Samstag, 7. Mai 2011
Dauerunterwegs
Wir sind den ganzen Tag unterwegs. In Berlin. Zum Geburtstag. Beim Griechen. Zum Essen. Am Bahnsteig. Beim Warten. Die GDL streikt immer noch.
Freitag, 6. Mai 2011
Klimabaum
In der Mitte Dithmarschens steht seit kurzem der erste Klimabaum (Foto folgt). W. hat das sturmsicher eingepflanzte Bäumchen heute auf dem Heimweg entdeckt. Weil die Lokführer ihren Streik bis Montag früh verlängern, fahren immer noch keine Züge. Und weil immer noch keine Züge fahren, fährt W. mit dem Fahrrad durch die Felder nach Hause. So hat alles sein Gutes.
Donnerstag, 5. Mai 2011
Mornellregenpfeifer
Am Helmsander Damm wurden heute Abend die ersten Mornellregenpfeifer gesichtet, gut zwei Dutzend! Sie sind auf dem Weg in ihre schwedischen und norwegischen Brutgebiete.
Meist wird er nur Mornell genannt. Er ist kleiner als eine Amsel, wirkt aber durch seine langen gelben Beine viel größer. Im Brutkleid ist er unverwechselbar (breiter, bis in den Nacken verlaufender weißer Überaugenstreif, schwarzer Scheitel, weiße Kehle, weißes, dunkel eingefasstes Brustband, schiefergrauer Hals und Nacken, leuchtend rostroter Bauch, Rücken und Flügel braun mit helleren Federpartien). Das Weibchen ist intensiver und kontrastreicher gefärbt. Im Schlichtkleid verblassen alle Farben, der Bauch wird gelblich bis weiß, der Brustring verschwindet fast ganz. Dann verwechselt man den Mornell gerne mit Goldregenpfeiferarten wie beispielsweise dem Wermutregenpfeifer.
Meist wird er nur Mornell genannt. Er ist kleiner als eine Amsel, wirkt aber durch seine langen gelben Beine viel größer. Im Brutkleid ist er unverwechselbar (breiter, bis in den Nacken verlaufender weißer Überaugenstreif, schwarzer Scheitel, weiße Kehle, weißes, dunkel eingefasstes Brustband, schiefergrauer Hals und Nacken, leuchtend rostroter Bauch, Rücken und Flügel braun mit helleren Federpartien). Das Weibchen ist intensiver und kontrastreicher gefärbt. Im Schlichtkleid verblassen alle Farben, der Bauch wird gelblich bis weiß, der Brustring verschwindet fast ganz. Dann verwechselt man den Mornell gerne mit Goldregenpfeiferarten wie beispielsweise dem Wermutregenpfeifer.
Mittwoch, 4. Mai 2011
Dauergrünland
In der Nacht fiel endlich Regen. Auf meinen frisch gemähten und vertikutierten Rasen. Ich stand lange in der Dunkelheit und konnte mich nicht sattriechen.
Dauergrünland ist eine bürokratische Welt für sich. Offenbar bezahlt die EU Prämien für Flächen, die "zum Anbau von Gras und anderen Grünfutterpflanzen genutzt werden und mindestens fünf Jahre lang nicht Bestandteil der Fruchtfolge waren." Früher war das einfach eine Weide.
Dauergrünland ist eine sprachliche Welt für sich. In Dithmarschen, lese ich, gibt es immer mehr Anträge auf "Dauergrünland-Umbruch". Das heißt, man will aus Weideland Ackerland machen. Weil das wirtschaftlich attraktiver und bürokratisch unkomplizierter ist, als Jahr für Jahr zu belegen, dass Prämien aus Brüssel fällig geworden sind. Aber es gibt eine Dauergrünland-Erhaltungsverordnung. Zum Schutz der Brutgebiete von Wiesenvögeln, Uferschnepfen, Kiebitze usw. In Schleswig-Holstein. Auf der Eiderstädter Halbinsel. In Dithmarschen. Wer Dauergrünland umbrechen (sprich: umpflügen) will, muss deshalb eine Ersatzfläche "in derselben naturräumlichen Haupteinheit (Marsch, Geest, Hügelland) zu Dauergrünland umwandeln." Diese Ersatzfläche darf auch weit entfernt von der umzubrechenden Wiese liegen. Sie kann sich sogar außerhalb Dithmarschens, zum Beispiel in Nordfriesland, befinden. Deswegen gibt es zuweilen so absonderliche Anzeigen in unserer Zeitung, in denen beispielsweise "Pflugrechte meistbietend" zum Verkauf angeboten werden.
Es gibt auch eine "zweite Dauergrünland-Welt". Bauern, die wollen, dass eine Fläche Ackerland bleibt, obwohl sie dort Grünfutter ernten oder dauerhaft Stiere oder Schafe weiden lassen, schlitzen angeblich regelmäßig Kleegras in die Grasnarbe ein.
Ich habe gestern den ganzen Nachmittag Moos und Klee aus meiner Grasnarbe herausgeschlitzt. Hinter dem Haus und vor dem Haus. Mit meinem vor Anstrengung heulenden elektrischen Vertikutierer.
Dauergrünland ist eine bürokratische Welt für sich. Offenbar bezahlt die EU Prämien für Flächen, die "zum Anbau von Gras und anderen Grünfutterpflanzen genutzt werden und mindestens fünf Jahre lang nicht Bestandteil der Fruchtfolge waren." Früher war das einfach eine Weide.
Dauergrünland ist eine sprachliche Welt für sich. In Dithmarschen, lese ich, gibt es immer mehr Anträge auf "Dauergrünland-Umbruch". Das heißt, man will aus Weideland Ackerland machen. Weil das wirtschaftlich attraktiver und bürokratisch unkomplizierter ist, als Jahr für Jahr zu belegen, dass Prämien aus Brüssel fällig geworden sind. Aber es gibt eine Dauergrünland-Erhaltungsverordnung. Zum Schutz der Brutgebiete von Wiesenvögeln, Uferschnepfen, Kiebitze usw. In Schleswig-Holstein. Auf der Eiderstädter Halbinsel. In Dithmarschen. Wer Dauergrünland umbrechen (sprich: umpflügen) will, muss deshalb eine Ersatzfläche "in derselben naturräumlichen Haupteinheit (Marsch, Geest, Hügelland) zu Dauergrünland umwandeln." Diese Ersatzfläche darf auch weit entfernt von der umzubrechenden Wiese liegen. Sie kann sich sogar außerhalb Dithmarschens, zum Beispiel in Nordfriesland, befinden. Deswegen gibt es zuweilen so absonderliche Anzeigen in unserer Zeitung, in denen beispielsweise "Pflugrechte meistbietend" zum Verkauf angeboten werden.
Es gibt auch eine "zweite Dauergrünland-Welt". Bauern, die wollen, dass eine Fläche Ackerland bleibt, obwohl sie dort Grünfutter ernten oder dauerhaft Stiere oder Schafe weiden lassen, schlitzen angeblich regelmäßig Kleegras in die Grasnarbe ein.
Ich habe gestern den ganzen Nachmittag Moos und Klee aus meiner Grasnarbe herausgeschlitzt. Hinter dem Haus und vor dem Haus. Mit meinem vor Anstrengung heulenden elektrischen Vertikutierer.
Dienstag, 3. Mai 2011
Meine Plantage 3
Meine Fensterbankplantage zwei Wochen später. Auf einem kurzen Mittagsausflug auf den Gartentisch. Die Eisheiligen scheinen in diesem Jahr früher zuzuschlagen. Wir hatten die erste frostige Mai-Nacht und aus Wrocław erreicht mich eine mail mit der Nachricht, es falle Schnee.
Gut so. Meine Kürbisse müssen dringend in die Erde.
Gut so. Meine Kürbisse müssen dringend in die Erde.
Montag, 2. Mai 2011
Sonntag, 1. Mai 2011
Kletterkäuzchen
Junge Waldkäuze können klettern bevor sie fliegen lernen. Neugierig wie alle Vögel verlassen sie die Baumhöhlen, in denen sie aufgezogen werden. Klettern im Geäst herum oder Baumstämme hinunter und wieder hinauf. Auch unsere jungen Amseln sind aus dem Nest gekrochen und mutig auf der Pergola bzw. auf dem Geissblattrankgerüst herumspaziert. Wahrscheinlich um zu gucken, ob sich der Aufwand des Fliegenlernens überhaupt lohnt. Die Käuzchen kehren an den Nistplatz zurück, solange sie gefüttert werden. Gefüttert werden sie, bis sie sicher fliegen können und nicht mehr klettern müssen, um etwas über die Welt zu erfahren. Etwa drei Monate lang.
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