Ein Fernerkundungsspezialist, eine Geoinformatikerin und zwei Praktikantinnen sind derzeit bei Steenodde im trockengefallenen Watt unterwegs. Sonntägliche Schlickwanderung zu vorgelagerten Muschelbänken. Sie sammeln Referenzwerte. Verlässliche Kontrollwerte. Für den Abgleich mit Satellitenbildern. Für die SAMOWatt-Kartierung (SAtellite MOnitoring). SAMOWatt ist Teil der europäischen Initiative "Global Monitoring for Environment and Security" (GMS). Damit soll in den nächsten Jahren ein gut vernetztes, unabhängiges europäisches Erdbeobachtungssystem aufgebaut werden. Radarsatellitensysteme sollen genutzt werden. Radarstrahlen werden Richtung und Neigung von Windrippeln erfassen. Die Zahl der Wattwurmhaufen an die Zentrale melden. Wo immer die ist. Die Schräglage des Bodens zum Satelliten beschreiben. Sedimenteigenschaften registrieren. Sowie, unschätzbar, die Oberflächenrauigkeit bestimmen.
Sonntag, 7. Oktober 2012
Samstag, 6. Oktober 2012
Bienennährgehölz
Die Edelkastanie, lese ich, sei "vor allem ein wichtiges Bienennährgehölz". Oder anders gesagt, eine "sehr gute Bienenweidepflanze". Und: in raueren Gegenden, nördlich des 48. bis 50. Breitengrades reiften die Früchte nicht mehr regelmäßig aus. Ein kühles Frühjahr verzögere die Blüte bis zu einem Monat und dann blieben die Früchte im Oktober "taub".
Ich lebe auf dem 54. Breitengrad. In der Nacht fegte der erste heftige Herbststurm über mein Dach. Es blieb standhaft. W. ist in Jesolo und unterrichtet. In einer Regenpause schaffe ich fünf Schubkarren voller Cupulae (stachlige Fruchtbecher) vom Rasen weg, zwei vom Bürgersteig. Keine einzige reife Marone! Aber vielleicht mehrere Bienenvölker vor dem Verhungern gerettet?
Ich lebe auf dem 54. Breitengrad. In der Nacht fegte der erste heftige Herbststurm über mein Dach. Es blieb standhaft. W. ist in Jesolo und unterrichtet. In einer Regenpause schaffe ich fünf Schubkarren voller Cupulae (stachlige Fruchtbecher) vom Rasen weg, zwei vom Bürgersteig. Keine einzige reife Marone! Aber vielleicht mehrere Bienenvölker vor dem Verhungern gerettet?
Freitag, 5. Oktober 2012
Markscheidewesen
An der TU Bergakademie Freiburg (im Breisgau) ist eine Professur für Markscheidewesen ausgeschrieben. Nicht dass ich mich bewerben könnte oder wollte. Mir fehlen sämtliche Qualifikationen auf dem Gebiet der Markscheidetechnik, der Bergschadenkunde, der Geomodellierung oder Lagerstättenbearbeitung im Altbergbau oder der Bergbausanierung. Und mich zieht es nicht in den Süden.
Aber ich liebe Wörter und nehme das Zeitungsinserat zum Anlass, mir eine Karriere als Markscheiderin (nicht zu verwechseln mit der Karriere der Marktschreierin) vorzugauckeln. Die Markscheiderin legt unter- und übertägige Besitzgrenzen fest, sie "scheidet die Marken". Das ist denkbar einfach. Das Substantiv "Mark" meint hier Grenze und das Verb "scheiden" trennen. Markscheider sind seit dem Mittelalter amtlich bestellte Sachverständige und ihre Messergebnisse haben Urkundscharakter. Sie beschreiben und vermessen die Welt über und unter der Erdoberfläche. Früher, als es noch keine Markscheiderin gab, arbeitete der Markscheider mit dem Hängezeug oder Schinzeug (Lot, Gradbogen und Hänge- oder Setzkompass) sowie der Lachterkette und der Markscheiderlampe. Ich arbeite im übertägigen Bereich mit elektrooptischer Streckenmessung, also mit Totalstationen, GPS-Messungen und Photogrammetrie. Im Untertagebereich der Schlagwettergruben bin ich aufgrund der Explosionsgefahr noch auf optisch-mechanische Theodolite und Bandmaßmessungen angewiesen.
Aber ich liebe Wörter und nehme das Zeitungsinserat zum Anlass, mir eine Karriere als Markscheiderin (nicht zu verwechseln mit der Karriere der Marktschreierin) vorzugauckeln. Die Markscheiderin legt unter- und übertägige Besitzgrenzen fest, sie "scheidet die Marken". Das ist denkbar einfach. Das Substantiv "Mark" meint hier Grenze und das Verb "scheiden" trennen. Markscheider sind seit dem Mittelalter amtlich bestellte Sachverständige und ihre Messergebnisse haben Urkundscharakter. Sie beschreiben und vermessen die Welt über und unter der Erdoberfläche. Früher, als es noch keine Markscheiderin gab, arbeitete der Markscheider mit dem Hängezeug oder Schinzeug (Lot, Gradbogen und Hänge- oder Setzkompass) sowie der Lachterkette und der Markscheiderlampe. Ich arbeite im übertägigen Bereich mit elektrooptischer Streckenmessung, also mit Totalstationen, GPS-Messungen und Photogrammetrie. Im Untertagebereich der Schlagwettergruben bin ich aufgrund der Explosionsgefahr noch auf optisch-mechanische Theodolite und Bandmaßmessungen angewiesen.
Donnerstag, 4. Oktober 2012
Laubfärbetag
Heute ist der Laubfärbetag. Gestern fielen innerhalb weniger Stunden sämtliche Maronen von unserem Baum. Alle dürr, mager, unreif, aufgeplatzt, unbrauchbar. Heute sind plötzlich alle Blätter der Ahornbäume feuerrot. Es gibt keine Jahreszeiten mehr. Keine Entwicklung. Nur noch abrupte Wechsel. Es regnet und die Sonne scheint in einem. Irgendwo im Osten zieht der nächste Regenbogen über den Himmel. Wir haben das Jahr der Regenbogen, den Tag des Laubfärbens.
Vor dreißig Jahren starb Glenn Gould an den Folgen eines Schlaganfalls - die sein Leben erhaltenden Maschinen wurden am 4. Oktober 1982 abgeschaltet.
Vor dreißig Jahren starb Glenn Gould an den Folgen eines Schlaganfalls - die sein Leben erhaltenden Maschinen wurden am 4. Oktober 1982 abgeschaltet.
Mittwoch, 3. Oktober 2012
Winterknoblauch
Ich stecke spanische Bioknoblauchzehen zwischen meine Rosenstöcke. Daraus soll Winterknoblauch wachsen. Seinen Namen bekommt der Knoblauch von der Pflanzzeit. Im Frühjahr gesteckte Zehen entwickeln Sommerknoblauch, im Herbst gesteckte Winterknoblauch.
Mein bescheidener Ernteerfolg von 7 Knollen (aber: wie die riechen!) hat mich ermutigt. Also wage ich das Experiment und die Mischkultur. Knoblauch soll nämlich Mehltau und Rostpilze, Läuse, Maulwürfe und andere Schädlinge oder Krankheiten fern halten. Zwischen den Erdbeeren beugt er Grauschimmel vor, bei den Möhren vertreibt er die Möhrenfliege, den Salat bewahrt er vor Pilzen.
Mein bescheidener Ernteerfolg von 7 Knollen (aber: wie die riechen!) hat mich ermutigt. Also wage ich das Experiment und die Mischkultur. Knoblauch soll nämlich Mehltau und Rostpilze, Läuse, Maulwürfe und andere Schädlinge oder Krankheiten fern halten. Zwischen den Erdbeeren beugt er Grauschimmel vor, bei den Möhren vertreibt er die Möhrenfliege, den Salat bewahrt er vor Pilzen.
Dienstag, 2. Oktober 2012
Bambusschösslinge
Hier ein (zwei, drei ...) Prachtexemplar(e). Wenn wir uns dann einmal in nicht allzu ferner Zukunft der Schösslinge und des Bambus nicht mehr erwehren können, werden wir sie ernten, schälen, zerkleinern, kochen und essen.
Die Schösslinge enthalten Bitter- sowie Giftstoffe (Blausäureglykosid), die beim Kochen zerstört werden. Sie sollten nie roh verzehrt werden.
Die Schösslinge enthalten Bitter- sowie Giftstoffe (Blausäureglykosid), die beim Kochen zerstört werden. Sie sollten nie roh verzehrt werden.
Montag, 1. Oktober 2012
81. Mahnwache in Meldorf
Mahnwache gegen Atomkraft:
18:00-18:30 Südermarkt, Meldorf
zur Info: AKW-Stresstest fällt Europaweit durch
http://www.n-tv.de/politik/AKW-Stresstest-faellt-schlimm-aus-article7355701.html
18:00-18:30 Südermarkt, Meldorf
zur Info: AKW-Stresstest fällt Europaweit durch
http://www.n-tv.de/politik/AKW-Stresstest-faellt-schlimm-aus-article7355701.html
Abonnieren
Posts (Atom)
