Donnerstag, 7. Juli 2016

Reden

Vorgespräch mit einer Mitarbeiterin von Maischberger TV. Nein, es ist wahrlich kein Gefallen, den ich mir damit antue. Schwiegervater wurde vor fast genau zehn Jahren in der Berliner Charité umgebracht. Getötet. Ermordet. Und es hat sich nichts verändert. Die Fragen sind dieselben geblieben. Die Antworten sind dieselben geblieben. Ich hocke auf dem Fensterbrett und rühre mich nicht. So ist der Empfang am besten. Mit dem Rücken zum Himmel. Als es vorbei ist, habe ich steife Beine und steife Arme. Ich falle schlotternd ins Bett.
Es ist mir schon lange klar: ich will dereinst, sollte mich der Schlag hier treffen oder was auch immer mich niederstrecken, nicht gerettet werden, nicht vom Hubschrauber in eine Klinik aufs Festland geflogen werden, nicht in die Fänge einer möglicherweise mörderischen Maschinerie geraten. Mein Misstrauen werde ich in diesem Leben nicht mehr ablegen können und will deshalb, wenn es so weit ist, einfach nur sterben. Am besten auf der Hallig.

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