1979 war ich zum ersten Mal in Warschau - mit dem Fahrrad von Basel kommend, in kurzen Hosen. Boguś' Mutter bekochte mich zwei Tage lang in einer Wohnung in Żolibórz, danach fuhr ich weiter nach Norden.
Von 1983-1985 studierte ich in Warschau und bekam neben meinem Stipendium zu jedem Monatsersten Lebensmittelmarken. Für Zucker, Mehl, Butter, Kasza (Grütze) usw. Und natürlich für Fleisch. Die Marken drückte ich am Monatszweiten meiner Schlummermutter im siebten Stock an der Kopernikusstrasse in die Hand. Ich wusste damit nichts anfangen. Sie stand täglich irgendwo Schlange, stundenlang, und kam begeistert mit fünf Kilo Zucker nach Hause, einem Stück Suppenfleisch voller Fett und Sehnen, aber immerhin. Mehreren Pfund Butter. Unter der Woche aß ich in der Mensa an der Dobra-Strasse - dort, wo heute die supermoderne neue Universitätsbibliothek steht - und lebe immer noch.
1993 baute ich im Auftrag Helvetiens in Warschau die Schweizerische Mediathek auf.
Dazwischen und danach (nach dem ersten Mal) war ich immer wieder in Warschau. Heute habe ich zum ersten Mal in meinem Leben in Warschau Fleisch gekauft. Frisches Fleisch. Bestes Rindfleisch ohne Knochen. Und dabei endlich das Wort gelernt. Wołowina. Rindshuft. Udziec wołowy. Für Pako und Joga.
Montag, 30. April 2012
59. Mahnwache in Meldorf
Vor dem Präsidentenpalast in Warschau trotzt eine einsame Demonstrantin der Vormittagshitze. Sie will alle "Vergifter" von "unserer Erde" vertreiben. Truciciele precz z naszej ziemi. Der Präsident habe nicht auf ihren Brief geantwortet, erzählt sie mir, deshalb stehe sie hier. Ich wünsche ihr einen guten Stand.
Am Abend findet am Wattenmeer die 59. Mahnwache statt:
18:00-18:30 Südermarkt, Meldorf
Am Abend findet am Wattenmeer die 59. Mahnwache statt:
18:00-18:30 Südermarkt, Meldorf
Sonntag, 29. April 2012
Mein Balkon
Der Blick von meinem kleinen Balkon auf die Weichsel, die Türme der Florianskathedrale, die Kuppel der orthodoxen Kirche, einen hässlichen Kamin (was sein muss, muss sein). Auf den blühenden Kirschbaum vor dem Haus.
O dalszych losach kotów będzie można - ze względu na polską matkę - przeczytać na polskim blogu: http://przywattach.blogspot.com/
O dalszych losach kotów będzie można - ze względu na polską matkę - przeczytać na polskim blogu: http://przywattach.blogspot.com/
Samstag, 28. April 2012
Pako und Joga
In Warschau herrscht hochsommerliche Hitze. Die Stadt ist voller freundlicher Menschen. Alle sind auf Urlaub und frisches Grün eingestellt. Ich werde von nun an ein Katzentagebuch führen: Pako (5 Monate alter Kellerkater) und Joga (vornehme Stadtkatze, feiert im Mai den 12. Geburtstag).
Freitag, 27. April 2012
Abschied auf Zeit
Ich habe den Rasen gemäht, den Rasen vertikutiert, den Rasen mit Eisen gedüngt. Ich habe die Tomatenpflanzen pikiert, siebenundsechzig Einzeltöpfchen aufs Fensterbrett gestellt. W. gebeten, sie regelmäßig zu gießen. Oder wenigstens täglich zu gucken, ob sie durstig sind. Ich habe die Zucchini der Erde und der frischen Luft übergeben. Die hätten mir sonst die Fensterscheibe durchbohrt. So lichthungrig waren die bereits auf dem Fensterbrett. Ich habe die Saatbänder mit den "Schneckenschrecksamen" rund um das Gemüsebeet meinem Marschland übergeben. Sollen sie laufen. Und ich habe die bunten Steine, die immer in der Garage überwintern, auf die Terrasse geholt.
Die Felsenbirne fängt gerade an, zu blühen.
Die Kirsche ist schon schneeweiß.
Die Sonne scheint.
In der Nacht fiel warmer Regen.
Der Garten atmet auf.
Ich fahre nach Warschau.
Die Felsenbirne fängt gerade an, zu blühen.
Die Kirsche ist schon schneeweiß.
Die Sonne scheint.
In der Nacht fiel warmer Regen.
Der Garten atmet auf.
Ich fahre nach Warschau.
Donnerstag, 26. April 2012
Windpferde im Baumhaus
Die Windpferde sind ins Baumhaus eingezogen. Vielleicht vertreibt ihr Leuchten die Krähen. Die Krähen vertrieben letzten Sommer mit ihrem unaufhörlichen Gelärme unsere tagsüber schlafenden Hauseulen aus den Ahornbäumen.
Mittwoch, 25. April 2012
Windpferde am Brombeerzaun
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