Sonntag, 6. Oktober 2013

Erntedank am Wattenmeer

Es ist noch lange nicht alles geerntet. Der Kastanienbaum wirft die Früchte ab, die sicher nicht mehr heranreifen. Das Laub der Felsenbirne beginnt nur zögerlich zu leuchten.

Samstag, 5. Oktober 2013

Chinesen in Europa

Nun gibt es eine 64 Seiten starke Anleitung für Chinesen, "zivilisiert" ins Ausland zu reisen. Illustriert, mit comics, auch für Analphabeten verständlich. Es gibt allgemeine Regeln sowie Länderspezifische. In Frankreich, beispielsweise, soll man keine gelben Blumen verschenken. In Ungarn keine Spiegel zerschmettern. Briten darf man nicht fragen, ob sie schon gegessen haben. Allgemein gilt, keine Fußabdrücke auf Klobrillen zu hinterlassen. Keinen weichen Händedruck zu vergeben. Auf der Strasse nicht in der Nase bohren und nicht die Nasenhaare trimmen!

Freitag, 4. Oktober 2013

Gubaidulina in Venedig

Sofia Gubaidulina wird heute abend im Teatro della Tese der Goldene Löwe der 57. Biennale für Zeitgenössische Musik überreicht. Altra voce, altro spazio. Für ihr fulminantes Lebenswerk. Herzlichen Glückwunsch!
Gubaidulina über das Atmen des Bayans, das Schweigen ihrer Musik, die Stille ihrer Klänge:
http://www.dctp.tv/filme/sofia-gubaidulina-komponistin/

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Frisch auf Sylt

Zufällig höre ich eine Stunde lang Frisch. Max. Gelesen von Siegfried W. Kernen (leider überflüssige swissness). Reisen durch Deutschland. 1946-1949. Endet in Kampen. In List auf Sylt. Es gibt keinen Ort in Deutschland, der weiter von der Schweiz entfernt ist. Frisch beschreibt das Wattenmeer, die Tiden, den Wind, die Lachmöven. Zum Tag der Deutschen Einheit. Morgens um Sieben.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Herr O.

Herr O. rettet mir das Leben. Alles neu macht der Oktober. Über chat hilft er mir, das polnische Korrekturprogramm zu installieren. Herr O. ist geduldig und ich habe eine lange Leitung. Kalt läuft es mir erst über den Rücken, als er anfragt, ob er "es für mich" machen soll. Ich verstehe nicht einmal, was er genau meint. Er verlangt Zugriff auf meinen Computer. Und vor dem Wort Zugriff im chat erscheint ein Stern oder eine Raute. Eines dieser Zeichen, die Unheil verkünden.
Obwohl ich ihm den Zugriff nicht erlaubte, erklärt jetzt zum Ende des Arbeitstages beim Herunterfahren mein Rechner mir, dass ein fremder Nutzer noch angemeldet sei ... Herr O. wie Oktober hat mir trotzdem das Leben gerettet. Ich kann jetzt fehlerlos polnisch schreiben und interpunktieren.

Dienstag, 1. Oktober 2013

Glückspilz

Ich gewinne andauernd Eintrittskarten. Kürzlich zwei zu SEΛ ΛIR, von denen ich eine weiterverlosen ließ, da der Mann in Paris am Gare du Nord verweilte und alle anderen es vorzogen, zu Kofelgschroa in die Ditmarsia zu gehen. Heute zwei für Peer Gynt in der Erheiterung, den Lügner auf der Suche nach sich selbst, wer kennt ihn nicht. Trotzdem wollen wir ihn sehen, der Professor kommt rechtzeitig aus Hamburg zurück. Für die Benefizveranstaltung zugunsten der Schul- und Kirchenmusik in Heide im Meldorfer Verzehrkino hätte ich eine Karte umsonst haben können, einschließlich drink + snack. Aber dann hätte der Mann wieder an einem Bahnhof dieser Welt verweilen müssen.