar 2019

Mahnwache

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Montagsmahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 27. Januar 2019

Anschaffung

Ich kaufe mir ein Trampolin!
Und alle denken an Akrobatik, an wilde Sprünge und Pirouetten. Dabei geht es nur um eine ganzheitliche Hinwendung an den eigenen Körper. Um den winzig kleinen Moment, in dem wir beim Training beim Schwingen die Schwungmatte verlassen und die Schwerelosigkeit überwinden.
Vor lauter Vorfreude gehe ich in den Garten und entleere gehorsam die Regentonne.

Samstag, 26. Januar 2019

Schnee

Er kam und ging über Nacht. Ich ging nach Mitternacht noch mit dem Kater und barfuß in dem frischen Weiß spazieren - und jetzt ist alles dahin.
Ich fahre nach Heide und höre mir den letzten Kandidaten für die Kantorenstelle auf der Orgel an.
12:00 Uhr Orgelmatinee mit Franz Spenn, St. Jürgen. Eintritt frei

Freitag, 25. Januar 2019

Gärtner

Der Gärtner kommt und guckt sich den Garten an. Der Boden ist fest gefroren. Wir müssen Zäune ziehen, Platten begradigen, Bambuspflanzen auf die Terrasse setzen. Er guckt mich strafend an, weil meine Regentonne nicht leer ist. Sobald es taut, sagt er mit erhobenem Zeigefinger, und es soll tauen übers Wochenende, bevor es wieder kalt wird, müsse ich sie auskippen.

Donnerstag, 24. Januar 2019

Zählen

Wir probieren tatsächlich Nystedts "Immortal Bach" - ich singe in Chor 3. Wenn die andern 4 Chöre pünktlich und deutlich ihre Einsätze singen würden, hätte ich meine auch ganz sicher. So aber muss ich zählen. Zählen. Zählen. Mit dem wackelnden Kopf, dem müden Hirn, nicht mit dem Mund! Mit den Fingern, den Zehen, dem Beinen, Schuhen, Spitzen, Fersen ...

Mittwoch, 23. Januar 2019

Zahlen

Warum gibt es nicht einmal andeutungsweise eine formale Revolution in der Literatur? Etwa so wie die Zwölftontechnik in der Musik?
Anton Webern soll "mathematisch" komponiert haben. Webern gilt als Schönbergs Lieblingsschüler, Alban Berg der vom Meister am meisten kritisierte (und sei es auch nur für ausufernde Briefe: "Fassen Sie sich kürzer ... Ein Brief muss im Telegrammstil gehalten sein") und Hanns Eisler als renitentester. Trotzdem verkündete letzterer eine Lobrede anl.Schönbergs 80. Geburtstag - selbstredend 3 Jahre nach des Komponisten Tod - in der stalinistischen DDR. Sie hob an mit den schönen Worten: "Ich brauche nicht das chinesische Sprichwort Wer seinen Lehrer nicht ehrt, ist schlechter als ein Hund, um hier festzustellen, dass Schönberg einer der größten Komponisten nicht nur des 20. Jahrhunderts war ..."
Angeblich wurde Eisler später gefragt, woher er das Sprichwort habe. Und der abtrünnige Schönbergschüler soll wahrheitsgetreu geantwortet haben: "Natürlich selbst erfunden."
Das nennt man heimzahlen.

Dienstag, 22. Januar 2019

77

Ich klebe an Zahlen. Lebe von Zahlen. Dieses Berliner "Credo" von Pärt - aufgebläht zu einer 77-minütigen Meditation - übertrifft Nystedts "Immortal Bach" und ein etwa 14,4-faches. Take your time:

Montag, 21. Januar 2019

Blutmond

Den kupferroten Mond konnte ich nur kurz vor sechs Uhr kurz sehen. Irgendwann in der Nacht stand er noch blendend hell am Himmel. Und dann zog sich der Himmel über Dithmarschen zu.

Am Abend as usual: 18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 20. Januar 2019

Frost

Ein frostiger Sonntag. Ich versuche wieder zu mir zu kommen. Denke über Senkerwurzeln nach, die eine Mischform sind von Pfahlwurzeln und Horizontalwurzeln. Spaziergang durch die Feldmark zum Sonnenuntergang und Mondaufgang.

Samstag, 19. Januar 2019

Itzehoe

Fortbildung. Mit Salatteller. As usual. Schiedspersonen bestrafen nicht, sondern haben eine "Genugtuungsfunktion". Die Sprache aller Fachleute ist immer wieder schön. Das Wetter auch. Und wir sitzen in der Kantine des LLUR.

Freitag, 18. Januar 2019

Nullachtfuffzn

Wieder etwas gelernt. Kriegsvokabular. Das sich in den Alltag eingeschlichen hat.
1908 soll im deutschen Heer eine neue Waffe, ein Maschinengewehr eingeführt worden sein. 1915 wurde es dann überprüft (auf seine Kriegstauglichkeit?) und verbessert. Und erhielt die Typenbezeichnung 08/15. Ein Standard-Schießeisen, in Serie produziert, bereits etwas veraltet. Das ist 08/15!

Donnerstag, 17. Januar 2019

Nordermeldorf

Spaziergang am Deich. Fast kein Wind. Fast warme Sonne. Fast kein Wasser. Viele Vögel, die im Watt herumstochern und - ein gefundenes Fressen - ihren Hunger stillen.

Mittwoch, 16. Januar 2019

Der Schrank

Kürzlich war ich noch stolz darauf, den Plural von Heimat nicht nur zu kennen, sondern auch zu besitzen. Nun habe eine meiner Heimaten verloren. Eine mehr. Das Verlieren ist immer auch ein Gewinn. Ich gewinne an Einsicht, An Lebenserfahrung.
Herr Kaczyński wird keine ruhige Minute mehr haben in seinem Leben in seinem Heimatland. Denn ewig dauert auf Erden nichts, auch eine absolute Mehrheit in politischen Gemengelagen nicht. Er bewegt sich ja jetzt schon nur schwerst bewacht und geschützt. Nicht einmal ans Grab seines Bruders kommt er ohne Polizeikolonne. Angeblich nimmt er alle Mahlzeiten allein zu sich. Der kleine Mann wird seinen Lebensabend im Schrank verbringen müssen. Dort, wo mein Kater die Silvesternacht verbrachte. Vor Angst zitternd. Der kleine Mann kennt das Schrankgefühl schon. Angeblich hockte er in der Nacht vom 12. auf den 13.12.1981 in Mutters Kleiderschrank.

Dienstag, 15. Januar 2019

Nienawiść - Hass

Wisława Szymborska
NIENAWIŚĆ

Spójrzcie, jaka wciąż sprawna,
Jak dobrze się trzyma
w naszym stuleciu nienawiść.
Jak lekko bierze wysokie przeszkody.
Jakie to łatwe dla niej - skoczyć, dopaść.

Nie jest jak inne uczucia.
Starsza i młodsza od nich równocześnie.
Sama rodzi przyczyny,
które ją budzą do życia.
Jeśli zasypia, to nigdy snem wiecznym.
Bezsenność nie odbiera jej sił, ale dodaje.
Religia nie religia -
byle przyklęknąć na starcie.
Ojczyzna nie ojczyzna -
byle się zerwać do biegu.
Niezła i sprawiedliwość na początek.
Potem już pędzi sama.
Nienawiść. Nienawiść.
Twarz jej wykrzywia grymas
ekstazy miłosnej.
Ach, te inne uczucia -
cherlawe i ślamazarne.
Od kiedy to braterstwo
może liczyć na tłumy?
Współczucie czy kiedykolwiek
pierwsze dobiło do mety?
Zwątpienie ilu chętnych porywa za sobą?
Porywa tylko ona, która swoje wie.
Zdolna, pojętna, bardzo pracowita.
Czy trzeba mówić ile ułożyła pieśni.
Ile stronic historii ponumerowała.
Ila dywanów z ludzi porozpościerała
na ilu placach, stadionach.
Nie okłamujmy się:
potrafi tworzyć piękno.
Wspaniałe są jej łuny czarną nocą.
Świetne kłęby wybuchów o różanym świcie.
Trudno odmówić patosu ruinom
i rubasznego humoru
krzepko sterczącej nad nimi kolumnie.
Jest mistrzynią kontrastu
między łoskotem a ciszą,
między czerwoną krwią a białym śniegiem.
A nade wszystko nigdy jej nie nudzi
motyw schludnego oprawcy
nad splugawioną ofiarą.
Do nowych zadań w każdej chwili gotowa.
Jeżeli musi poczekać, poczeka.
Mówią, że ślepa. Ślepa?
Ma bystre oczy snajpera
i śmiało patrzy w przyszłość
- ona jedna.

[wiersz z tomu Koniec i Początek, wyd. a5, 1993 r.
Rękopis ze zbiorów Fundacji Wisławy Szymborskiej]

Montag, 14. Januar 2019

Paweł Adamowicz

Bürgermeister von Gdańsk/Danzig seit über 20 Jahren ist seinen Verletzungen heute nachmittag erlegen. RIP.

Mahnwache

Was gestern Abend in Danzig geschah, ist vielleicht nur der Anfang. Oder das Ende des Anstands in einer angeblich katholischen, christlich geprägten Gesellschaft. Der Mob übernimmt, angestachelt und aufgehetzt von Predigern und Politikern, die nur ein Ziel kennen: Rache zu nehmen und Andersdenkende an den Galgen zu bringen!
https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-01/polen-danzig-buergermeister-pawel-adamowicz-messerangriff

In Meldorf heute abend: 18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 13. Januar 2019

"Von tiefen Tönen und anderen Tieren"

Benefizkonzert für den Wiederaufbau des letzten Sommer abgebrannten Waldorf-Kindergartens:
Duo Fondamento aus Rendsburg
Anne Gayed (Cello)
Christian Gayed (Kontrabass)

„Von tiefen Tönen und anderen Tieren“, so lautet der Titel einer Reise durch Musik und Poesie für Kinder ab 5 Jahren und Junggebliebene.
Die Musiker freuen sich besonders darüber, wenn viele Kinder in den ersten Reihen mit dabei sind um die Musik ganz nah zu erleben. Das Benefiz-Programm gestaltet einen abwechslungsreichen Reigen von Texten und Musik, ausgehend von Kinder- und Tiergedichten von Christian Morgenstern, Hermann Hesse, Wilhelm Busch und Joachim Ringelnatz. Den musikalischen Kontrapunkt bilden Duos von Camille Saint-Saëns, Giacomo Rossini, Christian Gayed selbst sowie anderen Komponisten. 
St. Nicolai-Kirche zu Wöhrden, 15 Uhr

Eintritt frei, freundliche Spenden zugunsten des Waldorfkindergartens sind willkommen

Im Anschluss zum Sonnenuntergang Spaziergang übern Deich! 

Samstag, 12. Januar 2019

"Blinde Weide ...

... schlafende Frau". Herr Rasputin wartet geduldig auf dem Fensterbrett auf sein Frühstück. Draußen ist nichts zu holen zur Zeit. Außer dreckigen Pfoten und einem nassen Fell. Beides mag er genausowenig wie ich. Das Aufstehen ist grau. Im Radio läuft Murakami, s.o. Ich kenne den Text bereits. Fast auswendig. So sehr verinnerlicht. Der Autor feiert heute seinen 70. Geburtstag. Auch Japaner werden älter, denke ich, während ich den Kater füttere.

Freitag, 11. Januar 2019

Vorstellungsproben

Marathon. Emotional und musikalisch. Ein Nachfolger für den Heider Kantor wird gesucht und die Kandidaten stellen sich vor. Müssen mit uns eine Probeprobe durchziehen. Die Damen liegen flach vor dem Vorzeigeschwiegersohn und ich bleibe kühl. Das ist mir zu perfekt arrangiert. Ein bisschen Unruhe sollte diese jungen Menschen umtreiben, die sich auf ihre Lebensstelle ausgerechnet in the middle of nowhere bewerben. Ich komme jeden Abend später ins Bett.

Donnerstag, 10. Januar 2019

Komm süßer Tod

Der Himmel brennt in der Früh nach einer eiskalten Nacht. Dass das Universum für uns Irdische noch so viel Farbe bereithält, hätten wir Norddeutsche kaum noch zu hoffen gewagt. Am Abend schon wieder Probe und Vorbereitung auf Vorostern, schon wieder Stabat Mater. Aber Schubert. Und in Meldorf. Und Nystedt, Immortal Bach, oh ja!

Mittwoch, 9. Januar 2019

Ruhe

Nach dem Sturm. Die Halligen liegen wieder trocken. Auch hier auf dem Festland kann man wieder atmen und vor die Tür treten. Der Kater hat sich beruhigt und weicht nicht mehr von meiner Seite.

Dienstag, 8. Januar 2019

Sturm im Wasserglas

Unwetter überm Dach und im Kopf. Erkältung auf der Brust. Letztes Jahr hing ich an meiner Pinnwand ein Zitat von Ludwig Börne: "Trost gibt der Himmel. Von den Menschen erwartet man Beistand." Ein pinnwandträchtiges Zitat für dieses Jahr hat sich noch nicht eingefunden, aber die Altgläubigen stecken ja noch im letzten fest, ganz zu schweigen von den Fuzzis, den Anhängern des Konfuzianismus. Also Musik. Gestern abend probten wir in Heide die ersten Takte eines mir bislang unbekannten Stabat Mater. Antonio Caldara (1670-1736) - schön:

Montag, 7. Januar 2019

Montagswache

Warschau: Todestag meines Meisters. 
Meldorf: 18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 6. Januar 2019

Neumond

Ende der Raunächte. Beginn des Orthodoxen Weihnachtsfests. Neumond. Bis Mitternacht, bis die Lichttore sich schließen, verzichten die Altgläubigen auf Fleisch. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun und ist nur eine Abfolge meiner privaten Kameraeinstellung. Aus höchst persönlichen Gründen hänge ich noch eine vierzehnte Raunacht an. Auch das kann mir niemand verwehren.

Samstag, 5. Januar 2019

Einsiedeln

Einsiedeln ist der Ort, wo eine/r allein lebt. Allein siedelt. Das kann man vom heutigen Einsiedeln in der Schweiz kaum noch behaupten. Auch, dass die Hochebene früher ganz den Bäumen gehörte und einer - der heilige Meinrad - sich dort vor den Menschen in seine Klause zurückzog, mag man kaum glauben. So dicht standen die Bäume, dass der Volksmund vom Finsteren Wald sprach.
Der Einsiedler (Meinrad in diesem Falle) ist eine Lehnübersetzung zu lat. monachus oder gr. monachós = der Mönch, was wiederum weitergebildet ist aus monós = allein, vereinzelt. Steckt heute noch in jedem Wort mit der (Vor-)Silbe mono: die berühmte Monokultur, das Monogramm, das vergessene Monokel, oder monoton, Monolog usw.

Freitag, 4. Januar 2019

Sturmtief Benjamin

Benjamin ist im Anmarsch und wird Angela vertreiben. Die Wetterwelt kommt wieder ins Lot. Bei uns an der Nordsee hat die "Pampe" bereits begonnen, über Nacht stiegen die Temperaturen kontinuierlich bis fast in den zweistelligen Plusbereich und nun warten wir wahrscheinlich wieder den ganzen Tag vergeblich auf die Sonne. 

Donnerstag, 3. Januar 2019

Hoch Angela

Die Wetterhochs sind 2019 wieder weiblich, die Wettertiefs männlich. Im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit werden die Namen immer alternierend für ein Jahr vergeben. Hoch Angela beschert uns also das momentane wunderbare Winterwetter am Wattenmeer. Klarer Nachthimmel, unbeschreiblich viele Sterne, leichter Frost. Eine schmale Mondsichel (abnehmend!) am Morgenhimmel. Unglaublich klarer Kopf! Meteorologen aber mäkeln (wohl aus Langeweile?) bereits an Angela herum, das erste Hoch des Jahres habe sich über Westeuropa "eingenistet" und fühle sich auch in den kommenden Tagen "nicht bemüßigt", "irgendwelche großen Sprünge" zu machen. Das träge Wetterhoch Angela vertreibt das erste Wettertief des Neuen Jahres André (sowie Zeetje, die letzte aus dem Alten Jahr, die noch verantwortlich ist für die Stürme der letzten Tage, für die treibenden Schiffe, die Havarien, für die 270 verlorenen Container mit Kühlschränken, Seifenspendern oder steriler OP-Kleidung und hochgiftigen Peroxiden usw.) erfolgreich nach Skandinavien und Osteuropa. Dennoch sollen uns "Nordseepampe" und Frostfreiheit demnächst wieder einholen.

Mittwoch, 2. Januar 2019

Die Jagd

"Suche den Frieden und jage ihm nach" (Psalm 34,15). So lautet die Jahreslosung für 2019. Ich verstehe sie nicht. Zuerst suchen, dann jagen? Wozu? Wer sucht, der findet. Warum sollte man einem gefundenen Fressen noch nachjagen? Wem oder was dient überhaupt dieser instinktbehaftete Imperativ?
Vielleicht verstehe ich den Psalmvers besser im vollständigen Wortlaut: "Weich aus vor dem Bösen und tue das Gute, suche den Frieden und jage ihm nach." (Psalm 34,15 komplett mit allen notwendigen bestimmten Artikeln - die ev. Kirchen zitieren die Losung ohne den bestimmten Artikel). 
Vielleicht ist "ihm" ein Personalpronomen und bezieht sich nur zufällig grammatikalisch auch auf den männlichen Frieden. Vielleicht ist damit der "Herr" aus dem folgenden Vers gemeint: "Die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören ihre Bitten." (Psalm 34,16).
Für eine Jahreslosung doch höchst verwirrlich und missinterpretierbar. Ich freue mich derweil über das frostige Wetter und den blauen Himmel. Endlich Winter. Weitsicht. Licht und Sonne.
Ich sammle Gestrüpp im Garten ein und fülle die grüne Tonne.

Dienstag, 1. Januar 2019

Der Anfang

Vom Jahr. Nun sei das Wildschwein an der Reihe, schreibt Yoko, das Hundejahr vorbei. Nur die Reisehunde würden weiterhin aktiv bleiben. Das verstehe ich nicht so ganz, und die Chinesen sehen die Sache naturgemäß auch slightly different. Das Jahr des Schweins beginnen sie erst mit dem Frühlingsfest in gut einem Monat, am 5. Februar. Über Dithmarschen geht gerade die Sonne auf. Endlich Licht! In der Meldorfer Innenstadt räumen seit dem frühen Morgen Menschen aus Pakistan, die schon seit Jahrzehnten in Deutschland leben, den wohlbekannten Dreck der letzten Nacht weg - wie in vielen anderen Städten dieses Landes auch! Eine Initiative der Ahmadiyya-Gemeinde, freiwillig, selbstlos und kostenfrei. In meinem Garten mache ich es selbst. Und meinen verstörten Kater pflege ich auch selbst. Markantes Wetter ist angesagt. Zunehmender Wind aus West bis Nordwest. Stürmische Böen. Sturmflut und Landunter. Den Herrn Rasputin ängstigen bereits die ersten Anzeichen, ein noch harmlos murmelndes Grummeln überm Dach, Pfeifen um die Hausecken. Am sichersten fühlt er sich unter meinem Bett, wenn ich mich darauf lege. Ein gutes 2019!