Montag, 30. November 2009
Sonntag, 29. November 2009
Die Scham 3
Laut offiziellen Angaben (http://abstimmungen.swissinfo.ch/index-ger.html) betrug die Stimmbeteiligung bei den drei eidgenössischen Vorlagen vom 29.11.2009
An diesem Wochenende sieht die direkte Demokratie in der Schweiz folgendermassen aus:
- bei der Volksinitiative "Gegen den Bau von Minaretten" 53,7 %
- bei der Volksinitiative "Gegen ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten" 53,4%
- beim Bundesbeschluss zur Schaffung einer Spezialfinanzierung für Aufgaben im Luftverkehr 52%.
An diesem Wochenende sieht die direkte Demokratie in der Schweiz folgendermassen aus:
- 46,3 % der Stimmberechtigten schweigen (haben keine Meinung oder keine Lust, sie zu veräußern) zum Minarettverbot
- 46,6 % der Stimmberechtigten schweigen (haben keine Meinung oder keine Lust, sie zu veräußern) zum Kriegsmaterialexportverbot
- 48 % der Stimmberechtigten schweigen (haben keine Meinung oder keine Lust, sie zu veräußern) zu der von niemandem groß beachteten Umschichtung von Geldern für den Luftverkehr.
Die Scham 2
Ich schäme mich, einmal mehr, für ein Land, das längst nicht mehr meine Heimat ist, dessen Pass ich aber nach wie vor besitze sowie das Recht, an eidgenössischen Abstimmungen teilzunehmen.
Ich schäme mich für eine Schweiz, die so aussieht:
http://bazonline.ch/schweiz/standard/Keine-Chance-fuer-das-Verbot-der-Kriegsmaterialexporte/story/17691959
Ich schäme mich für eine Schweiz, die so aussieht:
http://bazonline.ch/schweiz/standard/Keine-Chance-fuer-das-Verbot-der-Kriegsmaterialexporte/story/17691959
Die Scham 1
Ich schäme mich, einmal mehr, für ein Land, das längst nicht mehr meine Heimat ist, dessen Pass ich aber nach wie vor besitze sowie das Recht, an eidgenössischen Abstimmungen teilzunehmen.
Ich schäme mich für eine Schweiz, die so aussieht: http://bazonline.ch/schweiz/standard/MinarettVerbot-Ein-Ja-zeichnet-sich-ab/story/31785289
Ich schäme mich für eine Schweiz, die so aussieht: http://bazonline.ch/schweiz/standard/MinarettVerbot-Ein-Ja-zeichnet-sich-ab/story/31785289
Samstag, 28. November 2009
Am Wattenmeer 2
Ich denke über den Wind nach. Und die Buchstaben aus Holz. Jenny Holzers fließendes Licht. Das etwas transportiert. Aber was? LED = Light Emitting Diode.
Ilma Rakusa schreibt auf der vorletzten Seite von "Mehr Meer" (Schweizer Buchpreis 2009): "... im Grunde muss er einsilbig sein, der Wind, wie der Schnee, nicht wie die Wolke, die Formen annimmt ...". Aber das glaube ich nicht. Bei uns, an meinem Meer, am Wattenmeer muss der Wind wie das Meer mindestens zweisilbig sein, wenn nicht mehrsilbig. Hier ist der Wind zweistimmig, mehrstimmig. Hier ist der Wind zweidimensional, mehrdimensional. Auch der Schnee nimmt schließlich Formen an. Und wie! Es ist der Wind, der den Schnee oder das Meer aufbäumt. Vor ihr letztes Kapitel, das den Titel "Wind" trägt, setzt Ilma Rakusa ein Zitat von Yoko Tawada: "Das Gesicht des Windes ist das, was er in Bewegung setzt."
Das sind Widersprüche. Jenny Holzers Buchstaben laufen ohne Wind. Aber mit Strom. Deshalb sind sie regelmäßig wie ein Herzschlag. Aber blutleer.
Ilma Rakusa schreibt auf der vorletzten Seite von "Mehr Meer" (Schweizer Buchpreis 2009): "... im Grunde muss er einsilbig sein, der Wind, wie der Schnee, nicht wie die Wolke, die Formen annimmt ...". Aber das glaube ich nicht. Bei uns, an meinem Meer, am Wattenmeer muss der Wind wie das Meer mindestens zweisilbig sein, wenn nicht mehrsilbig. Hier ist der Wind zweistimmig, mehrstimmig. Hier ist der Wind zweidimensional, mehrdimensional. Auch der Schnee nimmt schließlich Formen an. Und wie! Es ist der Wind, der den Schnee oder das Meer aufbäumt. Vor ihr letztes Kapitel, das den Titel "Wind" trägt, setzt Ilma Rakusa ein Zitat von Yoko Tawada: "Das Gesicht des Windes ist das, was er in Bewegung setzt."
Das sind Widersprüche. Jenny Holzers Buchstaben laufen ohne Wind. Aber mit Strom. Deshalb sind sie regelmäßig wie ein Herzschlag. Aber blutleer.
Freitag, 27. November 2009
Sturm und Regen
Endlich. Die Amseln vollführen ein Geschrei, als ich ihnen das alte Brot kleingeschnitten hinwerfe. Sie bedienen sich als erste. Dann kommen die Meisen und Spatzen. Vorsichtig. Es wird bald dunkel. Ich habe vielleicht zu lange geschlafen. Das Haus konnte ich eh nicht verlassen.
Donnerstag, 26. November 2009
Am Wattenmeer
Zu Hause, kaum zu glauben. Wir fahren nach Hamburg. W. fliegt nach Nürnberg. Ich komme um Mitternacht wieder. Sein altes rotes Fahrrad hatte er gestern am Bahnhof stehen gelassen. Heute ist es vorne und hinten platt. Ich schiebe es nach Hause. Es ist dunkel. Um 23 Uhr wird die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet. Das Ventil am Hinterrad ist ganz herausgedreht. Geklaut. Das Ventil am Vorderrad ist aufgedreht. Oder der Reifen zerstochen. Ich weiß es nicht. Ich bin zu müde, es zu überprüfen.
Abonnieren
Posts (Atom)