Freitag, 10. September 2021

Einblatt ...

... oder Eindorn. Ein Blatt oder einen Dorn. Einfangen! Gestern, an diesem warmen Septembernachmittag, als wir uns im kühlen Wald versammelt hatten, um Werners Asche der Erde zu übergeben, sprachen nach der Zeremonie einige Weggefährten, Freunde, Freundinnen, Familienmitglieder des Grafikers. Unsere frühere Bürgermeisterin sagte, ohne den Grafiker wäre sie wahrscheinlich nie Bürgermeisterin geworden. "Oh ja!", entfuhr es mir unkontrolliert. Denn auch ich gehör(t)e zu denjenigen (wozu ich immer unumwunden stand und stehe), die sich von einem ästhetisch ansprechenden Wahlplakat eher umgarnen und einfangen lassen als von einem uninspirierten Dithmarscher Bauernkopp (sorry!). Wie auch immer. 

Ich bin heute müde und muss über vieles nachdenken. Noch einmal zum Deich zum Baden fahren. Was bedeuten die Strukturen und Mechanismen, die auf dem platten Land, in unserer öden Kohl-Provinz, auf unseren Kohl-Straßen, in unserem Kohl-Köpfen funktionieren? Lassen sie sich auf  das Große Ganze, auf die Landes oder gar Weltpolitik übertragen? Hier ist damals eine Frau mit dem Parteibuch der Grünen (nota bene unterstützt von den Roten, der SPD) gewählt und ein Mann der Schwarzen CDU nicht gewählt worden. Weil die Grüne den besseren Grafiker beauftragt hatte. Ha! Beendet hat sie ihre Amtszeit als Parteilose, weil ihr die Grünen unterwegs in den Rücken gefallen waren und sie das denen nicht verzieh! Für eine zweite Amtszeit stand sie von Anfang an nie zur Verfügung. Das wiederum habe ich ihr nie verziehen. Wie auch immer.

Ich glaube, der tote Grafiker hat auch für ihre Nachfolgerin gesorgt.

Was also sagt uns das? Wir bildergläubigen Ungläubigen? Unbelehrbaren? Idioten?

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