Dienstag, 28. September 2021

Ein ...

 ... letztes Mal! Abbaden im September. Abendhochwasser. Traumhaft zerfetzter Himmel und mein letztes Septemberdreieck. Angeblich 18° Wassertemperatur - also sommerlich warm! Noch vor Sonnenuntergang steigt die Feuchtigkeit vom Deich in mein Handtuch, in meine Schuhe, in meinen heißen Tee. Nichts wie weg hier. Die Luft ist kälter als das Wasser, soviel ist gewiss. Und die Sonne geht unter. Mein Körper ist gut durchgekühlt, der Kopf frisch wie selten und die Gedanken kristallklar, als ich zu Hause ankomme.

Auf dem Bild oben ist das Dreieck zu sehen: links unten der untere Teil der Badetreppe, in Form eines ins Wasser gefallenen R's.  Rechts unter den Wolken, fast auf der Höhe von Friedrichkoogspitze die erste Boje, den Blick weiter schweifen lassen, nach links bis zu den Windrädern am Horizont: die zweite Boje. Dahinter noch ein, zwei, drei Köpfe von Badenden. Und die deutliche Spur im Wasser, von meiner Rückkehr zum halb versunkenen R., die Treppe hoch, unter die Dusche, ins Handtuch, in die Kleider, Schuhe, Schal, ein Schluck Tee und auf aufs Fahrrad!

Montag, 27. September 2021

Ein ...

 ... Wort noch zum gestrigen Tag. Ein Lob an meine zwei Wahlhelferinnen und fünf Wahlhelfer. Die Parität war nicht ganz gegeben - mit mir 3 : 5. Aber: einen Wahltag zu bestreiten, ist wahrlich eine schweißtreibende Aufgabe. Die größte Herausforderung beginnt nach 18 Uhr, also nachdem die Außentür zugezogen ist und erste wasserfest laminierte Infos über Abstandsregelung und Maskenpflicht abgenommen werden können. Tagsüber hatten wir auch gut zu tun, aber da beschränkt sich unsere Tätigkeit normalerweise darauf, den stimmwilligen Menschen einen geordneten Zugang zu Stimmzettel, Wahlkabine und Wahlurne zu gewährleisten. Abends aber beginnt das Hauen und Stechen, Auseinanderfalten, Sortieren, Zählen, Springen im Quadrat, Rechnen im Quadrat, Denken im Quadrat - oder Rechteck. Oder um die Ecke. Es ist eine mathematische Herausforderung, die stichfest überprüften (immer von 4 Augen und Händen gezählten) Stimmenanteile (Strichlisten auf  Schmierzetteln, von denen wir immer viel zu wenige zur Verfügung gestellt bekommen) in die Wahlniederschrift so zu übertragen, dass am Schluss wieder das herauskommt, was wir schon am Anfang wussten: die Anzahl der abgegeben (doppelten, gesplitteten, ganz oder halb ungültigen - also Erst- und Zweit-)Stimmen, die beim Anheben und Umkippen der geöffneten Wahlurne (diesmal in Form, Größe und Farbe der Papiertonne der AWD) auf die zusammengeschobenen Tische purzelten. Bei aller Intelligenz und körperlicher Fitness: ohne Humor geht das Ganze nicht. Mit Dank an [in streng alphabetischer Reihenfolge) André, Bernd, Inge, Johannes, Markus, Mayra und Philipp für die gute Stimmung bis zum Schluss.

Am Ende sind wir immer klüger. Wir verabschieden uns mit den Worten "bis zum nächsten Mal" und: "jetzt wissen wir, wie wir es noch effektiver schaffen". Leider dauert es meist bis zum nächsten Mal zu lange. Oder das Hirn hat in der Zwischenzeit anderes zu speichern.

Und den beiden letzten, A + B, mir und einem der Beisitzer, der sich freundlicherweise dazu bereit erklärte, stand dann noch der Gang nach Canossa bevor. Noch einmal, ein letztes Mal, an die Meldorfer Hindenburgstraße.

Sonntag, 26. September 2021

Eingang ...

... Bürgerweide. So steht es auf jeder Wahlbenachrichtigung. Auch der Ort AWO. Bisher war es immer das Altenhilfezentrum. Sozusagen gegenüber. Aber der Eingang ... Die Wählerinnen und Wähler sind zuhauf aus purer Gewohnheit im Altenhilfezentrum gestrandet. Die Adresse ist fast die gleiche. Nur der Eingang ... Ich selbst habe (vor Wochen schon), nur das A... gelesen und gedacht, AHA, dort wo immer. Bis mich der zuständige Mitarbeiter im Amt (rechtzeitig!) aufklärte, dass Nicht dort wo immer, sondern AWO Eingang Bürgerweide. Wie es auf der Wahlbenachrichtigung steht. Tatsächlich! Und wir, ich und meine gutgelaunten ehrenamtlichen Wahlhelferinnen und Wahlhelfer fanden uns pünktlich am richtigen Ort ein, Eingang Bürgerweise, steuerten den Ansturm coronaconform und brachten den Wahltag erfolgreich zu seinem verdienten Ende mit Auszählung, Niederschrift, Ablieferung der versiegelten Originalunterlagen im Amt. 

Btw: Bei uns war das Ergebnis eindeutig. Eingang Bürgerweide.

Mehr morgen, wenn ich ausgeschlafen bin.

Samstag, 25. September 2021

einfach ...

... noch einmal schwimmen! Ein unerwartet milder Nachmittag. Das Wasser läuft immer noch höher auf als normal, einen halben Meter. Trotzdem ist der Wind am Deich fast ganz verstummt.Vor Ehrfurcht! Vor dem Leben oder vor unserem Mut, ins Wasser zu steigen, nachdem wir lange auf dem Gras gesessen und in die so überraschend warme Welt an der Nordsee gestaunt haben. Dann, endlich im Wasser, erzählt ein Schwimmkollege, den ich draußen auf halber Strecke antreffe, ein anderer habe über googleearth das Dreieck nachgemessen. Er ging allerdings von einem Gleichschenkligen aus. Was googleearth eigentlich von sich aus hätte korrigieren müssen. Die Strecke von der Badetreppe zur Boje betrage 150 Meter x 3 = 450 Meter. Nach meinem rein optischen Eindruck (aber auch nach der Schwimmleistung) ist aber die dritte Seite deutlich länger. Oder ich immer deutlich erschöpfter. Wie wie auch immer, ein mehr oder weniger halber Kilometer ist auch nicht schlecht. Heute ist es mir aber zu kalt. Ich belasse es bei 300, einmal die Gerade hin und wieder zurück. Kühlt ganz schön durch vor dem morgigen Hitzetag.

Freitag, 24. September 2021

Einweisung ...

 ... in den Ablauf der Bundestagwahl. Findet aus Sicherheitsgründen auch im 1. OG (des Amtsverwaltungsgebäudes) statt. Weil ja immer noch die Gefahr einer Sturmflut droht. Dort oben können die Sicherheitsabstände eingehalten werden. Und die Veranstaltung wird "coronakonform" (wie ich lese) ablaufen. Das ist ein neues Wort. Ich würde es ja entweder gar nicht verwenden, weil es meines Erachtens ein Unwort ist. Kann irgendetwas zB grippekonform sein? Oder Herzinfarktkonform? Schilddrüsenunterfunktionskonform? ToxischeVanBeziehungs-(hab ich kürzlich mit Staunen zur Kenntnis genommen)-konform? Aber wenn, dann würde ich es mit zwei c schreiben. Der Harmonie wegen. Coronaconform. Wie Coconut.

Donnerstag, 23. September 2021

Einhalt ...

... gebietet die Sturmflut. Orkanböen. Auf dem kurzen Weg am frühen Mittag von der Stadt nach Hause werde ich tropfnass. Herr Caruso gähnt zu meiner Begrüßung und bleibt in seinem warmen Nest liegen. In Gedanken packe ich einen Koffer und fahre auf den Spuren einer literarischen Figur in den Südhessischen Hochtaunus. Das geht ohne Schuhe und ohne Regenschirm. Natürlich ist es vermessen von einer Spitzenkandidatin ohne jede Qualifikation zur Spitzenpolitikerin, zu behaupten, die nächste Regierung sei die letzte, die noch etwas an unserer Zukunft ändern kann. Jede Regierung drechselt, dreht, sägt, schleift und hämmert an unserer Zukunft, mehr oder weniger professionell und hemmungslos, immer in erster Linie ausschließlich, entgegen aller schmallippigen Beteuerungen oder geschliffenen Bekenntnissen auf Erhalt der einmal gewonnenen Macht bedacht. Fast alles, was seit Tagen, Wochen gebetsmühlenartig wiederholt wird, ist verlogen. Vieles vermessen. Heute zum Beispiel, an einem normalen Donnerstagnachmittag im September, steigt der Meeresspiegel vor meiner Haustür, an meiner Badestelle in der Meldorfer Bucht am Dithmarscher Wattenmeer schon mal eineinhalb Meter über Normalnull. Also bleibe ich an meinem Schreibtisch unter dem Dach im OG sitzen.

Mittwoch, 22. September 2021

einläuten ...

 ... Herbst! Die ersten Stacheln fallen, unreif und überflüssig. Die Dohlen lärmen schon seit in paar Tagen im Maronenbaum, obwohl da noch gar nichts zu holen ist. Die Sonne steht hoch am Himmel. Die Springzeit hat eingesetzt. Das Wasser läuft einen halben Meter über Normal auf und ist so gnädig, mich auch eine Stunde vor der Hoch-Wasser-Zeit aufzunehmen. Das Abbaden ist eingeläutet.