Samstag, 14. August 2010

Der Nullpunkt

Kurz vor der Alten Harburger Elbbrücke wird die Tagestour auf beiden Fahrradcomputern auf Null gesetzt. Als ich das letzte Mal den Kilometerstand überprüft hatte, zeigte er 153 km an. Das muss in den Schwarzen Bergen, in Ehestorf oder Heimfeld gewesen sein. W. meinte dort, wir hätten noch gute 25 km vor uns. Und ich wollte das dort nicht glauben.

Hinter der Alten Harburger Elbbrücke steht dann meine Tour, die gestern in Bremen begann, plötzlich auf jämmerlichen 3,3 km. Zum ersten Mal in Altona angekommen, auf 16,8. Wir durchqueren noch einmal die Stadt hin und wieder her = 24,7.
Ein hinterlistiges Signal der Stadtautobahn, bestimmt nur bestimmt für LKWs und deren korrekte Abrechnung der Mautgebühren, durchkreuzt meine hehren diaristischen, dokumentarischen, statistischen Ewigkeitspläne.

Freitag, 13. August 2010

Sittensen: Siebzehn Uhr Neununddreißig

Halbzeit: Dem Bremer Umland glücklich entflohen, den Nordarm, den Südarm und den Mittelarm der Wümme in den Wümmewiesen trockenen Fußes überquert, Frösche in bauarme Flussauen und Feuchtweiden quaken gehört, den Vorwerker Steinriesen bestaunt, Wald gerochen, Gemarkungen gesehen, in Geestlanddörfer gelangt, verschwitzt und außer Atem in Sittensen vom Sattel gestiegen.

Bremen: Acht Uhr Fünfundvierzig

Wir sind gleichzeitig hier und dort.
Zu sehen sind auf dem Foto meine rechte Hand und die Bremer Stadtmusikanten.
Wir sind gestern Abend von Hamburg nicht nach Hause zurückgekehrt. Sondern mit dem Metronom und unseren Fahrrädern nach Bremen gefahren.
Jetzt frühstücken wir in der Stadt, in der um diese Tageszeit alle Läden geschlossen sind und machen uns dann auf den Weg nach Hamburg zurück.

Meldorf: Neun Uhr dreizehn

So sieht unser Bahnhof aus um 9:13 Uhr. Am Freitag dem Dreizehnten. Bis in einem Jahr, so hoffen wir Bahnbenützer, ist der Umbau vollzogen, der Himmel nicht mehr so verhangen und ein zweiter Bahnsteig vorhanden.

Mittwoch, 11. August 2010

Camazotz

Zotz oder Camazotz ist der Fledermausgott. An zum Zotz zählenden Kalendertagen werden deshalb nachtaktive, gut organisierte dominante Menschen geboren.
Der Legende nach hat Zotz auch mit meinem Vornamen zu tun. Die Mayazwillinge Hunahpú und Xbalanqué mussten zur Strafe für lautes Ballspiel eine Nacht im Haus von Zotz verbringen. Um sich vor den herumfliegenden Fledermäusen zu schützen, nutzten die Zwillingsbrüder ihre magischen Kräfte und versteckten sich in ihren Blasrohren. Als Hunahpú seinen Kopf herausstreckte, um zu sehen, ob die Sonne schon aufgegangen und die Nacht endlich um war, biss ihm Zotz den Kopf ab. Und warf ihn den Göttern für ihr nächstes Ballspiel vor.
Durch eine List gelang es Xbalanqué, die Götter abzulenken und den Ball unbemerkt wieder als Kopf auf den Körper seines Zwillingsbruder aufzusetzen.

Dienstag, 10. August 2010

Zotz

Zum vollendeten 200. Ehemonat bekam ich heute von meinem angetrauten Weitgereisten einen Mayakalender auf Papyrus. Sowie einen Geburtstagsstein. Eigentlich ein lapidares Kühlschrankmagnet. Aber das Magnetische Rückenteil löste sich freiwillig wie von selbst ab. Und so wird aus dem kleinen Viereck ein großes Kunststück.

Mein Kunstwerk ist bunter als das, das wir auf der Abbildung sehen. Es ist die einzige, die ich auf die Schnelle finden konnte, und zwar hier (mit Dank!):
Unter dem Kopf (ich sehe es als Kopf, als Männerkopf - sehr zum Erstaunen meines Ehemannes -, meiner hat einen großen offenen Mund mit sichtbaren scharfen Raubtierzähnen quer über die Backe) steht Zotz. Mein Geburtstag liegt im Mayakalender im Zotz. Was das bedeutet, weiß ich nicht.

Montag, 9. August 2010

Grüner Kürbis 2

Hier ist er.
Von meiner sorgsamen Hand auf ein Holzbrettchen gebettet. Damit er nicht fault, ehe er reift.