Montag, 15. Oktober 2018

Mahnwache

Der Kater rührt sein Frühstück nicht an. War auf der Jagd in der Nacht. Klettert seit neuestem auf den Kastanienbaum. Ich lobe den alten Herrn für sein Morgentraining. Die Brutkästen dort oben sind längst verlassen.

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 14. Oktober 2018

Notruf

Das Wasser ist so warm, dass ich beschließe bis zur Boje rauszuschwimmen. Aus der Ferne sind Martinshörner zu hören. Sie schwellen an. Kommen näher. Über den Deich schwärmen plötzlich Feuerwehrmänner. Sie winken mich und den Pastor aus dem Wasser. Wir sollen rauskommen, rufen sie. Ja, ich bin dabei, antworte ich. So schnell geht das nicht. Dann rasen mehrere Einsatzwagen über die Straße am Wasser, die normalerweise nur Fußgängern, Hunden und Fahrrädern gehört. Notarztwagen. Schweres Feuerwehrgerät. Feuerwehrboote brausen durch die Fahrrinne. Ein Kitesurfer sei in Not geraten. Aber die Hundertschaften zu Land und zu Wasser können nichts ausrichten. Einer entschuldigt sich bei mir, dass er mein Badevergnügen vorzeitig beendet habe, als ich nackt aus dem Wasser steige. Sie müssten freie Sicht haben. Ich verstehe. Freie Bahn. Obwohl ich sehe, dass sie nichts ausrichten. Und alle, die freiwillig aus dem Wasser steigen, sind quicklebendig. Gesund. Mit prickelnder Haut, geröteter Brust. Ich habe meine Tagesnorm übererfüllt. Sie ziehen ab nach Nordermeldorf. Ich nach Meldorf.

Samstag, 13. Oktober 2018

Samstag der Dreizehnte

Es ist so warm, dass Handtücher ausgebreitet werden und auf dem Deich in der Sonne gebadet wird. Ich bade im Wasser. H. kommt. Unser gemeinsames Abbaden.

Freitag, 12. Oktober 2018

Wassermassen

Das Wasser wird wieder wärmer uind läuft zu Hochform auf. Die Welt wird trockener. Das Wetter bleibt unverwüstlich. Ich wässere den Bambus. Mittlerweile tauchen vereinzelte Schwimmerinnen auf. Die Dusche tropft seit Tagen, obwohl sie nicht funktioniert. Das Wasser, denke ich, ist längst abgstellt. Die Leitung zugedreht. Aber Reste verirren sich immer noch. 

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Drachen

Viel Wind von Süden. Viel Mütter. Viel Kinder. Steigende Drachen vertreiben die Schafe. Die Menschen haben den Deich bereits wieder zurückerobert.

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Süderholmer Moor

Statt schwimmen spazieren. Im Süderholmer Moor. Mit dem Fahrrad durchs Fieler Moor. Immer weiter nach Norden. Und am Abend zurück. Lauter Mohren. Fast kein Wind. Viel Sonne, die irgendwann auch genug hat und untergeht.

Dienstag, 9. Oktober 2018

Neumond

Die Nächte sind schwarz wie mein Kater. Ich liege wach und versuche mir vorzustellen, wie ich das Unaussprechliche in Worte fasse. Ein Kapitel ist abgeschlossen. Und das nächste hat noch nicht begonnen. Dazwischen liegt die Unendlichkeit.

Montag, 8. Oktober 2018

Mahnwache

Abbaden 8. Ein Teil der Strecke zum Deich ist kurzzeitig gesperrt, da ein Fernsehteam Filmaufnahmen macht. Ich drängle mich vorbei, muss zum Wasser, sonst ist es weg. Immer noch Arbeiten am Fahrradweg. Immer noch hupen mich Autos an, weil ich auf der Straße fahre.

18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg 


Sonntag, 7. Oktober 2018

7

Erntedank. Der Himmel ist wieder getrennt vom Wasser. Der Horizont wieder sichtbar. Mittelplate wieder an ihrem Platz. Sonntag. Das Siebente Abbaden. Nordwind. Am neuen Fahrradweg wird gearbeitet. Bzw. herumgestanden. Offenbar hat das Kleine Gerät gerade keine Kraft mehr und wird von einem Großen Gerät (Tanklaster), das quer über der Fahrbahn steht, gesäugt. Ich umrunde die unsonntäglich Gewandeten großräumig.
Im Wasser der Pastor. Er schwimmt zu seiner Sandbank. Ihn scheint die (immerhin noch zweistellige) Wassertemperatur nicht im geringsten zu kümmern. Ich hingegen habe kaum Fett auf den Rippen und steige nach 7 Minuten erfrischt aus dem Meer.

Samstag, 6. Oktober 2018

Die Rückkehr der Schafe

Sie begrüßen mich von weitem: die Schafe! Schwarze und nicht schwarze. Hinkende und nicht Hinkende. Stehen wieder auf dem Deich, der ihnen, den An- und Zugezogenen gehört, aber im Sommer von Textillosen bevölkert wird. Mein Abbaden Nummer Sechs. Es ist ein Kollege da, der eBikefahrer aus Brunsbüttel. Fast kein Wind und das Licht so milchig, dass der Himmel ins Meer überzugehen droht oder umgekehrt. Das Meer in den Himmel. Nicht die kleinste Welle. Aber gute 13°. Sehr erfrischend. Die Duschen stehen noch, aber es kommt kein Wasser mehr. Man fürchtet wohl Frost. Oder arbeitet vor. Oder weiß: Schafe waschen sich nicht, sie müssten sich ja ausziehen.

Freitag, 5. Oktober 2018

Schönwetter

Die Sonne überrascht bereits wie nach langen Wintertagen. Ich kann am Nachmittag Rasen mähen! Noch wächst er. Das gibt Mut am Vormittag. Denn das Wasser ist zu früh dran. die Flut läuft noch im Morgennebel auf und ich befasse mich am Schreibtisch mit Konkurrenzvegetation.

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Schietwetter

Wie's im Buche steht. Ich koche die erste Maronensuppe. Über's Jahr hab ich vergessen, wie anstrengend das Schälen ist. Ich verteile Eimerweise Fallobst. Und verlange die Eimer leer zurück.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Feiertag

Ich backe Kuchen, koche Birnen und Äpfel ein, sammle Maronen vom Boden auf. Landunter auf den Halligen. Auch an meiner Badestelle war sicherlich landunter. Aber das Hochwasser kam vor Sonnenaufgang und ging im Laufe des Vormittags. Mittagsspaziergänger berichten vom Müll, der an den Deich gespült wurde und den die meisten Feiertagsausflüger überhaupt nicht beachten. Geschweige denn mitnehmen.

Dienstag, 2. Oktober 2018

Maronen

Die Maronen sind alle auf einen Schlag zum Monatsersten reif geworden und fallen massenhaft vom Baum. Auf meinen Kopf. Vor meine Füße. Auf die Straße. Auf den Rasen. Rasputins Spielplatz. Ich komme nicht nach mit dem Entfernen der stachligen Hüllen. Schließlich braucht der Kater seinen Auslauf" Und plötzlich ist kein Durchkommen mehr. Und am Gartenzaun plötzlich die personifizierte Chuzpe. Eine filmreife Szene. Wieder was gelernt über die Untiefen (dies ist ein Antagonym, ein Janus-Wort!) der menschlichen Existenz.

Montag, 1. Oktober 2018

Meldorfer Mahnwache

Sie kollidiert mit dem Hochwasser, mit dem Monatsanfang, mit dem Regen, mit den Herbstferien und mit der Extraprobe in Heide. Trotzdem findet sie statt:
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg