Sonntag, 29. Januar 2023

Hekaschepes

Das Wort zum Sonntag kommt aus der Nekropole Sakkara - südlich der Metropole Kairo gelegen. Chnumddschedef (Aufseher), Meri (geheimer Wächter), Messi (Priester - nicht Fußballer!), Fetek (Richter, Schreiber), um nur einige der unaussprechlichen Namen der dort vor etwa 4000 Jahren Bestatteten zu nennen. Mumien, die jetzt - wer weiß, warum und wozu - ausgebuddelt und durchleuchtet werden. Die Mumie von Hekaschepes gilt als Sensation des Tages. Es soll die besterhaltene Mumie eines Toten sein, der zu Lebzeiten nicht einem Königsgeschlecht angehört habe. Mit gefällt allerdings der namenlose und viel jüngere Goldjunge besser. Er war bereits vor über hundert Jahren in Oberägypten gefunden worden. Seine Mumie wurde aber nie geöffnet, sondern jetzt erst durchleuchtet. Das CT zeigt etwa 49 Amulette sowie Sandalen. Mit dem Schuhwerk soll ihm der Weg ins Jenseits erleichtert werden. Aber seinen Sarg hat er offenbar nie verlassen, sonst hätte man ihn ja nicht mehr finden können in der Grabkammer. Das CT zeigt außerdem eine vergoldete Gesichtsmaske, als ob man schon vor 2300 Jahren an Corona gedacht hätte! Sowie einen Brustpanzer. Das Hirn war dem armen Buben durch die Nase entfernt worden, lese ich mit einem leichten Schaudern, und der leere Raum im Schädel mit Harz gefüllt. Auch die Bauchhöhle ist leer - bis auf das Herz. Und in der Mundhöhle liegt ein goldenes Zungenamulett, damit er im Jenseits sagen kann, wer er ist und woher er kommt. Der Goldjunge.

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