Samstag, 31. März 2018

Karsamstag

Karsamstag. Nicht Ostersamstag. Karsamstag. Der stillste Tag des Jahres - ich kann es nicht oft genug wiederholen. Der dunkelste und der geheimnisvollste, sagen die Kirchenväter. Grabesruhe. Eisige Todesstille. Vor dem Fenster bereitet sich der Winter auf seinen zweiten Rückfall vor.
Und Vollmond. Der vierte des laufenden Jahres, der zweite im März, also Blue Moon. Der Februar hatte keinen, also gab es schon im Januar zwei.

Freitag, 30. März 2018

Karfreitag

Sonne. Tageslosung (wie gemacht für's Wattenmeer, seit Tagen extreme Niedrigwasserstände):

Als Mose seine Hand über das Meer reckte, ließ es der HERR zurückweichen durch einen starken Ostwind.
2.Mose 14,21

Donnerstag, 29. März 2018

Gründonnerstag

1 Stunde Schnee geschippt. Dem Bambus zugeredet, er möge sich unter der nassen Last wieder aufrichten. Mit dem Nachbarn über Marder und Kinder gesprochen. Jetzt beginnt der Tag, wie immer mit konträren Kalenderblättern:
Das eine sagt: "Ist der Gründonnerstag weiß, wird der Sommer heiß."
Das andere sagt: "Liegt an Gründonnerstag Schnee, gefriert im Sommer der Tee!"
Der norddeutsche Volksmund verknüpft listig das eine mit dem andern: "Ist der Gründonnerstag weiß, wird der Sommer ein Sch..."

Mittwoch, 28. März 2018

ausgestrahlt

ausgestrahlt e.V. - www.ausgestrahlt.de - hat die Filmvorführung gestern organisiert und einen Büchertisch aufgebaut. Und Postkarten gedruckt, auf denen "schwarze Säcke" zu sehen sind auf deutschen Standorten. Solche Schwarze Säcke, die rund um die Reaktorruine in Fukushima zu Hunderttausenden (oder ich weiß nicht wieviel mehr) lagern. Gefüllt mit strahlendem Gut. Den 5 oder 7 oder 10 Zentimeter Naturerdboden, die fleißige Staatbeamte entfernen, ordentlich einpacken und ordentlich aufstapeln. Im Bemühen, ganze Landstriche zu dekontaminieren. Das Plastik der Säcke hält 5 Jahre (ganz zu schweigen von der Strahlendurchlässigkeit des Materials). Die sind seit der Katastrophe längst abgelaufen. Aktuelle Bilder zeigt der Film nicht. Die ganze Sache des "Abpackens" (ähnliches passiert/e mit dem verseuchten Kühlwasser - mittlerweile fließt es mehr oder weniger ungehindert in den Pazifik) dient in Japan nur - wie vieles andere - der gesellschaftlichen Beruhigung. Um nicht zu sagen: der Augenwischerei. Beschäftigungstherapie à la japonaise.
Ausgestrahlt erliegt einem fundamentalen Irrtum, wenn er - der Verein - annimmt, bei gleichem szenario (Super Gau!) würden in Deutschland oder Westeuropa die gleichen Mechanismen wie in Asien greifen. Niemand hier wird auch nur eine Sekunde an solchen Irrsinn glauben, geschweige denn ihn in ameisenhafter Unterwürfigkeit in die Tat umsetzen.
Unsere Zukunft ist bereits angebrochen. Ausgestrahlt.

Dienstag, 27. März 2018

Furusato

Heute im Kino Meldorf, 20 Uhr:
Fukushima Dokumentation: Furusato - Wunde Heimat

Warum leben Menschen in einer Gegend, von der sie wissen, dass von ihr eine unsichtbare tödliche Gefahr ausgeht? Dieser Frage spürt Thorsten Trimpop in seinem preisgekrönten Dokumentarfilm nach. Die Stadt Minamisoma im Distrikt Fukushima ist eine geteilte Stadt. Ein Teil liegt in der evakuierten 20-Kilometer-Sperrzone um den havarierten Reaktor, im übrigen Teil gilt die Stadt nach der Reaktorkatastrophe von 2011 trotz viel zu hoher Strahlenwerte weiterhin als bewohnbar. Dort leben noch immer knapp 57.000 Menschen. Warum? In Japan hat Heimat eine tiefe Bedeutung. Die Landschaft, in die man geboren wird, trägt der Mensch ein Leben lang in sich. Sie prägt ihn, sie ist ihm heilig: sie ist ein FURUSATO. So fühlen sich die verbliebenen Bewohner der Gegend um Fukushima verantwortlich - für ihre Heimat, die Aufrechterhaltung ihrer Traditionen, ihre Mitmenschen oder Tiere. Menschen wie der Aktivist Bansho, die junge Pferdezüchterin Miwa oder die ältere Frau Noda - sie alle bleiben in der Heimat, mit zum Teil bereits spürbaren Folgen für ihre Gesundheit. Wobei nicht alle von ihnen diese Entscheidung freiwillig treffen - Entschädigungszahlungen für ihre unbewohnbaren Häuser haben nur Wenige erhalten, Andere - wie die Familie von Miwa - haben keinerlei Hilfen bekommen. Sie können es sich schlicht nicht leisten zu gehen. Wie auch den Schulkindern, die im Chor "ich liebe Fukushima, ich gehe hier nicht weg" singen, bleibt ihnen keine andere Wahl, als in der verstrahlten Heimat zu bleiben. (Text: Verleih)

Trailer:
http://www.furusato-film.com/

Montag, 26. März 2018

Jonathan Leander

War ungeduldig und mochte nicht mehr länger warten. Erblickte gerade ein bisschen vorzeitig das Licht der Welt. Noch vor Ostern und vor dem Vollmond, aber nach der Zeitumstellung. Herzlich willkommen in Dithmarschen!

Meldorfer Mahnwache

Wann, wenn nicht jetzt?
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg