Sonntag, 9. Oktober 2011
Der geübte Verlierer
Die Polen haben gewählt. Wenn die Prognosen stimmen, hat Tusk gewonnen und Kaczyński verloren. Tusk, der damit als erster Regierungschef seit der Wende wieder gewählt wurde, deutet das Votum als Zeichen des Optimismus der Polen. Kaczyński, der nun die 6. Wahl in Folge verloren hat, verspricht seinen Getreuen bald "Budapest in Warschau". Wer sich darüber amüsieren mag, kann das hier tun (Polnischkenntnisse von Vorteil): http://www.facebook.com/budapeszt.w.warszawie
Samstag, 8. Oktober 2011
Der einsame Vertikutierer
Der Bahnhof von Flensburg wurde heute Nachmittag wegen Bombenalarm komplett gesperrt. Gegen 13.20 Uhr wurde auf dem Bahnhofsvorplatz ein verdächtiges, verschnürtes Paket entdeckt. Das schleswig-holsteinische Bombenräumkommando rückte an und setzte ein mobiles Röntgengerät ein. Der Schienenverkehr rund um Flensburg kam drei Stunden lang zum Erliegen. Der Bahnhof und ein nahes Wohnhaus wurden evakuiert. Feuerwehr, Rettungswagen und Notarzt standen bereit. Dann kam die Entwarnung: das Paket war harmlos. Ein Gartengerät. Ohne Gärtner. Ein herrenloser und damenloser Vertikutierer!
Freitag, 7. Oktober 2011
Das Windeignungsgebiet
Zwischen Wrohm und Osterrade gibt es eine Windfläche. Darauf sollen Windmühlen gebaut werden. Die beiden Gemeinden meldeten 71 (Osterrade) und 54 (Wrohm) Hektar an. Das Innenministerium in Kiel hat nun in einem neuen Entwurf der Teilfortschreibung des Regionalplans diese Areale auf eine Gesamtfläche von 75 Hektar "eingedampft", wie es heißt. Schöne Wörter. Und unvorstellbare Welten. Ich dachte immer, der Wind weht, wo er will. Vor allem bei uns an der Westküste. In der Planungsabteilung in Kiel soll es zu Missverständnissen gekommen sein. Gehölzbestände im Westen der Windfläche sollen als Wald eingestuft worden sein. Und Wald behindert Wind. Bäume verlangen einen Mindestabstand von 100 Metern zuzüglich Rotorradius zu den Windmühlen. Denn auch Bäume atmen. Häuser hingegen brauchen 800 Meter Abstand. Auch hier liegen "irrtümliche Auffassungen" des Ministeriums vor, welches das Windeignungsgebiet auch im Nordosten reduzieren wolle. Dort gibt es aber keine Ortsbebauung mehr, sondern nur Splittersiedlungen wie landwirtschaftliche Betriebe. Und die begnügten sich mit einem Mindestabstand von 400 Metern.
Naturschützer kritisieren das Projekt, ob eingedampft oder ausgedehnt. Die geplante Windfläche liegt ihrer Ansicht nach in einer charakteristischen und schützenswerten Geestlandschaft nahe Eider und Offenbütteler Moor. Aber Wind lässt sich doch nirgends einsperren. Geschweige denn irgendwo auf der Welt zügeln.
Naturschützer kritisieren das Projekt, ob eingedampft oder ausgedehnt. Die geplante Windfläche liegt ihrer Ansicht nach in einer charakteristischen und schützenswerten Geestlandschaft nahe Eider und Offenbütteler Moor. Aber Wind lässt sich doch nirgends einsperren. Geschweige denn irgendwo auf der Welt zügeln.
Dienstag, 4. Oktober 2011
Ende der Badesaison
Sturm, Starkregen, die ersten Küstennebelfelder (mein Lieblingswort), Flut 18:38, Sonnenuntergang kurz danach. Keine Chance, an den Strand zu gelangen, zu baden und zu sonnen.
Montag, 3. Oktober 2011
29. Mahnwache in Meldorf
Mahnwache gegen Atomkraft
heute 18:00-18:30
Meldorf, Südermarkt
Auch am Tag der Deutschen Einheit treffen wir uns um 18 Uhr auf dem Meldorfer Marktplatz.
Wer noch nie oder länger nicht mehr dort war, fragt sich vielleicht: was machen die da eigentlich?
Nun, erstmal halten wir weiter die Fahne gegen Atomkraft hoch. Wir sind noch da, wir erinnern uns und hoffentlich auch jene, die am frühen Abend über den Marktplatz eilen oder spazieren, dass es immer noch gute Gründe gibt, seine Stimme und sein Rückgrat zu erheben: gegen das Vergessen der GAUs und ihrer Folgen, gegen die Gefahren, die von den aktiven Meilern ausgehen, gegen das Zögern vor einer kompletten Kehrtwende in der deutschen Energie-Politik.
Darüber hinaus findet ein regelmäßiger Austausch statt. Es gibt aktuelle Informationen aus der "Meldorfer Energie-Szene", Überlegungen zu weiteren Aktionen der Mahnwache oder Neuigkeiten aus der deutschen Atompolitik. Wer aus Presse oder anderen Medien zum Thema etwas berichten möchte, ist stets willkommen. Auch literarische Beiträge, die uns manchmal einfach nur beeindruckend nachdenklich machen, wurden schon vorgetragen.
Sonntag, 2. Oktober 2011
Birdwatch 2011
Am späten Nachmittag verbringe ich eine halbe Stunde bei auflaufendem Wasser am grünen Strand in der Meldorfer Bucht. Bis die Flut ihren Höhepunkt erreicht, lese ich in Carsten Niebuhrs Reisebericht ins Glückliche Arabien. Schwimme von 16:50 bis 17:10. Wassertemperatur 16°, Luft 22°, schwacher Wind von Südwest.
Derweil kommt der Vogelzug über Deutschland zu seinem Höhepunkt. An der Westküste gibt es "Vogelbeobachtung satt", Vogelkiek 2011 (Näheres siehe: http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/birdwatch/index.html ). Drei ausgezeichnete Beobachtungsgebiete in Nordfriesland bieten beste Ausblicke: Hauke-Haien-Koog, Fahretofter Westerkoog sowie Rickelsbüller Koog. Unter fachkundiger Begleitung können Wat- und Wasservögeln beobachtet werden, riesige Watvogel-Schwärme, eine Skua-Raubmöwe, Odinshühnchen sowie Zwergschnepfen.
Es ist der 2. Oktober und ich verlasse fröstelnd den grünen Strand.
Derweil kommt der Vogelzug über Deutschland zu seinem Höhepunkt. An der Westküste gibt es "Vogelbeobachtung satt", Vogelkiek 2011 (Näheres siehe: http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/birdwatch/index.html ). Drei ausgezeichnete Beobachtungsgebiete in Nordfriesland bieten beste Ausblicke: Hauke-Haien-Koog, Fahretofter Westerkoog sowie Rickelsbüller Koog. Unter fachkundiger Begleitung können Wat- und Wasservögeln beobachtet werden, riesige Watvogel-Schwärme, eine Skua-Raubmöwe, Odinshühnchen sowie Zwergschnepfen.
Es ist der 2. Oktober und ich verlasse fröstelnd den grünen Strand.
Samstag, 1. Oktober 2011
Sand im Meer
Am Nachmittag verbringe ich zwei Stunden bei auflaufendem Wasser am grünen Strand. Bis die Flut ihren Höhepunkt erreicht, lese ich in Carsten Niebuhrs Reisebericht ins Glückliche Arabien. Schwimme von 15:45 bis 16:00. Wassertemperatur 15°, Luft 25°, fast windstill.
Während die stürmischen Winde der vergangenen Wochen für starke Veränderungen in den Fahrwassern rund um Amrum führten, wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning meldet. Das Wattenfahrwasser an der Nordspitze, wo die Strömungen besnders stark sind, veränderten die Sände derart, dass sogar der besonders flach laufende "Adler Express" nicht mehr von Amrum nach Föhr kam. Am Mittelloch mussten drei Priggen entfernt und fünf neue Fahrwassermarkierungen eingespült werden. Ich lerne einerseits, dass Fahrwasserstellen mit großem Sedimenttransport keinen Anspruch auf Bestand in der Seekarte haben. Weil die Sände im Wattenmeer sich zu schnell verändern. Und oft Markierungen außerhalb des jährlichen Turnus nachgesetzt werden müssen. Und ich lerne andererseits, dass es sogenannte "Interessenfahrwasser" gibt, die den Reedereien unterstehen, die sie nutzen (zB Nordstrand-Hooge-Amrum-Sylt und Sylt-Amrum-Föhr). Weil die See im Wattenbereich ruhiger ist als entlang des Kniepsandes im Westen Amrums und den Fahrgästen eine angenehmere Überfahrt bietet, nutzen die Reedereien lieber die Route entlang der Nordspitze. Und sollen, um "unkundige Schiffsführer nicht irrezuführen" Markierungen umsetzen bzw entfernen.
Es ist der 1. Oktober und ich liege immer noch am grünen Strand und schaue in den blauen Himmel.
Während die stürmischen Winde der vergangenen Wochen für starke Veränderungen in den Fahrwassern rund um Amrum führten, wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning meldet. Das Wattenfahrwasser an der Nordspitze, wo die Strömungen besnders stark sind, veränderten die Sände derart, dass sogar der besonders flach laufende "Adler Express" nicht mehr von Amrum nach Föhr kam. Am Mittelloch mussten drei Priggen entfernt und fünf neue Fahrwassermarkierungen eingespült werden. Ich lerne einerseits, dass Fahrwasserstellen mit großem Sedimenttransport keinen Anspruch auf Bestand in der Seekarte haben. Weil die Sände im Wattenmeer sich zu schnell verändern. Und oft Markierungen außerhalb des jährlichen Turnus nachgesetzt werden müssen. Und ich lerne andererseits, dass es sogenannte "Interessenfahrwasser" gibt, die den Reedereien unterstehen, die sie nutzen (zB Nordstrand-Hooge-Amrum-Sylt und Sylt-Amrum-Föhr). Weil die See im Wattenbereich ruhiger ist als entlang des Kniepsandes im Westen Amrums und den Fahrgästen eine angenehmere Überfahrt bietet, nutzen die Reedereien lieber die Route entlang der Nordspitze. Und sollen, um "unkundige Schiffsführer nicht irrezuführen" Markierungen umsetzen bzw entfernen.
Es ist der 1. Oktober und ich liege immer noch am grünen Strand und schaue in den blauen Himmel.
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